Hausboot fahren. Wer kennt sie nicht, die Bilder von hübschen Booten in einem schmalen Kanal. Die Werbung verspricht totale Entspannung. Es sieht aus als ob man immer nur zwei Meter vom Ufer entfernt ist und jederzeit an Land springen kann. Das Boot fährt so langsam, dass man nebenher gehen und Blümchen pflücken kann. So gleitet man entspannt dahin und genießt den Urlaub. Alle paar Meter ist ein Poller an dem man fest machen kann und auf dem Sonnendeck Essen und Lesen oder sonst was machen kann. Ab und an kommt ein Ort. Man hält an und schlendert über den Markt, wo man frische Lebensmittel bekommt für das Abendessen. Oder man besichtigt den Ort und kehr in ein Kaffeehaus ein. Wie schön!

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So weit die Theorie. Und soweit unserer Vorstellungen. Das Ganze sah dann etwas anders aus.

Zunächst bekommt man ziemlich viel Papier, was man sich durchlesen muss. Da gibt es ein Kapitänshandbuch. Hinzu kommt noch ein Turnplaner und die Charterfibel. Obwohl das Hausboot ohne Bootsführerscheine gefahren werden darf, muss man doch Theorie pauken. Verkehrsschilder müssen gelernt werden. Notruf- und Hupzeichen, Wasserverkehrsregeln und man muss Wasserstraßenkarte lesen lernen. Puh! Eigentlich wollten wir doch Urlaub machen.

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Man bekommt eine dreistündige Einführung. Die Hälfte davon ist Theorie und die andere Hälfte soll der Praxis gewidmet sein. Wir hatten zuerst die Praxis. Das Boot wird erklärt. Die vielen Knöpfe am Führerstand. Und die Anschlüsse für Frischwasser-, Abwasser und der Tank. Und dann heißt es auch schon Leinen los und das Boot bewegt sich… gefährlich auf die Nachbarboote zu.

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Keine Panik. Dem kann man gegensteuern. Einfach an dem Steuerrad drehen und das Boot bewegt sich. Wir fahren im Hafen umher und sollen rückwärts einparken. Klappt ganz gut. Dann zurück zum Anleger. Mit den Hinweisen und Anmerkungen vom Hafenmitarbeiter kein Problem. Euphorie kommt auf.

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Wird aber schnell wieder gedämpft in der anschließenden Theorie. Da ist die Rede von Schwimmwestenpflicht und telefonischer Anmeldung, wenn man über den See fahren will. Es soll gefährlich sein und es könnte hohe Wellen geben. Da gibt es grüne und rote Tonnen und einmal müssen die rechts sein und dann aber wieder links und dann gibt es noch grün-rote und aber auch gelb-schwarze und wenn ein Boot mit einer Fahne kommt, müssen wir anhalten. Und dann darf man aber im Kanal nicht anhalten und ankern. Puh! Das ist ganz schön viel Input für einen Urlaub. Ob wir das behalten werden.

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Ausprobieren können wir es an diesem Tag nicht mehr, weil ein Gewitter aufzieht und bei dem Wind dürfen wir gar nicht mehr fahren. Zurück bleiben viele Fragen, wie „wie funktioniert das mit dem Frischwasser tanken und Abwassertank leeren?“ „Wie findet man einen freien Platz im Hafen?“ „Woher bekommt man Strom?“ „Und wie weit kommt man eigentlich an einem Tag?“

Die erste Tour führt auf jeden Fall – so oder so – über die Müritz. Da gilt es eine Tonne zu finden und an der muss man sich dann langhangeln. Bis zur kleinen Müritz besteht Schwimmwestenpflicht. Sämtliche Boote, die wir fahren sehen fährt bis auf eines ohne Schwimmwesten…. hmmmm…

Wir haben ein mulmiges Gefühl und trauen uns nicht wirklich los zu fahren. Wir glauben nicht, dass wir das Schiff wirklich unter Kontrolle haben und uns da draußen auf dem gefährlichen See behaupten können. Also bleiben wir noch im Hafen und schließen uns mit dem Büro kurz. Wir bekommen noch mal eine Einweisung und der Instruktor fährt mit uns bis zum nächsten Hafen.

