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BarCamp

Endlich haben wir es mal wieder zum Barcamp Südtirol geschafft. Beim aller ersten Mal waren wir dabei und dieses Jahr dann endlich wieder. 

Zunächst hatten wir ein paar Probleme mit unserer Hotelbuchung. Nach einer Stornierung haben wir dann schnell eine schöne Ferienwohnug direkt beim Kurhaus gefunden. Und schon konnte es losgehen.

Das Get-Together war auch 2019 noch sehr überschaubar. Insgesamt waren wir zu dritt.

Am ersten Barcamp-Tag war der Saal im stattliche Kurhaus aber dann prall gefüllt. Schön zu sehen, dass das Barcamp so gewachsen ist. Die Sessionplanung war etwas verhalten, aber es gab genügend interessante Themen. 

Hier die Sessions, die ich besucht habe:

Sport & Ernährung

Es ging gleich los mit einigen sehr einfachen Übungen, die man auch im Hotelzimmer oder auf Reisen machen kann. Sehr schön. Weiterhin habe ich gelernt, dass auch eine Baumumarmung Sport ist, weil dabei Glückshormone ausgeschüttet werden. Eine Idee, die ich verfolgenswert finde war: Zur Hotelkundenbindung kleine Videos mit dem Fitnesstrainer für zu Hause machen. So bleibt man als Unterkunft immer im Gedächtnis.

Bisher hat sich noch keiner beschwert

Das war meine eigene Session. Ich habe ein paar Themen aus dem Buch aufgegriffen und erneut bestätigt bekommen, dass es in Unterkünften eine Menge kleiner Ärgernisse gibt, die man eigentlich vermeiden könnte. Aber wie meinte eine Teilnehmerin: “Der Rezeptionistin ist der Gast scheißegal.” Hier gibt es noch einiges zu tun. Gerade bei den kleinen emotionalen Dingen, die dem Gast den Aufenthalt etwas netter gestalten könnten. 

Erlebenishandwerk

Die Ankündigung klang sehr interessant. Eine Plattform für traditionelles Handwerk in Südtirol. Eigentlich genau unser Thema. Allerdings entpuppte sich die Session als Anfrage für Gratisberatung. Das ist nicht wirklich Barcamp-like. Deswegen bin ich auch gegangen. Hätte man erst mal erklärt, was man bisher alles unternommen hat und auch Zahlen genannt, wäre es deutlich besser gewesen. Aber zu sagen: Hier ist meine Plattform. Erzählt mir mal, was ich besser machen kann, war doch etwas sehr plump. 

Nach dem Mittagessen auf der Terrasse an der Promenade in Meran ging es weiter mit einer Keynote

Instagram und Influencer

Es gab interessante Einblicke zur Zukunft von Instagram und facebook. Es geht mehr zum direkten Kontakt oder in geschlossene Gruppen. Der eins-zu-alle-Post wird immer mehr verschwinden. Bei instagram wird es die Möglichkeit zum Direktkauf geben. Vorerst für Produkte, aber Dienstleistungen werden sicher folgen. Allerdings sollen auch Spenden möglich sein. Ob nur an vorgegebene Organisation oder auch an selbstgewählte, konnte ich nicht herausfinden. Influencer werden wohl weiterhin eine große Rolle spielen. Statt simpler Followerzahlen und Likes (die wohl nicht mehr angezeigt werden) soll es vermehrt um Engagement gehen. 

Internet of Things

Aus dieser Session habe ich mitgenommen, dass die User sich immer noch schwer tun, eine App auf dem eigenen Gerät zu installieren. Bluetooth ist hingegen kein Problem mehr. Das braucht man ja täglich zum Musikhören oder zum Telefonieren im Auto. Das ist bekannt. GPS hingegen ist oft zu ungenau. Als Beispiel wurden zwölf Stationen in einem Chorraum in einer Kirche gezeigt, an denen man Informationen erhalten konnte.

Visual Storytelling

Wir wissen es eigentlich schon. Geschichten wirken. Ein Satz der hängen geblieben ist: Wir merken uns nicht die Namen von Personen sondern deren Geschichten. Hier haben auch ein bißchen zeichnen gelernt.

Better Photos

Achim hat über sein Lieblingsthema gesprochen: “Ganz nah ran.” Und er hat alle wieder raus auf die Terrasse gelockt.

ADAC Reise-App

Der ADAC plant eine umfassende Reiseapp, die die bisherigen Reisedienstleistungen wie Karten-Set oder Reiseroutenplanung auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten zusammen fassen soll. Hierfür werden vor allem noch touristische Daten gebraucht. Wie hieß es so schön: Egal ob open oder closed; Hauptsache Data!

