Für unsere Walz hat uns Globell nicht nur mit Fotorucksäcken ausgestattet, sondern auch mit einem Holzstativ made in Germany von Silvec. (UPDATE: Wird leider nicht mehr produziert)

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Als wir im April zu Globell nach Venlo gefahren sind, um unsere neuen Fotorucksäcke abzuholen, kam auch gleichzeitig das Angebot, das neue Holzstativ von Silvec zu testen. Zuerst war ich jetzt nicht soooo Feuer und Flamme, da ich mit dem bisherigen Carbon-Stativ doch recht zufrieden war. Klein, handlich und für die Größe recht stabil. Hinzu kam, dass ich dachte, Holzstative sind immer elendig schwer und daher für mich eher unbrauchbar, muss doch alles super transportabel für unsere Walz sein.

Doch ich bin eines besseren belehrt worden. Nicht nur was das Gewicht angeht, sondern auch was die Zufriedenheit mit einem Stativ anbelangt. Aber eins nach dem anderen…

Holzstativ Silvec MSN 173 aus Esche

Das Stativ ist aus massiver Esche gebaut, klassisch als 3-Bein-Stativ, zweifacher Auszug (also drei Standhöhen) mit einer ausziehbaren Mittelsäule. Ist alles ausgefahren muss ich mich schon auf die Zehenspitzen stellen, um noch durch meinen Kamerasucher zu schauen (bei einer Körpergröße von 1,92m). Die Mittelsäule kann ich auch komplett heraus nehmen und umgekehrt in den Kugelkopf stecken, so dass ich mit der Kamera auch wirklich kopfüber bis auf den Boden komme. Das ermöglicht super ausgefallene Perspektiven vom Stativ aus.

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Die Auszüge sind mit Schrauben zu öffnen, was für mich ein wenig suboptimal ist. Hier wünsche ich mir eher Schnappverschlüsse. Das würde sicherlich deutlich schneller gehen! Laut Online-Shop gibt es die auch!

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Die Füße sind noch mit drehbaren Gumminoppen ausgestattet, so dass ich auf glatten Böden einen Gummifuß und in der Natur eine Spitze als Fixierung im Boden nutzen kann.

Die Beine kann ich mit einer Mechanik am Kopf in drei verschiedene Winkel verstellen. Diese sind ebenfalls nicht ganz so praktisch angelegt, da ich für das Verstellen des Beines erst das Bein ganz einklappen muss und dann erst den Winkle verstellen kann.

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Der Kugelkopf kommt mit einer kleinen eingebauten Wasserwaage. Hier kann ich ganz bequem die Mittelsäule in die Waage bringen. Einmal eingestellt, kann ich anschließend mit aufgeschraubter Kamera die Höhe und Drehwinkel der Kamera verändern, ohne dabei die Waage zu verlieren. So kann ich seelenruhig die Perspektive optimieren, bis ich die richtige Höhe und Drehung gefunden habe. Der Kugelkopf lässt sich leicht mit einem Hebel entriegeln und kann in einem Neigungswinkel mit bis zu 36° eingestellt werden. So kann ich locker jede Unebenheit im Gelände ausgleichen. Das macht echt Spaß und ist für Architektur- und Landschaftsfotografie perfekt!

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Stabilität ist wichtig

Wer meine Fotos kennt, weiss, dass ich sehr viele HDR-Fotos produziere, bei denen ich fast immer ein Stativ einsetze. Und gerade hier brauche ich natürlich ein Stativ, welches absolut stabil ist, egal wie hoch ich es ausgefahren habe oder wie schwer die Kamera ist, die auf dem Stativ aufgeschraubt ist. Da darf sich einfach gar nix bewegen. Und hier kommt das Eschenholz zu Gute. Ist das Stativ einmal fixiert, bewegt sich hier auch nix mehr. Es steht wie ein Felsen da, egal ob der Sturm geht und egal, wie schwer die Kamera ist. Bin da echt begeistert. Ich habe das Stativ nun fast ein halbes Jahr mehr oder wenig täglich im Einsatz und es hat in allen Wetterlagen den Wackeltest bestanden. Steht wie eine Eins! Selbst wenn ich mein Teleobjektiv (70-200mm/2.8) auf meine D800e schraube (zusammen bringen die ca 2,6 KG auf das Stativ) und die Mittelsäule ausfahre, wackelt da nix. Steht ganz ruhig.

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Mobilität vs Gewicht

Ich dachte immer, Holzstative sind elendig schwer. Stimmt nicht. Eschenholz ist recht leicht. Das Stativ mit der Kugelkopf-Variante bringt mal gerade 2,5kg auf die Waage. Das ist für diese Größe wirklich ok. Klar, es gibt leichtere auf dem Markt, aber die Stabilität überzeugt mich da und ich habe es fast immer mitgenommen in den letzten Monaten. Von der Größe her passt es sehr gut auf meinen ClikElite Rucksack und ist somit einfach bei einer Wanderung zu transportieren. Da trage ich lieber mal 500 Gramm mehr mit mir rum, dafür ist es dann stabil, auch wenn mal der Wind geht. Und die Tatsache, dass ich das Teil wirklich mit mir rumgeschleppt habe, sagt eigentlich alles. Denn ich trage garantiert nix zu viel mit mir rum, bin da eher “energieoptimiert” – faul könnte man auch sagen 😉

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kein Schnellverschluss? egal!

