Die Meurers auf der Walz

Tourismuscamp Bonn, Rhein-Sieg, Ahr 2018

Auch wenn keine Regeln beim #tcbrsa18 – dem Tourismuscamp Bonn, Rhein-Sieg und Ahr 2018 – verlesen wurden, so möchte ich mich doch an “You do blog about barcamp.” halten.

Zunächst einmal Kompliment an Soledad von Bonn Touren und das Team von Bonn Digital, dass sie es geschafft haben, woran andere Tourismusbarcamps seit Jahren werkeln: Es war eine grandiose Zusammenstellung der Teilnehmer. Städteführer, Reiseveranstalter, Rechtsanwälte, Politikerinnen, Tourismusinfos, Hoteliers, Ferienwohnungsvermieter, Berater, Touristiker, Marketingleiter großer ansässiger Unternehmer, Twitterer, Instagrammer und Bonner trafen sich an zwei Tagen, um gemeinsam zu überlegen, was man in Bonn touristisch tun kann und soll.

Zu Beginn traf man sich zu einem kleinen Frühstück und konnte schon mal kräftig netzwerken. Anschließend ging es zur Vorstellungsrunde und Sessionplanung. 

Da es ein kleines feines Barcamp war, fand ich vier parallele Sessions schon fast zuviel und einige Teilgeber hätten sich – wieder mal – gerne geklont, um an zwei verschiedenen Sessions gleichzeitig teilnehmen zu können. Und erneut erwies sich die Abfrage der Interessenten an einer Session als trügerisch, weil man eventuell für alle vier parallelen Sessions sein persönliches Interesse bekundet hatte.

Airbnb

Meine erste Session war zum Thema Airbnb. Darüber wird heutzutage viel diskutiert. Einige Städte verbieten Vermietungen über die Plattform. In anderen Städten wenden sich Einwohner an Touristen, die über Airbnb gebucht haben und professionelle Vermieter ärgern sich über die halblegale Konkurrenz.

Ich war mit Heinz alleine in der Session, aber wir haben – ganz im Barcamp Gedanken – unser Wissen ausgetauscht und für die, die nicht dabei sein konnten sogar eine Art Resumé geschrieben:

Fazit: Jeder kann gerne über Airbnb vermieten, wenn er sich an die Regeln hält, also z.B. die Wohnung als Ferienwohnung umwidmet, entsprechend umbaut und alle Abgaben zahlt.

Tausend Betten mehr für Bonn

Nach dem Mittagessen, ging es dann für mich weiter mit einer Diskussionsrunde zur Zukunft der privaten Hotellerie, wenn es demnächst tausend weitere Betten im Billigbereich in Bonn geben wird. Hier zeigte sich wieder, was uns bei unserer täglichen Arbeit auffällt. Viele Hoteliers kennen ihren USP nicht und können ihre Werte nicht darstellen und viele ahmen nach, was die Marktbegleiter tun. Für mich als Gast braucht sich niemand mit den großen Billigketten messen. Wenn ich von A nach B fahre oder an einem Barcamp teilnehme, dann brauche ich nur einen Platz zum Schlafen. Dann tut es auch eine preiswerte Kette. Möchte ich mir aber eine schöne Zeit machen, dann brauche ich einfach mehr Platz und mehr Komfort und mehr Service. Dann gehe ich in eine ansprechende oder luxuriöse Unterkunft.

Das Angebot dazu muss ich aber dann auch schnell finden. Und ich muss es ohne viel Aufwand auch gleich buchen können. Am liebsten beim Hotel direkt. Und das ist auch im Jahre 2018 gar nicht so einfach. Und bitte zeigt mir – in guten (!) Bildern, wie es bei Euch aussieht. Nicht umsonst muss man als Vermieter bei den gängingen Buchungsplattformen eine Mindestanzahl von Fotos einstellen. Hier ist noch viel Luft nach oben.

Bisher hat sich noch keiner beschwert

Anschließend hatte ich meine eigene Session. Ich hatte angeboten, eine Art szenische Lesung aus meinem neuen Buch zu machen. Dabei hat sich gezeigt, dass sehr viele Dinge, über die ich schreibe, auch von anderen Gästen bemerkt und bemängelt werden. Hier liege ich also goldrichtig. Oft gaben mir die Teilnehmer das nächste Stichwort mit ihren Erfahrungen vor und so haben wir verschiedene Punkte angesprochen und diskutiert. In einem persönlichen Gespräch habe ich nachher erfahren, dass meine Anmerkungen auch auf andere Bereiche und Branchen angewendet werden können. Es geht darum, dem Gast oder dem Kunden zuzuhören. Und ihm ein entsprechendes Angebot zu machen. 

Fazit: Mein Buch trifft den Nerv der Gäste und es geht um Kleinigkeiten, die aber einen sehr großen Unterschied machen. Ein Tipp aus meinem Buch: Einfach mal im eigenen Hotelzimmer übernachten oder in der eigenen Ferienwohnung wohnen.

