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Was hat „Rahm-Wirsing“ mit YouTube zu tun? Und warum ist das ein Blogpost wert? Diese und noch ein paar mehr Fragen beschäftigen uns seit ein paar Wochen. Aber fangen wir mal vorne an.

Kommunikation in der Krise

Wir haben letztes Jahr im ersten Corona-Lockdown bereits in einem ausführlichen Artikel über „Kommunikation in der Krise“ geschrieben, wie wir das Hotel Weinbergschlösschen aus Oberheimbach bei Ihrer Krisenkommunikation unterstützt haben. Im Wesentlichen ging es darum, als Hotel und Restaurant mit seinen Gästen in Kontakt zu bleiben. Da beim Weinbergschlösschen das Thema Kulinarik einen wesentlichen USP darstellt, wurde uns schnell klar, dass dies der Weg sein sollte.

Das Konzept, welches wir zusammen mit den vier Inhabern in einem Mini-Workshop erarbeitet haben, sah vor, dass der Blog als zentrales Element dient und von dort aus alle Infos in die einzelnen Social Media Kanäle verteilt werden. Es wurde auch sehr schnell klar, dass das Medium „Video“ genau richtig ist. Inhaber Florian hat selbst gesagt „Ich mag nicht so gerne Blogposts schreiben, aber mich vor die Kamera stellen und reden, geht immer“. Damit es möglichst einfach im Alltag durchführbar ist, wurden alle Videos bei YouTube gespeichert und im Blog eingebunden. YouTube war also „nur“ der Datenspeicher. Zumindest dachten wir das. Aber die Community sah das anders…

Kochrezepte und Kochkurse online

Wie schon oben erwähnt ist das Thema Kulinarik im Hotel Nummer eins. Daher lag es nah, dass wir eben Kochkurse mit Rezepte als Video produzieren und diese im Blog publizieren. Wie gesagt, die Videos sollten ja „nur“ auf YouTube gespeichert werden. Seit Ende März 2020 sind inzwischen rund 30 Kochkurse mit Rezepte im YouTube Kanal abrufbar. Darüber hinaus sind bereits 34 Wochenfazits, hier spricht der Inhaber über die Ereignisse der Woche und was ihn beschäftigt, veröffentlicht. Zusätzlich gibt es eine Menge Videos über Genießer-Pakete, welche das Hotel per Post an Gäste/Kunden versendet, und andere kleine Tipps und Hacks aus der Küche.

Rahmwirsing nimmt Fahrt auf

Das besagte Kochvideo „Rahmwirsing wurde am 25.11.2020 veröffentlicht. Anfangs gab es auf YouTube durchschnittlich 300 Aufrufe wie bei den bisherigen Videos auch. Doch ca. Mitte Dezember, so kurz vor Weihnachten, wurden die Zugriffszahlen höher. Erst war es noch nicht so auffällig, dass man es bemerkt hätte. Am 21.12.2020 waren es 466 Aufrufe. Noch nicht wirklich viel mehr. Doch das verdoppelte sich innerhalb von 3 Tagen. Bereits am 31.12.2020 waren es schon 1700 Aufrufe. Immer noch nicht irre viel. Doch ab dem Zeitpunkt konnte man täglich einen sehr starken Anstieg beobachten. Eine Woche später waren es dann schon 3100 Aufrufe. Und seit dem 20. Januar 2021 ging es richtig los. Dort hatte das Video bereits rund 10.500 Aufrufe. Bis heute, also 25 Tage später, sind wir zur Zeit bei ca 76.000 Aufrufen! Sechsundsiebzigtausend! In 10 Wochen.

Aber warum? Ich meine Woher? Hä?

Ja genau. Das haben wir uns auch gefragt. Warum gerade dieses Video und wo zum Henker kommen die ganzen Leute her, die sich dieses Video anschauen? Es ist jetzt nicht das beste Video im Kanal. Es ist keine Spielberg-Hollywood-Produktion. Einfach nur ein ehrliches, einfaches Kochvideo. Ohne Schnick-Schnack. Also warum genau dieses Video? Ganz ehrlich gesagt, ich weiß es selbst nicht genau. Wir können uns nur genauer die Statistiken anschauen und daraus eventuelle Rückschlüsse ziehen, wie es zustande kam.