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Erst Mal drehen wir noch eine Runde im Hafenbecken und üben dieses Mal auch seitliches anlegen. Dann geht es wirklich raus auf den See. Den gefährlichen. Wir suchen Tonnen und versuchen uns daran lang zu hangeln. Ganz schön windig. Und das Boot verhält sich ganz anders als im ruhigen Hafen. Dann endlich kommen wir in den ruhigen Kanal. Hier ist es super schön. Jede Menge Natur. Vogelkolonien. Zwitschern und Jubilieren aus dem Schilf. Hier schwimmt eine Wildgänsefamilie vorbei; da quaken Frösche. So langsam kommt so etwas wie Entspannung auf. Aber nur weil Seebär Rolf sehr sympathisch ist und viel zu erzählen hat. Und wir haben Zeit zum Erzählen. Weil wir ja nicht schnell fahren. Nach Kanal folgt See und nach See folgt Kanal. Rolf ist geduldig und erklärt und erklärt. Achim und ich wechseln uns am Steuerrad ab. Als ich fuhr konnte Achim sogar ein paar Fotos machen. Wild romantisch. Die Kanäle sehen aus wie am Amazonas. Altes Holz ragt ins Wasser. Die Poller haben grüne Mützchen und ab und zu schwimmt eine Ente oder ein Blässhuhn vorbei. Manchmal kommt uns ein Boot entgegen. Bootsfahrer sind übrigens freundliche Menschen. Sie grüßen. Hups! Kurz gewinkt und schon fährt das Boot woanders hin. Aufpassen!

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Man muss sich schon gut konzentrieren. Ich fahre immer noch Zick-zack-Kurs. Rolf meint: „Immer ruhig bleiben“. Und dann kommt sie: Die erste Schleuse! Aaaaaahhhhhhh. „Ruhig bleiben“ meint Rolf. Wir hatten alles besprochen. Ich befestige die Leine vorne. Achim hinten. Wenn wir fest sind, gehe ich in den Salon und stell den Motor ab. Mit der Leine in der Hand. Nach dem Schleusen umgekehrt…

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Aber wir müssen erst Mal warten. Vor uns sind einige Boote und wir müssen auch noch einen Vergnügungsdampfer vorbei lassen. Die haben Vorrang. Also sind wir erst beim dritten Schleusenvorgang mit dabei. Alles klappt wunderbar. Man wird nur nass und dreckig. Und Handschuhe wären echt toll. Schließlich muss man immer brav sofort die Leinen wieder sortieren. Nach jedem An- oder Ablegevorgang. Hat hier jemand was von Urlaub gesagt?

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Und dann fahren wir zu einer urromantischen Minimarina. Ein echter Geheimtipp: die Minimarina in Granzow. Eigentlich ist hier Durchfahrt verboten – außer man möchte zu eben dieser Marina. Absolut traumhaft. Hier geht Rolf von Bord und wird uns in den nächsten Tagen über Facebook und WhatsApp begleiten. Ein Schwan schwimmt an unsere Tür und will fast einsteigen.

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Wir gehen erst Mal Essen, weil wir sind fix und fertig. Anschließend genießen wir das unglaubliche Vogelstimmenkonzert in der Bucht und den farbenfrohen Sonnenuntergang. Wenn wir nicht morgen ziemlich viele Flusskilometer vor uns hätten, könnten wir uns ja fast entspannen.

