Die Meurers auf der Walz

Radmarathon – Die Geschichte zum Foto

Wir haben es ja schon angekündigt, dass es jetzt hier im Blog öfter mal die Geschichte zu einem Foto geben wird, damit wir zeigen können, wie wir arbeiten. Beginnen wir mit dem Radmarathon Tannheimer Tal 2017. Unsere Aufgabe war klar: Den Radmarathon 2017 einzufangen. Wichtig waren die Stimmung, der Aufbau und vor allem die Verortung der Fotos. Man sollte sehen, dass es sich um den Radmarathon im Tannheimer Tal handelt. Am Sonntag sind wir angereist und haben unsere Ferienwohnung im Start-/Zielbereich vom Radmarathon bezogen. Montag morgen hatten wir unsere erste Besprechung:

An dem Tag war wichtig zu erfahren, was wann wo passiert und was vier davon dokumentieren sollen. Darunter war eben auch die oben schon erwähnte Verortung der Fotos. Für die rein sportlichen Aufnahmen waren andere Fotografen bestellt, die an spektakulären Orten darauf warteten, dass sich dort tolle Szenen ereignen. Es war also klar: Wir müssen an die Radmarathon-Strecke. Aber wo sind die schönsten Punkte zum fotografieren? Da hilft zwar fragen, aber das allein reicht nicht. Da ist die Landschaft schön bedeutet nicht auch gleichzeitig, dass das Foto toll wird. Man muss da schon einmal durch den Kamerasucher schauen.

Location Check

Wir hatten also schon ein paar Vorschläge für schöne Stellen und mit dieser Karte sind wir dann losgezogen und sind die Strecke abgefahren. Also los: Hinfahren, aussteigen, durch die Kamera gucken und ein Foto machen… Immer wieder. Weiter fahren, manchmal nicht aussteigen, weil die Umgebung fototechnisch nichts hergibt und den nächsten Punkt ansteuern. Manchmal einen Punkt vormerken und hoffen, dass noch etwas besseres kommt, wie zum Beispiel diese Kehre unten im Bild. Diese Kehre ist toll und wäre ein schönes Fotomotiv, aber sie hatte auch Nachteile: Unser Auto stand im Bild. Man hätte das Auto in einem Feldweg parken können, aber die Zufahrt zu diesem Feldweg war sehr hoch. Unser Auto ist nicht ganz geländegängig und die Zufahrt war eng. Man hätte dort nicht wenden können. Am Sonntag erwarteten wir nicht nur knapp 2000 Teilnehmer am Radmarathon sondern auch andere Fahrradfahrer, Autofahrer, Ausflügler und Teilnehmer an einem Bully-Treffen und von einem Oldtimertreffen. Dabei dann in einer Pass-Kehre rückwärts rausfahren, könnte ein Problem sein. Also weiter fahren. Weiter gucken. Weiter suchen. Die Radstrecke beträgt 130 km. Wir sind sie fast ganz abgefahren. Das Ende der Strecke mit der Wendemarke haben wir nicht aufgesucht, weil wir auch überlegt haben, wie lange wir für den Rückweg brauchen. Mit den oben genannten Überlegungen, schafft man nicht so viele Kilometer wie an einem Wochentag ohne zusätzlichen Sonderverkehr. Mit den Probeaufnahmen sind wir zurückgekommen, haben sie angeschaut und auch an unseren Kunden zur Abstimmung geschickt.