Silvec bietet bis her noch keinen Schnellverschluss für die Kopfplatte an. Anfangs dachte ich, das dies echt ein Nachtei sei. Aber auch hier habe ich mich eines Besseren belehren lassen. Ich hatte vorher ja schon mein Karbonstativ mit einem Schnellverschluss. Hier habe ich mir einfach noch eine Platte für den Kopf dazu gekauft und habe so für beide Stative den gleichen Schnellverschluss. Sehr praktisch! So kann ich also, wenn ich will, sekundenschnell zwischen beiden Stativen wechseln.

Holz und Nässe?

Auch das habe ich mich gefragt. Kann das Stativ überhaupt nass werden? Darf ich das z.B. auch ins Wasser stellen? Einfache Antwort: Kein Problem! Das Holz ist so ausgehärtet, dass es ein Fotoshooting im Wasser ohne Probleme widersteht. Danach kurz abgetrocknet und alles ist gut. Muss ich ja mit dem Karbonstativ auch machen.

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Fazit

Ich hatte ein paar Vorurteile Holzstativen gegenüber und bin eines Besseren belehrt worden. Das Silvec MSN 173 mit Kugelkopf und Schraubverschluss ist ein super Stativ, welches mich wirklich überzeugt hat.  Die Stabilität und Flexibilität ist einfach super. Das gering größere Gewicht gegenüber meinem Karbonstativ ist es allemal wert. Die beiden Verbesserungswünsche können sicherlich in künftigen Modellen verbessert werden. Auch der Preis von 479 € ist mehr als gerechtfertigt.

Ego-Streichel-Nebeneffekt: Mit einem Holzstativ fällt man oft auf und erntet Bewunderung 😉

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Sponsoring:

Ich habe das Stativ von Globell zur Verfügung gestellt bekommen. Dennoch liegt es bei mir, wie ich über das Stativ berichte. Sprich, ich bin NICHT dazu gezwungen, begeistert zu sein, sondern vielmehr angehalten, einen ehrlichen Testbericht zu schreiben. Und das habe ich hiermit getan!

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Ein paar Schnappschüsse

Sorry für die Bildqualität, aber das sind alles iPhone Schnappschüsse, die unterwegs spontan entstanden sind. 😉

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5 Kommentare
  1. Ingo sagte:

    Toller Testbericht! An ein Holzstativ hatte ich bisher noch nicht gedacht….

    Bisher fahre ich mit einem uralten Manfrotto 055 (umgebaut mit kurzer Benro Mittelsäule und Sirui Nivellierplatte) und einem kleinen “China-Stativ” ganz gut. Wobei das China-Stativ genauso viel (korrekt: sogar 200 g mehr) wiegt, wie das von Dir getestete Holzstativ. Genau so stabil dürfte das China-Stativ definitiv nicht sein. Der einzige Vorteil des China-Stative, und warum ich es auf Reisen dem Manfrotto vorziehe: Das kleine Packmass! Mit komplett umgeklappten Beinen passt es nämlich auch in einen kleinen Handgepäcks-Trolley….

    Als Alternative für das bleischwere Manfrotto werde ich in Zukunft aber mal an Holz anstatt Carbon denken!

    Sehe ich es richtig, dass Du auch auf Arca-Swiss Schnellwechsel-Platten und -Klemmen setzt?

    • Achim sagte:

      Hi,
      nee, mein Schnellverschluss ist von Feisol. Das ist die Marke meines Carbon-Statives. Da hatte ich eben schon alles und brauchte für das Silvec nur noch einen Kopf kaufen.

      Stimmt, das Packmaß wird dann nächstes Jahr für uns interessant. Dann geht es in den Flieger. Aber die letzten Male hatte ich das Stativ sowie so auch im Koffer, da auch das Feisol nicht ins Handgepäck passt. Also von daher eigentlich egal 😉

      Lg Achim

  2. Christoph sagte:

    Hallo Achim,

    vielen Dank für den sehr ausführlichen Bericht. Meine Stative waren bis jetzt nicht die Wucht. Bei der Mondfinsternis habe ich gesehen, wie wichtig ein gutes Stativ ist!! Ich glaube, meine Wahl getroffen zu haben. Nun lese ich noch den Bericht der Fotorucksäcke!! Die Reisberichte kommen dann nach und nach noch dran. Ein paar Fotos habe ich ja schon bei dir auf twitter gesehen!!

    VIelen Dank und liebe Grüße
    Christoph

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