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Neuer Tag neues Glück. Aber erst Mal etwas Bürokram erledigen. Das WLAN funzt obwohl wir mitten in der schönsten Natur sind. Sehr gut! Und dann heißt es „Leinen los!“ Okay! Diesmal ohne Rolf. Wir fahren. Der Schwan begleitet uns noch ein Stück. Aber am Ende vom See legen wir schon wieder an. Klappt super! Und sofort kommt jemand vom Nachbarboot und bietet seine Hilfe mit den Leinen an. Toll!

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Wir sind auf der Schloss-Insel Mirow und schauen uns kurz um. Aber dann müssen wir leider schon wieder weiter. Schließlich liegt noch eine weite Reise vor uns. Und drei Schleusen. Drei! Also drei Stück. Aber bis dahin gleiten wir wieder durch traumhafte Kanäle mit grün, grün und grün und Wasservögeln. Eine Schwanenfamilie wartet am Ufer bis wir vorbei sind. Heute begegnen wir auch Kanufahrern und Fischern. Da heißt es wieder aufpassen!

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Und dann unsere erste Schleuse zu zweit! Aber wir müssen wieder warten. Drei lange Schleusenvorgänge. Und nach jedem Durchgang müssen wir ab- und anlegen und vorrücken. Man rennt ganz schön rum auf so einem Boot. Es sei denn man steht am Steuerrad. Dann steht man halt nur. Ansonsten Leinen los, Leinen fest, Leinen aufwickeln und wieder und wieder und wieder.

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Wir sind natürlich die ersten in der Schleuse. Die Schleusenwärterin meint wir sollen weiter vor fahren? Echt jetzt? Na gut! Alles gut! Dann kommt sie nach vorne und meint: Sie müssen aber etwas zurück? *Augenroll* „Sie haben doch gesagt, wir sollen vor fahren.“ Na gut… Dann eben etwas zurück. Alles gut! Ruhig bleiben!

Noch zwei weitere Schleusen liegen vor uns. Unterbrochen von Seefahrten und wunderschönen Kanalfahrten. Entspannung kommt immer noch nicht auf, weil man sich doch sehr stark konzentrieren muss. An der nächsten Schleuse herrscht Stau. Etliche Boote und es ist auch noch Mittagspause. 16 Boote warten auf die Fahrt. Wir mitten drin. Und immer schön vorrücken. Endlich geschafft und weiter. An der dritten Schleuse gibt es auch wieder Stau und die Einfahrt ist weit weg. Gar nicht schlecht, weil wir so einen Regenguss abwarten können. Nach drei Vorgängen sind wir mit dabei und können endlich die Marina suchen. Wir finden sie aber nicht. Dann sehen wir einen Yachthafen. Aber es steht nicht dran, ob man als Gast anlegen darf. Das Boot, was nach uns kommt, meint, einfach anlegen. Also machen wir das. Wieder wird uns Hilfe angeboten und der Hafenmeister ist super nett! Toll!

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Erst Mal ein Eis essen und runter kommen. Den ganzen Tag konzentrieren und Wind im Gesicht und Sonne auf dem Kopf. Man fährt nämlich im freien. Die hübschen Sonnendächer, die man so sieht, sollte man während der Fahrt nicht aufklappen. Die Bucht ist wieder sehr gemütlich und wir gucken wieder auf den Sonnenuntergang. Herrlich! Feierabend!! Die Nachbarn kommen vorbei auf einen Plausch und wir tauschen Tipps aus. Und leeren dabei eine Flasche Wein aus Südtirol. Achim macht eine Aufnahme vom Sternenhimmel.

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Der Wetterbericht sagt Gewitter für den nächsten Morgen an. Also erst Mal Wecker aus lassen. Es regnet tatsächlich, aber klart bald auf. Wir beschließen los zu fahren. Wieder durch Kanäle und über Seen. Ich fahre. Achim macht Fotos. Ich muss Manöver fahren, so dass er bestimmte Sachen fotografieren kann. Einmal suchen wir die Einfahrt in den Kanal. Macht nichts. Man kann ja mal gucken fahren.