In den Statistiken von YouTube sieht man sehr genau, dass die meisten Views durch die sogenannten Video-Vorschläge generiert wurden. Also User X hat sich ein Video angeschaut und am Ende eines jeden YouTube Videos werden Dir andere Videos vorgeschlagen, die Du Dir anschauen sollst. Kennt ja sicherlich jeder, der schon mal auf YouTube was angeschaut hat. Leider kann man bei den Statistiken nicht genau sehen, welche Videos das waren, bei denen man in den Vorschlägen am Ende auftauchte. Das wäre ja spannend gewesen. Aber wir haben immerhin schon mal die Info, dass mit Abstand die meisten Leute daher kommen.

Ob das etwas mit Weihnachten zu tun hatte, oder nicht. Keine Ahnung. Ok, es ist die Jahreszeit für so eine Art Gemüse. Das wäre im Sommer garantiert nicht passiert. Aber warum genau dieses Kochrezept-Video genommen wurde, wird wohl niemand erfahren. Das bleibt ein Geheimnis von YouTube und seinem Algorithmus.

Auswirkungen auf die YouTube-Abonnenten und den gesamten Kanal

Nicht nur die Video-Aufrufe sind seitdem gestiegen, sondern auch die Anzahl der Abonnenten. Ende November hatte der YouTube Kanal vom Hotel Weinbergschlösschen noch nicht mal 100 Abonnenten. Inzwischen, 10 Wochen später, sind es bereits über 2000! Auch hier eine beachtliche Steigerung. Inzwischen kann man sehen, dass auch viele andere Videos deutlich mehr Zugriffe bekommen, als vor dem Wirsing-Hype. So gibt es zwei Videos mit bereits über 4000 Views.

Aber was ist der Nutzen fürs Hotel?

Böse Zungen würden jetzt behaupten, dass dies ja nur Spaß ist. Zahlen, die nix bedeuten. Selbstdarstellung. Was auch immer. Was soll das denn bringen? Die Antwort darauf ist recht einfach. Wir blicken noch mal kurz zurück auf den Anfang: Die Strategie für die Krisenkommunikation eines Hotels/Restaurants. Sinn und Zweck war in erster Linie, mit den Gästen in Kontakt zu bleiben. Und wie wir sehen, funktioniert das sehr gut. Nicht nur, weil der Rahmwirsing jetzt so toll läuft, sondern in den Monaten davor auch schon. Hier noch mal der Link zu unserem Artikel aus dem letzten Jahr: Best Practice Hotel-Kommunikation in der Krise

Die Gäste nehmen das sehr wohl war. Das Hotel hatte während des ersten Lockdowns und auch jetzt eine intensive Kommunikation mit den Gästen. Die Interaktionsrate ist hoch, es gibt viele Kommentare, viele Rückmeldungen. Menschen bedanken sich beim Weinbergschlösschen für diese Videos, es macht ihnen Mut, bringt Freude in den teilweise doch mühsamen Lockdown-Alltag.

Und das Beste ist: YouTube generiert auch neue Gäste und Buchungen!

Bereits letzten Sommer sind Gäste ins Hotel gekommen aufgrund der Aktivitäten auf Social Media. Das gleiche passiert zur Zeit auch. Es werden neue Gäste auf das Hotel aufmerksam. Allein über den YouTube-Kanal sind jetzt schon Buchungen eingegangen. Und die bestehenden Gäste können es kaum erwarten, wieder anzureisen. Etwas besseres kann einem Hotel doch nicht passieren, oder?

Fazit

Die (Aus-)Wirkung von Social Media ist nicht zu unterschätzen. Es ist DIE Chance für familiengeführte Hotels und Unternehmen, auf sich aufmerksam zu machen. Wichtig dabei ist nur, es muss absolut ehrlich sein. Kein Schnick-Schnack. Es muss genau so sein, wie der Betrieb ist. Authentisch eben. Ja, das Wort ist so abgelutscht, wie die Tonpfeife aus dem Sankt-Martins-Weckmann zu Ostern. Aber es ist auf jeden Fall einer der Erfolgsfaktoren, wenn nicht der Wichtigste. Natürlich muss man auch machen. Und das nicht nur einmal, sondern kontinuierlich. Die viele Arbeit, die sich das Team vom Hotel Weinbergschlösschen bisher gemacht hat, zahlt sich auf jeden Fall aus.

Was ist Eure Meinung zum Phänomen „Rahmwirsing“?

Schreibt doch einfach hier in die Kommentare, was Ihr dazu denkt.