Timing ist alles

Die nächste Herausforderung: Die Zeit. So Rennradfahrer fahren auch gerne mal sehr schnell und wir mussten planen, wann wir an welchem Punkt realistischer Weise sein könnten, um dann dort zum Beispiel die Spitzengruppe fotografieren zu können. Gut, dass es dafür Zeitpläne gibt. Da steht drauf, wann ein Teilnehmer wo sein wird, wenn er wieviele Kilometer pro Stunde fährt. Mit diesem Wissen und den Orten, die wir uns rausgesucht hatten, konnten wir also jetzt planen. Einige Stellen würden sehr sportlich. An anderen hätten wir Zeit zum Warten. Sportlich war vor allem der Teil nach dem Start der langen Strecke bis zum ersten Fotopunkt. Die Planung ging sogar so weit, die “Rennstrecke” zu überlegen, wo wir entlang laufen könnten, bis zu unserem Auto, was wo parkt, damit wir bis zu dem Fotopunkt fahren können. Das war gar nicht so einfach. Bei knapp 2000 Teilnehmern zum Teil mit Begleitpersonen, macht das ganz schön viele Fahrzeuge, die alle irgendwo parken möchten. Wenn der Start läuft, dauert dies einige Minuten. In der Zeit kann man die Startstraße nicht überqueren. Daran hing dann auch die Überlegung von welcher Seite wird das Startfoto gemacht? Daran hing dann auch der Weg zu unserem Auto. Da es drei Starts gibt, bedeutet das, dass kurz nach dem ersten Start bereits die Fahrer für den zweiten und dritten Start im Start-/Zielbereich herum laufen. Gerne auch mal mitten auf der Straße. Deswegen kann man nicht mit 50 km/h durch den Ort fahren sondern muss da mit viel Hindernissen rechnen und sehr langsam fahren. Deswegen haben wir auch genau überlegt, welche Straße wir wählen. Das ging hin bis zu der Frage, ob man irgendwo links abbiegen muss und es nicht besser wäre eine Einmündung zu finden, bei der man “nur” rechts abbiegen braucht.

Workflow

Irgendwann stand alles fest. Fotoposition beim Start rechts auf einer Leiter. Kurz nach dem Start nach rechts weg zum Auto laufen. Das Absperrgitter zur Seite schieben. Durchfahren. Das Gitter wieder zu machen und dann durch Seitenstraßen zur Bundesstraße. Dort nach rechts abbiegen und zum Fotopunkt fahren. Bis hierhin sind schon einige Stunden Arbeitszeit investiert ohne präsentierbares Ergebnis. Alles nur Vorarbeit. Wir haben dann noch überlegt, eine Warnweste anzuziehen. Damit wir gute gesehen werden, wenn wir nah am Straßenrand stehen. Von den Veranstaltern gab es für uns Organisations-T-Shirts und die passenden Warnwesten. Unser Auto bekam auch noch einen Aufkleber, um zu signalisieren, dass wir dazu gehören. Für manche Punkte haben wir am Straßenrand geparkt und da ist es schon gut, dass man erklären kann, was man da macht. Also gut. Alles besprochen. Alles geplant… Was wir nicht bedacht hatten, ich stand an einer anderen Stelle als Achim für das twitter Start-Video. Ich musste also durch die Tennishalle rennen. Er über die Straße. Ich bin dann gleich bis zum Gitter gerannt, um es aufzumachen und dann erst ins Auto gesprungen. Wir hätten nicht viel später am Fotopunkt ankommen dürfen. Der erste Fahrer hatte da schon 20 Sekunden oder mehr Vorsprung… Hat sich gelohnt, oder? Danach ging es zurück zum Start-/Zielbereich für den zweiten Start und danach dann auf die Strecke zu den ausgewählten Punkten. Und dann mussten wir noch mit anderen Autofahrern diskutieren, die mitten im Bild parken wollten. Wir haben gesagt, dass sie hinter unserem Wagen parken sollen, da sie sonst mitten im Foto sind. Manche haben schnell umgeparkt, manche wollten unbedingt diskutieren. Also falls Ihr das hier lest. Es war zum Beispiel für diese Fotos: Soweit mal etwas zu den Vorbereitungen zu unseren Fotos. Wie gesagt, ist es mit den Vorbereitungen allein nicht getan. Aber wir hoffen, dass wir mal einen Einblick geben konnten wie viel Zeitaufwand und Arbeit schon mal hinter einem Bild stecken kann. Die restlichen 699 Bilder von der Rennradwoche könnt Ihr hier bewundern: Radmarathon Tannheimer Tal 2017  

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