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Eine Schleuse noch. Sie ist offen. Wir sind noch weit weg. Aber die Ampel ist grün. Ob die auf uns warten? Tun sie. Und auf das Boot hinter uns. Na dann. Schnell-Schleusen. Diesmal gehts bergauf und ich hab ganz schön zu ziehen, dass unser Hausboot nicht den Vordermann rammt… Noch einmal um die Kurve und dann sind wir am Wasserwanderrastplatz.

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Niemand da. Keine Hafenmeisterin. Kein Boot. Wir überlegen, ob und wie wir anlegen können. Wir probieren es, bleiben aber zwischen den Pollern stecken. Unser Boot ist zu breit. Also zurück zum Steg. Da bleiben wir dann. Strom finden wir. Super! WLAN gibt es auch. Perfekt!

Dann mal arbeiten… Wird auch Zeit. Nach den vielen Stunden am Steuerrad… Und dann auch mal den Ort erkunden. Sehr nett. Klein aber fein. Es gibt einige Läden, mit allem, was man an Bord so braucht und ein ganz nettes Cafe mit leckerem Eis. Muss auch mal sein. Wesenberg ist ansonsten schnell erkundet. Abendessen gab es an Bord und sogar auf dem Sonnendeck.

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Am nächsten Morgen muckte unsere Bord-Toilette und wir sind dann mal zur nächsten Marina gefahren zum Entleeren und Frischwasser tanken. Das ist etwas für das man auch Zeit einplanen muss. Man fährt ja nicht mal eben so an die Zapfsäule sondern es ist ja wieder ein Anlegemanöver und es passt nur ein Boot hin. Also muss man evtl. warten bzw. solange woanders anlegen. Das ganze hat über eine Stunde gedauert.

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Dann funktionierte aber wieder alles und wir haben wieder am Wasserwanderrastplatz angelegt. Die Stromuhr war sogar noch an, so dass wir uns gleich wieder einstöpseln konnten. Hurra! Dann wieder weiter arbeiten. Mittagessen gab es an Bord und danach auch gleich einen Unfall. Kapitänsstuhl : ich –  1:0. Eine dicke blaue Beule war das Endergebnis. Fuß hochlegen. Im Biergarten Eis holen und erst mal in der Apotheke eindecken.

Der Tagesplan war somit geändert. Es blieb dann bei arbeiten. Für den nächsten Tag war eine kurze Wanderung geplant durch die Heiligen Hallen – ein Buchenwald. Der Fuß war so klein geworden, dass er tatsächlich in die Wanderschuhe passte. Gehen war auch möglich. Also auf zur Touri-Info in Feldberg, wo ein kundiger Touristiker zustieg, der uns zu verschiedenen schönen Ausflugszielen brachte. Der Buchenwald ist nicht umsonst UNESCO Weltnaturerbe. Wunderschön. Da kann man sich länger aufhalten. Wir sind noch in ein kleines Cafe am Wegesrand eingekehrt mit einem sehr ungewöhnlichen Konzept. Es gibt dort nur selbstgemachtes. Und es ist super idyllisch.

Zurück auf dem Hausboot hieß es erst Mal wieder Fuß kühlen. Und das gesehene und fotografierte verarbeiten. Dann gab es noch einen Ausflug mit dem Fahrrad zum nächsten Supermarkt. Vor allem um das leidige Leergut abzuliefern.

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Am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen vom lauschigen Wasserwanderrastplatz. Es ging wieder Richtung Yachthafen. Zunächst lief alles super. Selbst die Schleuse öffnete sich gerade als wir ankamen. Also kein Anlegemanöver. Wunderbar. Aber dann kurz vor dem Ziel: Tuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuut. Ein Dauerwarnton ertönte. Zuerst wussten wir nicht, was los ist. Doch dann sahen wir, dass die Temperatur auf über 100 Grad stand und die Temperaturleuchte war rot. Der Motor war zu heiß. Was jetzt? Ohne Motor keine Steuerung. Und das mitten im Fahrwasser. Blöd! Manövrierunfähig. Achim hat sofort mit dem Techniker telefoniert und die beiden haben zunächst versucht, etwas übers Telefon zu regeln.

