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Fotostory

„Die Mandelblüte hat begonnen“

So stand es in den zahlreichen Gratisblättchen, die es hier an der Costa Blanca überall in den verschiedensten Sprachen gibt. Dieses Jahr wäre es recht früh. Normalerweise blühen die Bäume erst im Februar. Und dann wurden da noch eine handvoll Orte erwähnt, wo man das Spektakel erleben könnte.

Okay. Mandelblüte klingt toll. Klingt farbenfroh, klingt nach Frühling und Überschwang. Nach berauschenden Eindrücken und überwältigenden Bildern. Da müssen wir hin!

Recherche

Erste Recherche: Internet. Gibt es spezielle Spots für Mandelblüte? Oder gar eine Mandelblütenstraße oder -route? Fehlanzeige. Nächste Anlaufstelle Tourismusbüro. Die freundliche Dame markiert ein größeres Areal auf der Touristenkarte und erzählt uns noch, dass sie jeden Tag bei der Heimfahrt Mandelbäume blühen sieht. Auch ihren Heimweg markiert sie auf der Karte.

1. Anlauf

Wir fahren los. 4. Januar. Wir fahren die Orte an, die in dem Zeitungsartikel genannt wurden. Am Straßenrand vereinzelte Mandelbäume, manche tragen ein paar Blüten. Als wir Hunger bekommen, kaufen wir Käse, Brot und Schinken in einem Tante-Emma-Laden. Auch hier fragen wir nach der Mandelblüte. Die freundlichen Ladenbesitzer schicken uns zu einem niedlichen Pick-Nick-Platz. Tatsächlich stehen dahinter ein paar Mandelbäume. Von Blüten keine Spur.

Aber auf unserem Weg durch die Landschaft finden wir tatsächlich ein Areal mit hunderten von Mandelbäumen. So weit das Auge reicht. Es fehlen nur die Blüten. Also wird der Punkt auf GoogleMaps markiert und wir beschließen in ein paar Tagen noch einmal hinzufahren, wenn die Blütenpracht üppig sein wird.

Weitere Anläufe

So weit die Theorie. Bei unserem nächsten Besuch fünf Tage später finden wir zwar ein paar Blüten mehr vor, aber von der atemberaubenden Pracht sind wir noch weit entfernt. Achim macht ein paar Probeaufnahmen und wir überlegen, wann wir es wieder versuchen werden.

Weitere vier Tage später bietet sich uns ein ähnliches Bild. Ein paar mehr Blüten, aber nichts, was einen vom Hocker reißt. Wir überlegen, ob wir die Besuchsfrequenz deutlich verlängern sollen. Die Natur hält sich nicht an die Angaben aus den Zeitungen.

Wir warten eine Woche bevor wir die Mandelbäume wieder besuchen. Deutlich mehr Blüten springen auf, aber es gibt auch noch eine Menge Bäume ohne. Wir beschließen länger zu warten.

Es wird ernst

Zwei Wochen später machen wir uns wieder auf. Es ist Februar. Der Monat, in dem das Blütenspektakel normalerweise passiert. In einem Ort beginnt das Mandelblütenfest mit allerlei Veranstaltungen. Wir finden eine Menge Blüten vor und Achim beginnt zu recherchieren, wann die beste Zeit für Fotos sein könnte. There‘s an app for that. (PlanIt! oder BestPhotoTimes sind da super!)

Das Ergebnis der Überlegungen und Recherchen ist: früher Morgen. Eine Woche später ist es soweit. Die Wetterapp sagt Sonne. Die Astro-App sagt die genaue Uhrzeit vom Sonnenaufgang und die Fotoapp sagt wo und wann der erste Sonnenstrahl zu sehen sein wird.