Wer sich für mein Buch interessiert, kann sich gerne an mich wenden. Es gibt auch Kooperationsmöglichkeiten mit eigenem Logo auf dem Umschlag. Sprecht mich einfach an -> buch@meurers.net

Das Hotel Collegium Leoninum

Die letzte Session an diesem Tag war eine Führung durch das Hotel Collegium Leoninum, in dem das Barcamp in liebevoll gestalteten Räumen statt fand. Das Vier-Sterne-Hotel hat eine bemerkenswerte Besonderheit: Es ist gleichzeitig auch Seniorenresidenz. Die verschiedenen Bereiche sind absichtlich nicht baulich oder räumlich getrennt sondern fließen ineinander. Sehr schön! Ich hatte schon angeregt, beim nächsten Mal die Bewohner einfach zum Barcamp einzuladen. Sie hätten sicher einiges beizutragen…

Damit war Tag 1 beendet. Sehr gut fand ich die Aufteilung auf Freitag und Samstag, so dass einige Barcamper geschäftlich und andere privat teilnehmen konnten.

Tag 2

Der nächste Tag begann wieder mit einem Netzwerkfrühstück, der Vorstellungsrunde und der Sessionplanung.

Zusammenarbeit mit Google

Diese Session hat mich sehr interessiert, da wir ja auch in unserer Arbeit immer mit anderen Personen zusammen arbeiten und verschiedene Dokumente und Informationen austauschen. Bisher hatten wir dazu noch nichts gefunden, was zu uns passte und womit auch andere, ständig wechselnde Partner, arbeiten. Die Möglichkeiten von den verschiedenen Apps von Google hörten sich gut an.

Manko: Nötiges WLAN, was oft in den schönsten Landschaften oder Unterkünften nicht ausreichend vorhanden ist und die Datenproblematik, die dann auch am Ende der Session diskutiert wurde. Will man all seine geschäftlichen Daten auf einem amerikanischen Server speichern?

Bonner Geschichten

Nach dem Mittagessen ging es für mich weiter mit einer weiteren Gesprächsrunde zum Thema Bonner Geschichten. Wie kann man über und aus Bonn erzählen, Informationen weitergeben und auf interessante Veranstaltungen hinweisen. Die Rezensionen kommen eventuell erst, wenn die jeweiligen Events vorbei sind.

Bonn hat schon eine große umtriebige Gemeinschaft. So gibt es über 1000 Blogs, jede Menge aktive Twitterer und Instagrammer und Menschen, die ihre Stadt und Region einfach mögen und sich gerne engagieren. Es wurden verschiedene Projekte angesprochen und vorgestellt. Zum Beispiel der Blogroman von Kleiner Komet, der in der Region spielt.

Diskutiert wurden Möglichkeiten der Vernetzung. Fragen nach (auch offizieller) Unterstützung und neuen Projekten. Hier konnte ich viele Beispiele aus meinem täglichen Tun einbringen. Schließlich lernen wir von Woche zu Woche viele touristische Beispiele kennen.

So wollten in einer Region Instagrammer schon lange einen Instawalk veranstalten, suchten nach Unterstützung des Stadtmarketings und trauten sich einfach nicht, nachzufragen. Tipp: Liebe Tourismusverantwortliche. Bitte kommuniziert einen Ansprechpartner mit E-Mail und Telefonnummer, den man fragen darf. Oft brauchen solche Initiativen lediglich einen Türöffner. Fashionblogger möchten zum Beispiel in ein architektonisch interessantes Gebäude, um schöne Hintergründe für ihre Fotos zu haben. Oder man möchte auch mal in einen Park bei Nacht, obwohl dieser offiziell ab 20 Uhr geschlossen ist. So etwas ist in den meisten Fällen zu organisieren und nicht mit großen Kosten verbunden. 

Andere Städte oder sogar Länder setzen auf Rotation Curation. Das bedeutet: In regelmäßigen Abständen werden Social Media Kanäle von anderen Personen übernommen und bespielt. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, wurde diese Idee auch bereits für Bonn umgesetzt:

@BonnerLowe

Instawalk auf dem Friedhof

Die letzte Session war wie an Tag 1 ebenfalls ein Rundgang. Diesmal auf dem Alten Friedhof. Ein Kleinod mitten in der Stadt direkt gegenüber des Hotels und ein toller Ort für ein #tweetup einen #socialmediawalk oder einen #photowalk. Ich hab natürlich gleich an einen Rundgang bei Vollmond denken müssen. Wer organisierts?

Fazit

Danke an Soledad und das Team von Bonn digital. Danke an alle Sponsoren. Und danke an das Hotel für die tolle Unterbringung. Die Organisation war gut und flexibel. Die Abwicklung für die Tickets einfach und schnell. Das WLAN war stark und beständig. Und die Teilgeber bunt gemischt. Es war ein kleines feines Barcamp und auch als Halbaußenstehende kann man etwas beitragen. Gerne sehen wir uns auf dem #tcbrsa19 wieder.