Impressionen aus Mülheim a.d. Ruhr, Ruhrgebiet , NRW by Achim Meurer.

Mülheim an der Ruhr; ein Teil vom Ruhrgebiet und doch auch wieder nicht. Jedenfalls nicht von dem Ruhrgebiet, was immer noch in den Köpfen der Leute ist. Das dunkle, das dreckige, das laute Ruhrgebiet. Mülheim war eine der ersten Städte, die sich gewandelt hat. Hin zum Grün. Aber nicht einfach nur grün, sondern auch gemütlich und ruhig.

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Da gibt es riesige Parks mit alten Bäumen und schönen Wegen. Aber auch große Wiesen. Manchmal gibt es Skulpturen oder auch einen Rosengarten mit Wasserspielen. Für die kleinen gibt es Spielplätze und alles wird rege genutzt.

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Grün sind auch die Ruhrinseln und die Ruhrpromenade. Überall üppiges grün. Zum Teil sind die Ufer so stark bewachsen, dass man den Fluss gar nicht mehr sieht. Aber dann blitzt er doch wieder hervor und man kann zugucken wie er träge dahin fließt.

Wir haben uns Fahrräder geliehen und sind auf der einen Ruhrseite bis nach Essen Kettwig gefahren. Mit dem Radwegesystem innerhalb der Stadt sind wir selber zwar auf die schnelle nicht zurecht gekommen, aber man ist auch ganz schnell aus dem Stadtverkehr heraus und auf dem Land. Ja genau. So richtig auf dem Land.

Nach dem Stadtverkehr sind wir entlang der Promenade geradelt, am Wasserbahnhof vorbei und dann am Wehr ein kleines Stück über die Straße, um dann durch ein grünes Tor auf dem Leinpfad zu landen.

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Auf dem alten Weg, an dem die Schiffe mit Pferden über den Fluss gezogen worden. Heute bewegen sich auf dem Leinpfad Fußgänger, Radfahrer und Spaziergänger und genießen die herrliche Natur. Nicht im Speckgürtel, sondern in den Außenbereichen mit ganz kleinen süßen Dörfern, großen Bauernhöfen, Gutshöfen oder Reiterhöfen und jede Menge Feldern. Einzig die Autobahnbrücke erinnert daran, dass man im Ruhrgebiet ist.

Fahrradwege führen gut beschildert durch die Ruhrauen oder direkt an der Ruhr entlang. Ab und zu gibt es eine Einkehrmöglichkeit. Die Dörfer sind klein und überschaubar. Es gibt eine Kirche mit Friedhof, vielleicht ein Café, einige lauschige Campingplätze, ein Hotel, viele Fachwerkäuser und ein paar Kunstwerke oder Skulpturen.

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Immer wieder mussten wir anhalten und den Blick genießen. Und natürlich Fotos machen.

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Aber trotzdem waren wir schwups in der Altstadt von Kettwig. Absolut malerlisch. Hier scheint die Zeit still zu stehen. Überall Fachwerkhäuser. Alte handgeschnitzte Türen, Kopfsteinpflaster. Der Ententümpel voller Grütze. Darin schwimmen zwei Blesshühner. Der Rundgang durch die Altstadt dauert nicht lange. Vielleicht noch einen Kaffee – oder in einem der Restaurants mit Aussichtsterrasse etwas essen und dann langsam zurück. Alles gemütlich. Alles gemächlich.

Wer nicht wandern oder rad fahren möchte, kann mit dem Schiff fahren. Die Boote der weißen Flotte gleiten auch gemächlich dahin. In Kettwig wird gewendet und es geht wieder zurück zum Wasserbahnhof.

Alles ist überschaubar. Alles ist gemächlich. Keiner hetzt, keiner hupt ungeduldig. Jeder hat Zeit für einen kleinen plausch. Die Menschen sind hilfsbereit. Als bei unserem ausgeliehenen Fahrrad eine Schraube locker war, haben wir zwei Herren in ihren Vorgärten angesprochen, ob sie zufällig Werkzeug hätten. Beide verschwanden in ihren Garagen und Werkstätten und einer kam dann mit dem richtigen Schlüssel zurück. Auch nachdem die Schraube schon lange wieder fest saß, standen wir noch da und haben uns unterhalten. Kein Stress! Die Ruhr fließt schließlich auch ganz langsam.

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Mülheim hat keine großen Sensationen. Kein „weltweit erstes X“ oder „Deutschlands längstes Y“ oder „Europas schönstes Z“. Nichts davon. Und muss vielleicht deswegen auch nicht marktschreierisch laut sein. Mülheim ist die Stadt der Kleinode. Und die kann jeder für sich entdecken. Beim Bummeln durch die Innenstadt. Alle Geschäfte befinden sich zwar in einem riesigen Einkaufszentrum, dafür gibt es draußen, nette kleine Cafés unter Baumreihen. Die Straßen und Plätze sind breit und nach 18 Uhr darf man hier in der Fußgängerzone Fahrrad fahren. Kein Stress!

