Niedersachsen, Tagebuch

Woche 104: Heidebloggerevent in Bispingen in der Lüneburger Heide

Eine weitere Premiere für uns gab es in dieser Woche. Wir waren auf einem Reisebloggertreffen. Wir sehen uns selbst ja nicht als Reiseblogger, sondern bezeichnen uns als Content Produzenten, weil wir nicht unseren eigenen Blog befüllen sondern die Fotos und Texte, die wir erstellen, immer abgeben und ganz oft als Gastblogger auf anderen Blogs veröffentlichen. Lest hier auch unsere Fotostory: In der Lüneburger Heide bei Bispingen Deswegen kümmern wir uns auch nicht so ausgiebig um unsere eigene Seite, wie Reiseblogger das tun würden. Weiterhin findet man bei uns keine Fakten. Ich schreibe nicht über historische Daten, Öffnungszeiten, Eintrittspreise oder andere Details sondern bei uns geht es um die Inspiration. Es geht darum, Lust zu machen, eine Destination oder ein Hotel zu besuchen. Deswegen war das Heidebloggerevent ein spannendes Experiment, einmal auszuprobieren, ob es für uns als Waltzing Meurers passt. Was wir bisher von Presse- oder Bloggerreisen mitbekommen hatten, war, dass eine Gruppe von Bloggern zu den vermeintlichen Highlights einer Region gebracht wird und alle die gleichen Fotos gleichzeitig auf den einschlägigen Kanälen posten. Und, dass keinerlei Rücksicht genommen wird auf die Gegebenheiten vor Ort wie Wetter und Lichteinfall, Besucherdichte usw. Umso mehr hatten wir uns gefreut, dass im Vorfeld abgefragt wurde, was man denn individuell besichtigen möchte. Uns hat vor allem die Natur in der Lüneburger Heide interessiert und das verrückte Haus. Aber nach unserer Ankunft bekamen wir das Programm überreicht und da war nicht mehr sehr viel Platz für individuelles. Letztendlich haben fast immer alle Blogger das gleiche gemacht. Die Gruppe bliebt bis auf sehr wenige Ausnahmen immer zusammen. Was schade war, weil wir uns eben für bestimmte Sachen überhaupt nicht interessiert haben und in der Zeit gerne etwas anderes gemacht hätten.

  Auch unsere totale Abneigung gegen touristische Führungen wurde wieder einmal bestätig – leider. Die wenigsten Touristenführer sind in der Lage, ihre Führung auf die Gruppe abzustimmen und entsprechend zu verändern. Statt dessen wird immer der gleiche Text aufgesagt mit den gleichen Witzchen und den immer gleichen Wissensfragen à la: “Was schätzen Sie, wie alt XY ist?” oder “Wissen Sie, was YZ bedeutet?” Und “Wer weiß, wozu dieses Gerät hier benötigt wird?” Wir entdecken lieber selber auf eigene Faust und stellen gerne Fragen, die dann aber in den meisten Fällen nicht beantwortet werden können, weil sie nicht vorab gelernt wurden. Wir haben in der Vergangenheit ja auch schon Bloggertreffen veranstaltet, aber da ging es mehr um den Wissensaustausch untereinander; ähnlich wie auf einem Barcamp. Beim Heidebloggerevent gab es auch einen Workshop mit sehr interessanten Themen – zumindest in der Workshopankündigung. Leider war dieser Part dann sehr sehr kurz und die richtig spannenden Fragen konnten gar nicht mehr bearbeitet werden. Das war wirklich schade, weil es uns auch sehr interessiert hätte, was die Anwesenden oder beteiligten Unternehmen sich von Bloggern wünschen. Apropos Unternehmen… Wir hätten gerne mehr Austausch mit den beteiligten Gastgebern und touristischen Unternehmen gehabt. Leider haben fast alle nur ihr Unternehmen präsentiert und nicht einmal auf das riesige Wissen und die Erfahrung der Blogger zugegriffen. Wann hat man schon mal 15 Experten für bestimmte Themen vor sich sitzen und kann diese ganz offen befragen. Statt dessen ging es nur darum, sich zu präsentieren. Hier wurde eine riesige Chance vertan. Ich habe vor langer Zeit schon mal über das Thema geschrieben, was Blogger für Unternehmen tun können. Und hier hat sich inzwischen auch schon einiges verändert, aber der Text ist sicher noch zutreffend. Auch zum Thema Bloggerrelations habe ich mich schon geäußert. Auch hier hat sich seitdem nicht viel geändert.   Was bei uns in Erinnerung bleiben wird, ist die Landschaft und das verrückte Haus. Die Heide war wunderschön – auch ohne rosa/lila Blüten.   Und das verrückte Haus war genau richtig für uns. Hier konnten wir uns austoben und unsere Kreativität richtig ausleben. Passives Konsumieren ist nicht so wirklich was für uns, aber aktiv sein ist genau unser Ding. Und so hatten wir riesigen Spaß, uns immer neue Motive für das verrückte Haus auszudenken. Und das hat auch in der Gruppe enormen viel in Bewegung gesetzt. Das war toll.   Es sind trotzdem tolle Aufnahmen entstanden, auch wenn das Wetter mal nicht gepasst hat. Und es war sehr gut, die Lüneburger Heide mit ihrer einmaligen Landschaft kennen zu lernen. Und Netzwerken ist auch immer gut. Deswegen freuen wir uns, viele neue Blogger getroffen zu haben, so dass wir den ein oder anderen auch mal weiter empfehlen können, wenn wir wieder mal gefragt werden, ob wir jemanden wüssten.  

Fazit

Einiges hat sich genau so bestätigt wie wir es vorhergesehen haben. Für uns ist es nach wie vor schwierig, an solchen Events teilzunehmen. Wir würden aber unter Umständen wieder an einem solchen Treffen  teilnehmen, wenn das Thema passt und der Wissensaustausch nicht zu kurz kommt. Und wenn gewisse Bedingungen erfüllt werden. Wir haben eigentlich, in dieses Treffen investiert, indem wir in der Zeit nichts verdient haben. Auch hatten wir zu wenig Zeit, Content zu produzieren. Also Bilder zu bearbeiten, so dass sie veröffentlicht werden können und Texte zu schreiben. Wir können die Zeit dafür ja schlecht von unserem nächsten Auftraggeber abzwacken. Deswegen werden diese Stunden von unserer privaten Freizeit abgehen. Und einige Programmpunkte auf dem Heidebloggerevent haben unsere sowieso schon so wertvolle Freizeit vertrödelt. In der Zeit hätten wir produktiv sein können oder aber unsere Freizeit genießen können. Da werden wir dann in Zukunft deutlich genauer hinschauen wie das Bloggertreffen ablaufen soll. Komplett ausschließen möchten wir unsere Teilnahme nicht, aber die Bedingungen müssen stimmen:
  • ausreichend Zeit zur Contentproduktion
  • ausgewählte Programmpunkte
  • kein Gruppenzwang
  • ausreichend Austausch mit den Teilnehmern, aber auch mit Gastgebern und touristischen Unternehmen
  • Expertise weiter geben können
  • evtl. Kostenerstattung/Bezahlung
  • gutes WLAN! Vor allem auch im Uploadbereich
  • evtl. organisiertes Networking
Alle Fotos © Waltzing Meurers