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Die Meurers auf der Walz, Salzburgerland
Wenn ich schon immer darauf aufpasse, dass die Barcamp-Regeln eingehalten werden, dann folge ich natürlich auch gerne der Regel Nummer 1: Du blogst über Barcamps. Oder Du redest allgemein über Barcamps. Wie auch immer diese Regel ausgelegt wird…   Wir waren auf dem CastleCamp Kaprun Nummer 10. Nur ein einziges Mal – letztes Jahr – haben wir das touristische Barcamp auf der Burg in Kaprun verpasst. Ansonsten haben wir sie alle miterlebt. Beim allerersten Camp waren wir sogar entsprechend gekleidet. Und haben Rainer Edlinger seinerzeit auch mit unserem spärlichen Barcampwissen ausgeholfen. Deswegen spricht man ja inzwischen auch von TeilGebern. Jeder trägt zum Gelingen eines Barcamps bei. Mit dem, was jeder Einzelne beisteuern kann.

Samstag | Tag 1

So war es auch beim zehnten Mal. Die Burg war gut besucht. Die No-Show-Rate hält sich in Grenzen, seitdem es ein Erinnerungsschreiben für alle Angemeldeten gibt. Die Vorstellungsrunde lief sehr diszipliniert ab und war in wirklich kurzer Zeit beendet. Das muss man mal  lobend erwähnen! Die Sessionvorschläge waren sehr breit gefächert und auch die Barcamp-Neulinge haben sich eingebracht. Sehr schön!

Sessions Vormittag

Meine erste Session war “Digitale Assistenten“. Ich habe keine. Ich nutze auch Siri kaum. Aber mir wurde in der Session klar, dass ich vielleicht doch gerne solch ein Teil in einem Hotelzimmer hätte. Wenigstens um damit das Licht zu steuern. Jede Woche mühen wir uns doch mehr oder weniger mit Lichtschaltern in Hotelzimmern oder Ferienwohnungen ab. Da wäre so ein Assistent schon eine feine Sache. Das nächste Thema war: Gibt es einen Leben neben Booking.com. Die Diskussion war rege. Und die wogen gingen hoch. Der Sessiongeber war der Meinung, man könne doch ganz leicht selber seine Zimmer verkaufen. Viele Teilgeber – darunter auch Hoteliers – waren da anderer Meinung. Es gibt wohl nur wenige Beispiele von Destinationen, die sich Buchungsplattformen verweigern. Ischgel wurde zum Beispiel genannt. Eindeutig war jedoch die Meinung, dass viele Vermieter nicht selber buchbar sind oder selber auf Buchungsplattformen verweisen. Oder gar bei Direktbuchung teurer sind als auf booking und Co. Hier könnte man jedenfalls schon mal ansetzen. Ob man ganz auf die Plattformen verzichten kann oder soll, ist wirklich fraglich.   Die letzte Session vor der Mittagspause war die Frage nach “Anwendungsfällen zum Thema Blockchain im Tourismus“. So richtig wusste kaum jemand, was Blockchain überhaupt ist und wie es funktioniert. Und so stocherten wir alle irgendwie im Dunklen. Und wenn man nicht weiß, wie etwas geht, dann kann man dafür auch keine Anwendungsbeispiele finden. Es war ein bißchen so wie die Papperlapapp-Session” seinerzeit auf dem Almcamp. Und so suchen wir noch heute nach dem Problem, was die Blockchain im Tourismus lösen könnte. Vielleicht wissen wir nächstes Jahr mehr… Sabrina hat eine Zusammenfassung zu ihrer Session geschrieben.  

Sessions Nachmittag

Nach der Mittagspause mit dem gewohnt üppigen Buffet – übrigens auch für Vegetarier – ging es zum Munterwerden mit einer Mitmach-Session weiter: Schlechtwetter-Fotografie mit Achim. Wieder einmal strömten alle aus, um auch den hintersten Winkel der Burg zu fotografieren. Diesmal halt im Regen mit schimmernden Pfützen und grauen Wolken. Jeder Farbtupfer war willkommen. Und jedes noch so kleine Pflänzchen kam mit aufs Foto. Hauptsache etwas grün im Bild. Tropfen waren natürlich auch sehr beliebt. Alle Anwesenden hatten ihren Spaß und haben etwas mitgenommen. Die nächste Session habe ich ausgelassen. Videos sind nicht so mein Ding und mit Erlebnissen hadere ich (ein Blogpost dazu kommt sicher noch). Die Zeit habe ich zum Netzwerken und Quatschen genutzt. Dafür sind Barcamps ja auch da und berühmt. Dafür war ich anschließend bei “Zusammenwirken Hotels & DMOs in der Digitalisierung” wieder mit dabei . Auch hier wurde angeregt diskutiert. Was geht, was geht nicht? Welche Daten kann ich weitergeben, welche nicht? Was möchte der Gast? Was fürchtet er? Ich persönlich bin erstaunt, dass ich selbst im Jahr 2017 nicht die Antworten auf meine Fragen als Urlaubsgast erhalte. Aber was soll man erwarten, wenn in den allermeisten Hotels und Restaurants schon keine Kartenzahlung möglich ist oder E-Mail-Anfragen erst nach Tagen oder gar nicht beantwortet werden; von Social Media Kanälen ganz zu schweigen. Hier würde ich mir selber wirklich mehr online Präsenz wünschen und mehr Verbindungen. Und ich warte immer noch auf die Besucherlenkung, die mir ein tolles Urlaubsgefühl erlaubt, weil ich nicht umsonst irgendwo hinfahre oder keinen Parkplatz mehr bekomme oder oder oder. Die Infos dürfen mich ruhig erreichen und dafür gebe ich auch gerne meine Daten her. Was ich nicht mag, ist automatisch auf einem Newsletterverteiler zu landen, nur weil ich das Anmeldeformular beim Check-In ausgefüllt habe. Hier gibt es noch viel Entwicklungspotenzial. Die letzte Session am ersten Tag schloss sich dann auch fast thematisch an: “Direct und Instant Messaging im Tourismus“. Ja, auch das hätte ich gerne. Ich komme am Urlaubsort an, melde bei WhatsApp oder einem anderen Dienst an und bekomme in meinen Ferien jeweils aktuelle Informationen direkt auf mein Smartphone. Ein Traum? Wer macht's? Gerade für aktuelle Infos unschlagbar. In Kaprun ist genau am Wochenende vom Castlecamp ein Markt ausgefallen. Die Information habe ich als DIN A4 Ausdruck im Hotel vorgefunden. Aber wer liest solche Ausdrucke? Und wie haben andere Besucher vom Ausfall erfahren. Es wäre ein tolles Anwendungsbeispiel für Instant Messaging gewesen. Aber auch hier gab es wenig aktuelle Beispiele. Passend dazu ein Artikel. Der erste Tag vom Castlecamp endete mit dem gewohnten Whiskytasting. Bier gab es diesmal leider keins zu verkosten. Die Abendveranstaltung war zum ersten Mal etwas außerhalb, aber trotzdem gut besucht. Vielleicht sind deswegen aber viele schon früh gegangen, so dass man nicht wie sonst üblich noch mit dem ein oder anderen an der Bar abhängen und reden konnte.