Als Besucher muss man keine Angst haben, am Ende doch irgendwas tolles verpasst zu haben. Es gibt keine Liste an Sehenswürdigkeiten, die man gesehen haben muss, keine Attraktionen, die so viel Eintritt kosten, dass man eine Gästekarte braucht, mit der alles etwas günstiger wird.

Impressionen aus Mülheim a.d. Ruhr, Ruhrgebiet , NRW by Array.

Die richtigen Kleinode kosten nichts. Wie etwa die Ruhrpromenade entlangschlendern auf einer Bank sitzen und die Seerosen bewundern, den Gänsen zuschauen oder dem ein oder anderen Künstler, der entlang des Weges sitzt über die Schulter schauen und kleine Kunstwerke bewundern.

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Im Stadthafen auf den Stufen sitzen und den Sonnenuntergang bewundern. Oder zugucken, wie andere gemächlich Tretboot fahren. Die Wasserfontäne vor der Stadthalle bewundern und beobachten wie sie im Wind ihre Form verändert. Am Wasser sitzen und den Schwänen nachgucken. Sein Glück beim Angeln probieren. Das mitgebrachte Picknick verzehren. Auf der Bank sitzen und sich unterhalten.

Zum Schloß gehen und im angrenzenden Park rasten. Die Kinder spielen auf dem Spielplatz. Die Jugendlichen haben einen Ball oder andere Sportgeräte mitgebracht. Abends gibt es LED-Lampen statt Lagerfeuer.

Und selbst größere Veranstaltungen wie der KULI-Treff oder Konzerte in Parks oder an der Freilichtbühne verursachen keinen Stress. Kein Verkehrsstau. Keine Menschenmassen, die den Weg versperren. Keine Sonderzüge oder Sonderbusse oder extra Straßenbahnen. Kein fünf mal um den Block fahren, um einen Parkplatz zu ergattern. Kein Stress!

In Mülheim kann man gut Auto fahren – ohne Staus. Man findet eigentlich immer einen Parkplatz und der kostet dann nicht viel. Wir haben zum Beispiel an der Delle geparkt – mit Parkwächter, der den Parkzettel ausgiebt und bei der Ausfahrt kassiert. Hier kostet die Stunde einen Euro. Ab 18 Uhr parkt man an vielen Stellen gratis. Man muss auch nicht lange einen Parkplatz suchen und in vielen Straßen gibt es gratis Parkplätze.

Aber man kann in Mülheim auch sehr sehr viel zu Fuß machen. Die schönsten Sachen sind gut per pedes zu erreichen. Vom Bahnhof zum Wasserbahnhof oder zum Stadthafen, ins Museum oder in den Park, zur Stadthalle oder zum Schloß Broich. Alles keine großen Entfernungen.

Sonnenuntergang - Impressionen aus Mülheim a.d. Ruhr, Ruhrgebiet , NRW by Array.

Abends wird es schnell ruhig. Viele Cafés und Restaurants schließen früh. Die Menschen verschwinden in ihren Häusern. Plätze und Straßen sind leer. Keine Partymeile, keine Partys oder Events. Nichts zu verpassen. Nur ganz viel zu entdecken und zu erspüren. Mülheim.

Alle Fotos © DieMeurers

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6 Kommentare
  1. vielweib sagte:

    Ne, wat is datt schön. Wenne mal nen Nicht-Pottler auffe Heimat schauen lässt…

    Danke Ihr Lieben für den Blick auf meine Heimat. Hier bin ich groß geworden und liebe jeden Meter.
    Ihr bringt es auf den Punkt: “Mülheim hat keine großen Sensationen. Kein „weltweit erstes X“ oder „Deutschlands längstes Y“ oder „Europas schönstes Z“. Nichts davon. !” – und das es, was Mülheim so schön macht. Und die damals so gehasste Ruhr (weil wir jeden Sonntag mit Eltern und Großeltern da waren), liebe ich heute. Noch vor kurzem war ich mit meinem Vater da. In vollem Regen saßen wir im Auto. Enigma lief und wir schauten auf die Ruhr. Schwiegen. Das waren Heimatgefühle…
    Danke für die tollen Fotos <3

    Antworten
    • Achim sagte:

      Hallo Tanja,

      danke für die Blumen ? und es freut uns natürlich umso mehr, wenn wir die Einheimischen auch begeistern können…

      Liebe Grüße
      Achim

      Antworten
  2. Klaus sagte:

    Hallo ihr zwei,
    schön das zweite Lebenszeichen… und dann aus einer Stadt wo ich vor kurzem auch ne Radtour gemacht mit Freunden..
    Deine klasse Bilder lassen die Tour wieder auferstehen und der Kommentar ist super geschrieben..

    So macht Erlebnisreisen am PC auch Spass und von dem wünsche ich euch noch ne ganze Menge

    liebe Grüße
    Klaus

    PS: ich bin gespannt wann es mal wieder ein Webinar mit Dir gibt 😉

    Antworten
    • Achim sagte:

      Hallo Klaus,
      danke für die Blumen. So soll es sein ?

      Und ein Webinar wird bestimmt noch mal kommen…
      Liebe Grüße
      Achim

      Antworten

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