Es ist soweit: Das Fotoshooting

Am Abend vorher packen wir unseren mobilen Kühlschrank voll und machen uns im Dunkeln auf den Weg. Gerade rechtzeitig für die besten Lichtverhältnisse sind wir vor Ort. Jeder Baum blüht. Es duftet betörend nach Honig und die Sonne schickt ihre ersten Strahlen über den Hügel. Das ist es!

Im Kasten!! Nach 6 Anläufen und 37 Tagen Wartezeit und etwas mehr als einer Stunde vor Ort. Nach knapp 500 gefahrenen Kilometern haben wir es geschafft. Zeit für Frühstück. Das gibt es an dem netten Pick-Nick-Platz von neulich.

Es lohnt sich immer, auf den geeigneten Moment zu warten und eine Fotolocation mehrfach aufzusuchen. Dabei kann man dann auch die geeignete Zeit bestimmen.

Voilà! Die Mandelblüte:

Fotos: © Achim Meurer

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Fotostory, Tirol

Ähnlich wie beim Bikebrennen in Sankt Peter Ording, hatten wir bei den Herz-Jesu-Feuern nur eine einzige Chance. Deswegen galt auch hier wieder: Vorbereitung ist alles.

Fragen, fragen, fragen 

Im Vorfeld muss man ganz ganz viele Fragen stellen. Was passiert, wann wo und wie lange? Wir schauen auch Bilder vorher an, um eine Idee zu bekommen und sprechen mit so vielen Leuten wie möglich. Jede Information hilft und sei sie noch so klein und vermeintlich unwichtig.

Für das Foto kann es wichtig sein. Man weiß es nicht. 

Die Herz Jesu Feuer brennen im gesamten Tal an Hängen und auf Pisten. Da wir so viele wie möglich dokumentieren wollten, war es wichtig zu wissen, wann sie entzündet werden. In welcher Reihenfolge? Und wie lange sie brennen. 

Standpunkte und Wege

Erschwerend kommt hinzu, dass wir nicht die einzigen sind, die das Spektakel bewundern möchten. Und so gibt es eine lange Schlange von Autos und Bussen, die sich durch das Tal schieben auf der einzigen vorhandenen Straße. Ausweichstrecken gibt es kaum und die Parkplätze sind rar gesät.

So haben wir sogar bei fremden Leuten geklingelt und gefragt, ob wir uns am Abend auf deren Hof platzieren dürfen, um Fotos zu machen. So lernt man auch Menschen kennen. Aber Vorbereitung ist alles. Und Locationcheck ist unabdingbar.

Ablaufplan

Für uns war auch wichtig, wie der Ablauf ist. Wo werden die ersten Feuer angezündet? Also wo erwarten wir das Schauspiel und wo fahren wir danach hin? Einheimische und Veranstalter wurden ausgiebig befragt und so entstand ein Plan. Wir waren früh genug vor Ort, hatten einen Parkplatz. Und haben diesen verteidigt. Immer wieder wurden wir zugeparkt und mussten die Wagen verscheuchen, weil wir ja nicht viel Zeit hatten, um zum nächsten Punkt zu gelangen.

Überraschung

Und während wir an dem einen Punkt warteten, der zuerst entzündet werden sollte, sehen wir, dass am anderen Ende des Tales schon die ersten großen Feuerfiguren hell leuchtend brennen. – So viel zur Planung. 

Aber die Feuer brannten auch länger als angegeben und wir haben es trotz Stau geschafft. Und im Privathof, bei dem wir angefragt hatten, standen natürlich Schaulustige. War ja auch die beste Sicht. Aber ob sie wohl auch vorher gefragt hatten?

Tipps

Hier noch einmal wichtige Fragen für solche Events. 