Sonntag | Tag 2

Tag 2 begann wieder mit der Sessionplanung. Vom Vortag ist wenig übrig geblieben, aber es gab auch genügend neue Vorschläge. Zum Wachwerden gab es gleich wieder eine Diskussion. Diesmal über “Influencer“. Ja, auch wir hadern mit den Influencern. Fast jede Woche sind wir kurz davor, uns follower oder likes zu kaufen, weil wir doch viele Aufträge erst gar nicht bekommen, weil wir nicht die richtigen Zahlen haben. Dabei ist es bei unserem Konzept völlig Wurscht, wieviele Leser oder Follower wir haben. Wir produzieren Content, den wir abgeben. Also total egal. Aber dennoch wollen Agenturen und DMOs unser Kit sehen und lehnen uns auch rundheraus ab: “Ohne Media Kit können wir nicht kooperieren.” Und ja, es tut richtig weh, wenn statt Qualität auf Quantität gesetzt wird. Wir hoffen immer noch, dass sich letztendlich Qualität durchsetzt. Wir werden sehen. Bis dahin arbeiten wir weiter in unserer gewohnten Qualität und ohne gekaufte Zahlen. Bei der “SEO-Klinik” stand unsere Seite auf dem Prüfstand und wir waren schon erstaunt, was man so alles aus unseren Zahlen ablesen kann. “Wir sind fleißig und haben aber keine Zeit.” Ja, das trifft es genau. Es gab wertvolle Tipps, die wir dann auch bald mal umsetzen werden. Schließlich haben wir etwas über “Machine Learning” gehört. Ein sehr spannendes Thema, was wohl auf den nächsten Barcamps noch öfter vorkommen wird. Aber auch hier schwirrte mir leicht der Kopf, weil es doch etwas komplex ist und man sich damit genauer auseinander setzen muss. In der Feedbackrunden gab es wenig Verbesserungsvorschläge. Das Castlecamp ist halt gut so, wie es ist. Nach dem gewohnt guten Mittagessen, gab es die traditionelle Abschluss-Session, die so lange dauert, wie sie dauert. Und diesmal hat sie gedauert. Es ging um “Strukturierte (verlinkte) Daten”. Rainer Edlinger hat aus dem Nähkästchen vom SalzburgerLand geplaudert und erklärt, wie sie tausende von Einträgen geschrieben haben, um Google anzufüttern, sich doch bitte bei den Daten zu bedienen und so die Destination gut darzustellen, anstatt – wie bisher – sich bei altes Datenmaterial zu verwenden und damit oft überholte Informationen zu verbreiten. Eine tolle Abschlusssession.

Fazit

Für mich war es seit langem mal wieder ein Barcamp mit wirklich neuen Dingen, so dass man mit surrendem Kopf weg ging, weil man einiges zum Nachdenken und Nachlesen mit genommen hat. Es muss ja nicht immer ganz so krass sein wie auf dem Almcamp, so dass im minutentakt getwittert wird: “Ich bin raus.” Unsere Entscheidung, dieses Jahr wieder verstärkt Barcamps zu besuchen, war gut und richtig. Um zu den anfänglichen erwähnten Barcamp-Regeln zurück zu kommen. Ich würde mir wünschen, dass Sessions, die fast schon standardmäßig auf mehreren Barcamps hintereinander gehalten werden, keinen Platz mehr auf dem Castlecamp finden.

Unterkunft

Gewohnt haben wir übrigens wieder im ActivebyLeitners. Dem Wohlfühlhotel mit Hängematte und besonderem Flair: Einfach schön, wenn man persönlich begrüßt wird. Und die Lavendelblüten auf dem Nachttisch haben den schwirrenden Kopf schnell beruhigt und für einen tiefen Schlaf gesorgt. Danke!😘

Rückblick

Alle weiteren Blogposts zum Castlecamp werden hier gesammelt: Rückblick #cczk17 Wir freuen uns jedenfalls schon auf nächstes Jahr.

Und hier noch ein paar Impressionen:

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