Ganz schön schwer, wenn man sich gar nicht auskennt und bestimmte Maschinenteile finden soll. Aber es ging nicht und so musste der Mechaniker ausrücken. Wir mussten den Anker setzen, weil wir einfach so rumtrieben und uns schon dem Seeufer näherten. Anker werfen hat fuktioniert und wir haben die rote Fahne befestigt. Dann hieß es warten. Knapp eine Stunde später war der Techniker da und bald lief der Motor schon wieder. Top Service!

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Wir bekamen den Rat, nicht Vollgas zu fahren und konnten weiter schippern. Mit knapp zwei Stunden Verspätung waren wir dann im Hafen. Endlich mal Wäsche waschen, ausgiebig duschen und dann etwas arbeiten.

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Nach dem Abendessen haben wir einen kleinen Rundgang in Priepert gemacht. Einen kleinen. Denn Priepert ist auch klein. Aber fein. Und es gibt eine Fachwerkkirche. Sehr interessant.

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Die Fortsetzung unser Geschichte “Mit dem Hausboot über die Müritz” gibt es hier zu lesen:

Woche 52: Mit dem Hausboot über die Müritz Teil 2

Und wenn Ihr jetzt schon Lust auf Hausboot Urlaub bekommen habt, dann schaut Euch doch auch diesen Blogpost an:

Unsere Tipps: Hausboot für Anfänger

 

2 Kommentare
  1. Enrico sagte:

    Hallo Achim. Eine wunderbare Tour mit eindrucksvollen Bildern, vielen Dank, dass wir auf diese Weise daran teilhaben dürfen. Warum trägt die Tour aber den Titel “Mit dem Hausboot über die Müritz”? Da seid ihr zwar rübergefahren, aber 95% der Strecke führt doch gar nicht über die Müritz? Wenn ihr das nächste Mal in Wesenberg seid, meldet euch einfach – Dann zeigen wir euch auch gern einmal die Burg Wesenberg mit dem Fangelturm und seiner Aussichtsplattform, der FIschereiausstellung und die Heimatstube. Und auch die Kirche Wesenberg, in der eine Kette zu sehen ist, die der Teufel eigenhändig geschmiedet haben soll, ist sehenswert. Beim nächsten Stau an der Schleuse in Strasen geht ruhig einmal von Bord und besucht das Samidorf mit Rentierfarm oder den Alpakahof. Hier gibt es nicht nur viel zu sehen, sondern auch Leckereien zum Verkosten. Und bei eurem nächsten Stop in Priepert solltet ihr unbedingt einmal in die Kirche hineingehen: Der Taufengel und das Harmonium sind wirklich Raritäten. Habt ihr die Mitfahrerbank in Priepert gesehen? So geht “Trampen” heute – so zu sagen das Trampen 2.0. 😉

    • Achim sagte:

      Hallo Enrico,
      danke für die Blumen 😉 Freut mich, wenn Dir der Bericht und die Fotos gefallen. Warum wir Müritz geschrieben haben? Da gibt es 2 Gründe für: zum Einen sitzt unser Auftraggeber Kuhnle-Tours im Feriendorf Müritz und zum Anderen ist die Müritz schon für viele Leute ein Begriff, eher als Wesenberg oder Priepert :)) Nichts gegen die Orte, aber für die Überschrift ist das dann besser…

      Wir haben auch gleich gesagt, dass es noch sooooo viele Dinge gibt, die wir nicht gesehen haben und die man sich noch hätte anschauen können. Aber ist ja eigentlich auch gut so, dann hat man immer einen Grund, noch mal wieder zu kommen 🙂

      Liebe Grüße in den Norden
      Achim

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