  • Was passiert genau?
  • Wie ist der Ablauf?
  • Wo findet was statt?
  • Wann genau?
  • Wie lange dauert es?
  • Wo werden Akteure und wo werden Zuschauer sein?
  • Wie kommt man zu dem Aktionsort?
  • Gibt es Sperrungen oder Hindernisse?
  • Muss man einen Platz reservieren/sperren?
  • Braucht man bestimmte Vorkehrungen?
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Fotostory

Was tun bei schlechtem Wetter? Der Fotograf ist gebucht. Die Location ist organisiert und bereit. Alle Beteiligten sind vor Ort. Was passiert jetzt mit dem Fotoshooting?

Diese Frage stellt sich uns sehr oft bei unserer Arbeit. Wir müssen natürlich planen, vor allem, wenn viele andere Personen beteiligt sind oder die Location reserviert und vorbereitet sein muss, aber sehr oft ist man auf schönes Wetter gleich gutes Licht angewiesen.

Wetterapps und ständiger Kontakt

Wir stehen dann im engen Kontakt mit unseren Auftraggebern und deren Partnern und vergleichen verschiedene Wettervorhersagen und Sonnenstandsapps. In Messengergruppen diskutieren wir, ob wir das Shooting wagen, verschieben oder sogar absagen müssen.

Spätestens dann kommt die Frage, ob man nicht mit Photoshop die Fotos nachträglich zu Schönwetterfotos machen kann, indem man zum Beispiel einen blauen Himmel einsetzt.

Nun, das kann man machen, sieht dann aber ziemlich schlecht aus, um es mal vorsichtig zu formulieren.

Photoshop kann nicht zaubern

Bei Sonnenlicht gibt es überall im Bilde Lichtreflexionen und natürlich Schatten. Die Blätter an einem Baum reflektieren Licht oder man hat Reflexe an einer Wasseroberfläche. Alle Gegenstände werfen Schatten und machen dadurch ein Foto lebendig. Ohne Sonne fehlt eine ganze Menge. Eben diese Reflexe und Schatten und natürlich leuchtende Farben.

Ein Foto mit einem grauen Himmel ist und bleibt grau. Wenn man da jetzt einfach einen blauen Himmel reinmontiert, wirkt es unnatürlich, weil alles nicht zueinander passt. Man sieht diese Verschönerungsversuche öfters, aber diese Bilder verfehlen ihre Wirkung oder sehen sehr gekünstelt aus.

Drama, baby

Bei dramatischen Wolkenformationen können Fotos schon mal gut aussehen. Und wenn man in Gegenden wohnt, bei denen das Wetter schnell wechseln kann, wie in den Alpen oder auf einer Insel, dann können solche Fotos sehr eindringlich wirken.

Im Osnabrücker Land hatten wir auch ein Fotoshootings in einem Moor. Und da fanden wir es sehr passend, dass dort kein strahlend blauer Himmel war sondern Nebelschwaden vorbeizogen und insgesamt die Lichtstimmung eher etwas verhalten war. Es kommt also immer auch auf die Situation, die Lage und die Bildaussage an.

Grau bleibt grau

Wenn aber der Himmel eine graue einheitliche Masse ist, ohne Konturen, dann wirkt halt auch alles einheitlich langweilig. Hier ist dann auch beim besten Willen nichts mehr aus dem Foto herauszuholen.

Photoshop und andere Bildbearbeitungsprogramme sind ein wahrer Segen, vollführen aber keine Wunder. Man kann nur das aus einem Foto herausholen, was die Kamera eingefangen hat. Außerdem raten wir immer davon ab, Sachverhalte anders darzustellen. Also zum Beispiel größere Objekte wegzuretuschieren. Es ist besser authentisch zu sein und die Dinge so zu zeigen wie sie sind.

Absagen

Und wenn die Situation einfach nichts hergibt oder das Wetter partout nicht mitspielt, dann muss man so konsequent sein und das Fotoshooting absagen. So nachteilig das auch für alle Beteiligten ist, aber es hilft nichts. Mit grauen Fotos macht man einfach später keine Werbung. Und das ist für uns oft eine ausschlaggebende Frage: „Werdet Ihr das Foto nachher auf Eurer Website oder in Broschüren oder Prospekten benutzen?“ Wenn die Antwort „nein“ lautet, dann das Fotoshootings trotz des ganzen Aufwands absagen.

