Rheinland-Pfalz

Employer Branding in der Schernau

„Die Schernau“ ist ein Alten-, Pflege- und Übergangsheim mit einer langen Historie. Leider ist im Laufe der Jahrzehnte der Ruf der Einrichtung nicht der Beste gewesen. Öffentlichkeitsarbeit war früher eher unbekannt und so kommt es, dass bis heute die Menschen ein recht negatives Bild von der Einrichtung haben. Was sich alles in den letzten Jahren dort getan hat, hat dagegen kaum jemand mitbekommen. Und wie das so ist, hält sich das negative Image hartnäckig.

Unsere Aufgabe war es, die Schernau mit ihren Eigenheiten und Aufgaben darzustellen. Es war unser zweiter Aufenthalt. Beim ersten Mal haben wir schon recht viel Material gesammelt, so dass der neue Webauftritt schon fast ausschließlich Bildmaterial der Meurers enthält.

Die Schernau

Die Aufgaben waren:

  • Tätigkeiten darstellen
  • Einwohnerprogramm abbilden
  • Mitarbeiter- und Vorstandsfotos
  • Gebäudefotos innen und außen
  • Ausstattung zeigen
  • Beobachten und Hinterfragen

Zunächst gab es – wie immer – ein ausführliches Briefing

Die Herausforderung war, den Betriebsablauf so wenig wie möglich zu stören und ihn aber doch abzubilden und die Einwohner respektvoll in Szene zu setzen. Weiterhin galt es, die Mitarbeiter zu Einzelfotos zu überreden, denn kaum jemand möchte gerne fotografiert werden.

Am ersten Tag sind wir durch die gesamte Einrichtung gezogen und haben uns überall vorgestellt und von den Plänen für die nächsten Tage erzählt. Auch die Bewohner sollten Zeit haben, sich an uns zu gewöhnen.

Wir brauchten Namenslisten und Pläne, da ja bedingt durch den Schichtdienst jeweils unterschiedliche Mitarbeiter vor Ort sind. Neben diesen Plänen ging es auch um die Darstellung von Tätigkeiten und Ausstattung. Hier brauchten wir die Anregungen und Vorschläge der Mitarbeiter, da wir diese speziellen Dinge nicht kennen. Weil wir die Menschen gerne bei ihrer Arbeit zeigen, mussten wir auch hier wieder ganz ganz viele Fragen stellen, um herauszufinden, wann und wie jemand was macht.

Besonders schwierig war es, einzelne Personen abbilden zu können. Viele mögen sich selber nicht gerne auf Fotos sehen oder haben in Kindheit oder Vergangenheit sogar ziemlich negative Erfahrungen mit Bildern gemacht. Hier brauchten wir viel vorsichtige Überzeugungskraft, um die Menschen vor die Kamera zu bekommen.

Ganz wichtig ist erst Mal reden und hinterfragen. Dann kann man auf die spezifischen Bedenken eingehen. Sehr sehr wichtig ist auch, das Foto sofort zu zeigen und zu besprechen, ob es so okay ist oder ob es neu gemacht werden soll. Wir haben auch herausgefunden, dass das Agieren vor einer Kamera für viele einfach ungewohnt und fremd ist. Sie wissen nicht, was sie tun sollen. Diese Unsicherheit wirkt sich sofort körperlich aus und die Personen werden steif, verkrampfen und halten den Atem an.

Hilfreich ist tatsächlich die Personen bei der Arbeit aufzunehmen, weil sie da in ihrer gewohnten Tätigkeit sind und sofort locker werden und gelöste Gesichtszüge bekommen. Der Gruppenzwang ist auch nicht zu verachten. Sobald jemand aus einem Team Fotos ablehnt, lehnen auch die restlichen Teammitglieder schnell ab. Umgekehrt funktioniert der Gruppenzwang aber auch und so boten sich im Laufe der Zeit immer mehr Teams, Mitarbeiter und Einwohner für Fotos an.

Gut, dass wir jeweils so lange vor Ort sind und uns in die Einrichtung einfügen können. Die Aufenthaltszeit ist auch gut für Wiederholungen und um Wetterkapriolen auszugleichen, zum Beispiel bei den Außenaufnahmen. Aber auch bei den Tätigkeiten. Beim ersten Mal schauen wir uns an, was gemacht wird und überlegen dann, wann wir es am Besten dokumentieren können.

Auch hier wurde unser Zeitplan oft verändert, da zum Schichtwechsel zwar viele Mitarbeiter für Fotos bereit stehen, gewisse Arbeiten und Handgriffe zu der Zeit aber gar nicht mehr gemacht werden. Hier braucht es viel Organisationsarbeit und sehr gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen.

Was wir bei unserer Arbeit erleben, sehen und mitbekommen, halten wir in einer Art Protokoll fest. Auch wie wir uns fühlen und was wir für Eindrücke bekommen haben, berichten wir. Denn auch das ist wichtig für das Employer Branding. Schöne Fotos alleine reichen nicht aus. Es muss alles stimmig sein. Und so sind unserer zusätzlichen Beobachtungen sehr wichtig für den Auftraggeber.

Ergebnis
208 Fotos
4 Videos
Umfassendes feedback