Fotostory, Rheinland-Pfalz

Durch die Eifel ohne Bagger

Wer kennt ihn nicht den Spruch: Herzlichen Glückwunsch Sie haben eine Baggerfahrt durch die Eifel gewonnen. Ich hab ja auch geforscht, aber nix gefunden, wo der Spruch wohl herkommt… Wir waren jetzt eine Woche in der Eifel und mit einem Bagger wären wir auch nicht weit gekommen, denn die Eifel ist richtig groß. Nicht nur, dass sie sich über zwei Bundesländer erstreckt, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, sie umfasst eben auch ein großes Gebiet. Unterteilt wird sie auch in x Untereifeln. Rureifel, Vulkaneifel, Nordeifel… Während die Rureifel ganz klar auf den Rursee Bezug nimmt und die Vulkaneifel durch die deutlichen Überreste von Vulkanen besticht mit Maaren, Geysiren und Lavafelsen, weiß man nicht so recht, was die Nordeifel zu bieten hat. Spaß beiseite. Wir waren untergebracht in einem schnuckeligen kleinen Fachwerkhäuschen in Lommersdorf, einem Ortsteil von Blankenheim: Ferienhaus Höppches. Und empfangen wurden wir mit einem riesigen Fresspaket voll mit regionalen Produkten. Absolut genial. Von Lommersdorf sind auch unserer Entdeckungstouren gestartet. Da die Eifel viele Täler, Schluchten und Bäche hat, fährt man hier allerdings auch immer etwas länger… Aber nicht immer. Gleich am ersten Abend sind wir nach dem Essen noch mal kurz vor die Tür gegangen und gleich hinter dem Haus führt ein Weg auf einen Hügel mit einem weit sichtbaren Kreuz. Allein schon von diesem Hügel hat man eine tolle Aussicht. Und der Sonnenuntergang war wunderschön. Am nächsten Tag haben wir uns dann ins Auto gesetzt und sind Richtung Gerolstein gefahren. Dort gibt es nicht nur den berühmten Sprudel sondern auch eine sehr imposante Kirche. Die Erlöserkirche. Sie ist übersät mit Mosaiksteinchen und mutet fast orientalisch an, weil sie so glänzt und strahlt. 24 Millionen vergoldete Sternchen sollen es sein, die 40 Arbeiter hier angebracht haben. Also nachgezählt haben wir sie nicht… Dafür ziemlich lange bewundert. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr ja mal hier gucken, da könnt Ihr in das Bild reinzoomen und die vielen kleinen Steinchen betrachten: Erlöserkirche zum reinzoomen 1 Erlöserkirche zum reinzoomen 2 Es gibt auch eine kleine Schwester: die Erlöserkapelle. Also Kapelle ist schon etwas untertrieben, aber auch sie hat diese tollen goldenen Mosaike und liegt direkt an einem Wanderweg. Also ruhig mal rein gehen. Nach den Gebäuden ging es dann in die Natur. Und zwar zum Nationalpark. Der hat mehrere Tore, von denen geführte Touren mit Ranger starten und dort gibt es Touristeninformationen und auch Ausstellungen zum Teil richtig schön interaktiv. Natürlich kann man auch auf eigene Faust einen der vielen vielen Wanderwege begehen. Die Auswahl an Wegen ist riesig, ob regionale oder Weitwanderwege, ob Prämium oder Themenpfad. Da fällt einem die Entscheidung ganz schön schwer. Wir waren bei der Abtei Mariawald und sind ein Stück den Kreuzweg gegangen, der auch nach Heimbach führt. Anfangs sind die Stationen in die Klostermauern integriert, aber dann stehen sie mitten im Wald neben einem Bach zwischen riesigen Buchen. Malerisch. Malerisch sind auch die verschiedenen Landschaften. Immer wieder kann man weit blicken, über Heidelandschaften mit Wacholder oder große Getreidefelder unterbrochen durch Büsche oder Bäume. Manchmal sticht ein Solitärbaum in beeindruckender Größe heraus. Es geht bergauf und wieder bergab. Dann auch schon mal in eine dunkle Schlucht oder zwischen Felsen hindurch. Bei Nideggen haben wir uns die wunderschönen fast violetten Kletterfelsen angeschaut. Auch für Nichtkletter ein tolles Schauspiel. Hier kann man die Vulkanherkunft richtig sehen. Der Ort Nideggen ist klein aber hat eine hübsche Altstadt und eine Burg.

  Burgen und Burgruinen gibt es hier fast an jeder Ecke. Wir haben uns die Burg Olbrück mal genauer angesehen. Eine Ruine auf einem Hügel mit einem Wohnturm. Von da oben hat man einen tollen Rundumblick bis nach Köln. Oder bis zu den nächsten Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, wie zum Beispiel das Rodder Maar.   Da sind wir dann gleich als nächstes hingefahren. Ein kleines Maar, aber inmitten schöner Landschaft und ein Paradies für Wasservögel. Hier gibt es auch wieder jede Menge Wanderwege. Einen besonderen Weg haben wir uns noch angeguckt und zwar einen Traumpfad. Wir haben den Höhensteig gewählt mit den Trasshöhlen. Völlig faszinierend. Diese alten Abbaustollen sind frei begehbar bzw. der Wanderweg führt mitten durch die Höhlen durch. Keine Angst, sie sind nicht lang und man braucht auch keine Taschenlampe. Der Traumpfad macht hier seinem Namen alle Ehre und man geht wirklich einen schmalen Trampfelpfad entlang, der allerdings sehr gut beschildert ist. Zufälligerweise waren wir genau zur richtigen Zeit vor Ort, so dass wir auch noch die Brohltalbahn gesehen haben. Sie sieht aus wie eine Spielzeugeisenbahn. Und fährt super langsam. Weil wir schon einmal bei den Felsen waren sind wir gleich noch in die Wolfsschlucht zum Wasserfall gegangen. Schon interessant zu sehen, wie sich so ein Bach den Weg bahnt. Nach der dunklen Schlucht zog es uns wieder ans Licht und wir haben den Lydiaturm bestiegen. Wieder eine sehr weite Aussicht und diesmal auch auf den Laacher See. An unserem letzten Tag haben wir uns noch aufgemacht zum wachsenden Wasserfall, den Dreimühlen Wasserfall. Er entsteht dadurch, das sich Calcit absetzt und sich immer mehr auftürmt. Es ist nicht wirklich ein fallendes Wasser sondern eher ein tröpfelndes. Aber auch sehr fanszinierend. Und wir ware noch in der Wacholderheide. Hier gibt es auch einen alten Kreuzweg und sehr interessante Vegetation zum Beispiel mit wilden Orchideen. Die Eifel hat sooooooo viel zu bieten. Und ist groß. Also am besten nicht mit dem Bagger erkunden sondern mit dem Auto – oder Rad – oder zu Fuß…