Und damit war Tag eins auch schon beendet und es ging zum Apero und Netzwerken in eine nahe gelegene Szenebar.

Tag 2

Tag 2 fühlte sich fast an wie “almcamp”. Da nur noch wenige Teilnehmer da waren, gab es nur noch einen Session-Slot. Und so waren alle Barcamper in jeder Session anwesend. 

Virtual Reality

Einige Leute durften eine Brille testen und es es wurden Möglichkeiten und Projekte vorgestellt. 

CC0-Lizenzen

Da Südtirol in letzter Zeit immer als Vorzeigebeispiel für CC0-Lizenzen in der Fotografie dargestellt wird, hat Achim mal seine Sicht der Dinge als Fotograf dargestellt und die Gelegenheit genutzt, Touristiker und einen anwesenden Kollegen nach den Erfahrungen zu fragen. Dabei wurden einige Dinge relativiert.

Es gibt kein Gesetz, das vorschreibt, dass Fotos, die mit Steuergeldern finanziert werden CC0 lizenziert sein müssen. Die Fotografen sind zurückhaltend und die Preise für Fotos unter der Lizenz sind gestiegen. Lediglich im Veranstaltungsbereich haben sich solche Fotos durchgesetzt und dort sind die Preise nach einem anfänglichen Anstieg wieder gesunken. Touristiker fragen vermehrt nach der Lizenz, vor allem, weil bisherige Fotos gar keine Nutzungsrechte haben. Dies ist in der Vergangenheit versäumt worden. Und mit Blick auf die Zukunft, möchte man jetzt möglich umfangreiche Nutzungsrechte.

Das Wissen über die sehr schwierigen rechtlichen Gegebenheiten war unterschiedlich und in der Diskussion wurden erneut Begriffe wie Urheberrecht, Nutzungsrecht und Exklusivrecht durcheinander geworfen und verwechselt. Fazit: Es ist kompliziert und es besteht viel Klärungs- und Aufklärungsbedarf. Aber von Vorzeigedestination Südtirol kann im Zusammenhang mit diesem Thema keine Rede sein. 

Wir hatten über das Thema ja auch schon hier geschrieben.

Social Media in der Kritik

In dieser Session ging es um die negativen Seiten von Social Media. Die Dienste haben sich leider von den Hoffnungen der Anfangszeit auf ein freies vernetzendes Internet wegentwickelt zu schnöden Verkaufsplattformen. Einige Firmen kehren den Diensten schon den Rücken und es ist fraglich, ob sich dezentrale Dienste wie Mastodon durchsetzen werden. Das Indieweb ist noch zu kompliziert. Aber hoffentlich werden uns Blogs noch lange erhalten. 

Erlebnis-Box

Einige haben sich an ein Erlebnis-Quiz gewagt. Ich war leider nicht dabei und kann nicht viel dazu sagen.

Herausforderungen beim Aufbau digitaler Datenstrukturen

Ähnlich wie die CC0 Lizenz gibt es noch eine ganze Reihe Herausforderungen beim Aufbau digitaler Datenstrukturen. So arbeiten gleich einige Destinationen an solchen Strukturen und es gilt einheitliche Standards zu finden. Fazit: Es gibt sehr viel zu tun, aber es lohnt sich. 

Fazit

Ein tolles Barcamp. Warum haben wir eigentlich eine so lange Pause gemacht? Beim nächsten Mal sind wir wieder gerne dabei. Ich fand es sehr schön, dass es dreisprachig war. Und die Sessionsprache hat sich ganz selbstverständlich ergeben. Sehr schön! Bitte mehr davon. Eine Barcamp-Regel müssen wir noch einführen: “Alle Teilnehmer sind per Du.”

Danke an die Organisatoren und die Sponsoren und an alle Teilnehmer.

#bsc19

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Workshop

So hieß der Vortrag von Achim auf der 16. Tourismusbörse in Bad Schandau. Im Nationalparkzentrum haben sich rund 70 touristische Akteure präsentiert und es wurden die ersten fotografenfreundlichen Betriebe ausgezeichnet. Zusätzlich gab es noch drei Vorträge im Programm.

Einer davon hieß eben “Eindrucksvolle Werbung mit Guten Fotos”.

Uns fällt immer wieder auf, wenn wir Websiten betrachten oder selbst eine Unterkunft suchen, dass wir verzweifelt auf der Suche nach Fotos sind.

Wie sieht das denn aus? 

