Die Meurers auf der Walz, Digitalnomade

Walz und WLAN

Wir sind jetzt seit über sechs Monaten unterwegs und müssen leider feststellen, dass die Versorgung mit WLAN in Hotels und Ferienwohnungen noch einiges zu Wünschen übrig lässt. Fragt man die Unterkünfte nach WLAN, kommt meistens die Antwort: “Ja, haben wir.” So weit so gut. Abgesehen davon, dass die Meurers bisher immer das Zimmer bekommen hatten, wo es keinen Empfang mehr gab – war ja schon ein running gag – ist die bereit gestellte Bandbreite oftmals ein Witz.

Ein bisschen Internet ist wie in bisschen schwanger

Darüber hinaus ist es extrem ärgerlich, wenn zwar WLAN zur Verfügung gestellt wird, aber dieses dann in irgendeiner Weise limitiert oder eingeschränkt ist. Wir hatten da in den letzten Monaten schon die merkwürdigsten Versionen:
  • man kann E-Mails abrufen, aber keine versenden
  • bestimmte Seiten sind gesperrt; darunter google, dropbox, Facebook und co., medium, buzzfeed, onlinebanking, onlineshops, usw.
  • die hoteleigene Seite war gesperrt, aber nicht Facebook und co. und viele andere
  • kein Zugang zum eigenen Cloud-Server möglich
  • kein WLAN nach 23 Uhr!
  • zeitlich limitiert auf 3 Stunden
  Für manchen Urlauber mag das okay sein, dass er nur seine Mails lesen kann – wobei wir glauben, dass man vielleicht schon darauf antworten möchte.

Wir sind digital

Für uns hängt aber leider ein bißchen mehr dran. Nicht nur, dass wir Sachen veröffentlichen möchten und Zugang zu unserem Blog haben möchten und zu einigen Plattformen; wir leben jetzt digital. Wir sind, wie man so schön sagt, Digitalnomaden. Und damit ist die Nutzung eines funktionierenden WLANs mit einer brauchbaren Bandbreite für uns sehr sehr wichtig.

Der Internetzugang ist unsere Nabelschnur

Beispiel Post: Wir haben zwar eine Meldeadresse, aber sind dort nie. Unsere Post kommt aber dorthin. Netterweise wird sie gescanned und an uns weiter geleitet. Darunter auch so Sachen wie Krankenkasse, Finanzamt und ähnlich wichtige Dinge. Deswegen müssen wir darauf zugreifen können. Alles, was wir jetzt an Papier bekommen, fotografieren wir und speichern die Fotos. Wir können keine Aktenordner mit uns rumschleppen. Aber auf die Fotos müssen wir zugreifen können, oder sie mit anderen austauschen können. Oder das Thema online banking. Wenn das gesperrt ist und wir können unseren Krankenkassenbeitrag nicht rechtzeitig bezahlen, hat das unliebsame Auswirkungen für uns. Es ist eben nicht so, dass wir in einer Woche wieder “zu Hause” sind und dann solche bürokratischen Dinge erledigen könnten. Natürlich sind wir auch bei Facebook und Twitter und googeln mal etwas, aber eine Woche ohne Bankverbindung ist schon sehr schwierig. Für uns ist der Internetzugang wie eine Nabelschnur. Wir brauchen es. Deswegen ist eine Abschaltung um 23 Uhr oder eine Einschränkung eine Katastrophe.

WLAN ja, aber was ist mit der Bandbreite?

Weiterhin ist die Bandbreite ein Problem. “Wir haben WLAN” sagt noch nichts darüber aus, wieviel Bandbreite zur Verfügung steht. Auch, wenn die Download-Geschwindigkeit stimmt, hapert es oft an dem Upload.  

Warum der Upload für uns wichtig ist

Für uns ist der Upload deshalb sehr wichtig, da wir Fotos und Texte in die Welt hinaus schicken möchten bzw müssen. Denn dafür sind wir ja gebucht worden. Wir bloggen, twittern, facebooken etc über das Hotel, die Region oder das, was uns gerade beschäftig, mit mehr als einem Foto. So kommen doch eine Menge MB zusammen. Und wenn wir die dann nicht veröffentlichen können, ist es mehr als ärgerlich für alle beteiligten! Wenn wir umziehen, machen wir als erstes einen Speedtest. Wir nutzen die App HotelWifiTest oder speedtest.net. Wenn man dann die Hoteliers auf die Bandbreite anspricht, sind die meisten verdutzt. Manche klagen einem dann ihr Leid mit den Anbietern oder jammern, dass sie über Satellit gehen müssen und dass das alles so teuer ist.

Gratis WLAN?!

Apropos teuer. WLAN ist noch längst nicht gratis. Wir hatten schon 5 Euro pro Gerät und Woche. Oder 2,50 Euro pro Gerät und Tag. Aber das stärkste war das hier: Das ist völlig unverständlich. Dann könnten sie auch gleich schreiben: “Wir haben mehrere 10.000 Euro Personalkosten, deswegen erheben wir jetzt für den Zimmerservice pro Tag 5 Euro.” Die Kosten für die Bereitstellung von einem Internetzugang per WLAN sollten eigentlich Betriebskosten sein. Mehrere hundert Euro dürften bei dem Haus ein Kinkerlitzchen gewesen sein im Vergleich zu den Betriebskosten der Wellnessabteilung oder anderer gratis Angebote für Hotelgäste. Das bedeutet ja auch, dass die Wertigkeit nicht stimmt. Eher kauf ich für mehrere hundert Euro Blumenschmuck jeden Monat oder statte meine Angestellten mit teuren Trachten aus…

Wir müssen draußen bleiben

Es gibt auch eine gewisse Erziehungs-Haltung: Der Gast soll hier Urlaub machen und nicht in dieses Teil gucken. Die Angst und das Misstrauen vor diesem ‘Internet' sitzt noch tief. Wir treffen auch ab und zu auf solche Aushänge

Unsere mobile „Notlösung“

Wenn das Haus-WLAN nicht ausreicht, dann haben wir immer noch unseren „Handtaschenrouter“, aber je nachdem, wo wir gerade untergebracht sind, ist der Empfang auch schlecht oder manchmal gibt es eben gar keinen. Es ist ja sehr schön so mitten in der Natur zu wohnen, hat aber eben auch seine Nachteile; zumindest für uns. Das hier war das langsaaaaaaaaamste, was wir bisher hatten. Darf man das überhaupt noch Bandbreite nennen?   Hier liegt anscheinend noch einiges im Argen. Irgendwie hatten wir gedacht, 2015 wär das schon anders…

Und Ihr so?

Was habt Ihr für Erfahrungen mit WLAN auf Reisen?