Das ist heutzutage wohl die wichtigste Frage? Wie sieht das Hotel von außen aus? Wie sieht die Ferienwohnung aus? Aber leider bekommt man sehr oft auf diese Frage keine Antwort. Oder nur schwammige Antworten; im übertragenen Sinne. Die Fotos sind klein, sehr klein. Und sie lassen sich nicht vergößern. Sie sind unscharf oder zu dunkel. Die Fotos zeigen nicht, was mich als potentiellen Gast interessiert. Und sie zeigen nicht die Zusammenhänge. Ist das jetzt das Schlafzimmer im ersten Stock? Und kommt man von da auf den Balkon? 

Was ist das wichtigste an einer Unterkunft?

Das ist eindeutig das Bett und das Dach überm Kopf. Dann zeigt das bitte auch gleich, wenn ich auf die (Buchungs-)seite komme. Wie oft sehen wir bei großen Buchungsportalen zunächst unwichtige Details wie Blumendeko oder Seifenschale im Bad, bevor wir mal einen Blick auf das Haus, geschweige denn auf ein Zimmer erhaschen können. 

Und wenn es dann Fotos gibt, versuchen wir Details zu erkennen. Hat die Küche eine Spülmaschine? Mist da steht die Blume davor auf dem Küchentisch. Das kann ich nicht erkennen. Welches Haus auf dem Foto ist es denn jetzt? Ist das das Hotel? Da steht gar nichts dran. 

Deswegen hier ein paar Tipps für die Eigendarstellung mit Bildern:

1.  Große Fotos. 

Wenn es kleine sein müssen, dann sollten sie mit einem Klick zu vergrößern sein.

2.  Das Haus von außen

Am besten so, wie man es bei der Anreise sieht. Dann erkennt man es leicht wieder.

3.  Das Zimmer/Die Wohnung

Das ist es, wofür der Gast sein Geld ausgeben soll. Zeige das ganze Zimmer aus verschiedenen Perspektiven.

4.  Zeige den USP

Tja, hier fangen jetzt einige an zu überlegen. Macht das! Und dann zeigt das!

5.  Fokus

Wenn Du ein bestimmtes Detail darstellen willst, dann zeige es auch. Lasse alles unnötige drumherum weg. Geh ganz nah ran!

6.  Grundriss

Wenn es keinen Grundriss von Wohnung oder Zimmer gibt, dann zeige mit Fotos die Zusammenhänge. Lass die Türen leicht offen stehen, damit man sieht, dass man von hier in einen weiteren Raum gelangt. Zeigen dann den nächsten angrenzenden Raum auf dem Foto.

7.  Sortieren

Zeige die Bilder in der logischen Reihenfolge. Also springe nicht vom ersten in den zweiten Stock und wieder zurück. Wechsle nicht zwischen draußen und drinnen ab. 

8.  Beschriftungen

Wenn es auf den Fotos nicht eindeutig darstellbar ist, dann beschrifte die Fotos. Oder nutze Überschriften: Das Erdgeschoss. Der Garten. Das Bad vom Schlafzimmer aus zu erreichen. Male einen Pfeil oder einen Kreis um die Fenster Deiner Ferienwohnung. 

9.  Ordnung

Räume auf. Wenn zu viel in einem Bild zu sehen ist oder Sachen unordentlich sind, dann fällt es dem Betrachter schwer seinen Blick zu fokussieren. Wenn Du die Wohnung zeigen willst, dann zeige sie. (s. auch Punkt 5) 

10. Ehrlichkeit

Sei ehrlich. Zeige alles, so wie es ist. Wenn direkt nebem dem Haus eine Straße verläuft, dann zeige sie. Spätestens wenn der Gast da ist, wird er sie sehen (und hören). Oder er schaut vorher schon auf google maps nach. Retuschiere nichts weg. Aber verweise zum Beispiel auf Deinen neuen Schallschutzfenster.

Dieser Vortrag kann gerne bei uns gebucht werden.

Er besteht aus einem einführenden Teil mit vielen Erläuterungen und Bildbeispielen und einem zweiten interaktiven Teil. Hierbei können Teilnehmer aus dem Publikum ihre eigenen Seiten vorstellen und vom Moderator sowie von allen – nun sensibilisierten – Anwesenden Meinungen zum eigenen Angebot einholen.

Und nebenbei entstehen sehr interessante Diskussionen, die dem touristischen Unternehmen wertvolle Rückmeldungen geben. Auch ist es ein große Chance zum Netzwerken.

Ihr habt Interesse? Schreibt uns eine E-Mail oder ruft einfach an!

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