Im Osnabrücker Land hatten wir aber Glück und das Wetter hat dann doch noch mitgespielt.

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Fotostory, Rheinland-Pfalz

Das Tagungshotel Weinbergschlösschen ist sehr rege und innovativ. Und so waren wir schon mehrmals dort, weil dementsprechend oft umgebaut oder renoviert wird.

Dieses Mal gab es eine Reihe von neuen Zimmern zu fotografieren und Tagungsräume, aber auch Kulinarik und einige Mitarbeiter.

Hotelfotografie – Vorbereitung ist alles

Wie immer bei der Hotelzimmerfotografie, ist die Vorbereitung das A und O. Hier kann man gar nicht genau genug sein. Bettwäsche und Tischdecken müssen absolut knitterfrei sein und obwohl wir schon öfter vor Ort waren, wird jedesmal ein neuer Trick ausprobiert.

Hat man eine professionelle Wäscherei, wird die Wäsche oft gestärkt. Diese Stärke geht nicht so leicht raus und deswegen muss man die Bett- oder Tischwäsche gleich mehrmals waschen.

Danach am Besten von Hand bügeln oder knitterfrei mangeln und dann auf keinen Fall zusammen legen sondern über eine breite Stange hängen. So vermeidet man die typischen Knickfalten.

Je nach Bettdecke fällt diese eventuell an einigen Stellen ein. Hier unterfüttern wir manchmal mit kleinen Kissen, gerollten Handtüchern oder anderen Utensilien. Manchmal reicht auch ein Brillenetui.

Auch die Tagungsräume müssen sehr genau vorbereitet werden, damit nachher im Bild keine Unruhe entsteht. Stühle und Tagungsunterlagen werden genau ausgerichtet.

Jede Perspektive wird mit dem Auftraggeber besprochen und entsprechend verändert. So kommt es später nicht zu unliebsamen Überraschungen.

Hotelfotografie – Kulinarik

Bei Kulinarikfotos kennen wir im Weinbergschlösschen bereits den besten Platz in der Küche. Die Küche ist gar kein so schlechter Ort für die Food-Fotografie, weil dort das Licht meistens sehr gut ist. Oft reicht es aus, das Gericht kurz vor dem Servieren zu fotografieren. So kann es anschließend zum Gast und es muss nichts weggeworfen werden. Sollte etwas extra für das Foto kreiert werden, finden sich aber oft Freiwillige, um das ‘Model' zu verspeisen.

Bei den Essensbildern geht es um das Gericht und nicht um das Drumherum. Trotzdem kann es auch spannend sein, etwas aus dem Hintergrund mit aufs Bild zu nehmen. So gab es eine größere Veranstaltung und es war schön, einmal zu zeigen, wie im Hintergrund für den Gast choreographiemäßig gearbeitet wird. Hände bei der Arbeit sind immer ein geeignetes Fotomotiv und zeigen oft, wie aufwendig etwas hergestellt wird.

Hotelfotografie – Team-Fotos

Bei den Mitarbeiterfotos zeigen wir die jeweilige Personen gerne in ihrem eigenen Arbeitsumfeld und in der Bewegung. Das hat gleich mehrere Vorteile. Die Mitarbeiter sind gelöster. Nicht jeder hat Erfahrung im Umgang mit der Kamera oder einem Fotografen. Oder jemand hat sogar negative Gefühle im Hinblick auf Fotos. Diese Personen verkrampfen dann leicht und das Fotografieren ist schwierig.

Zeigt man die Mitarbeiter in ihrer Tätigkeit so kann der Gast gleich einordnen, mit wem er es zu tun hat. Darüber hinaus sind die Personen bei ihrer Arbeit viel gelöster und entspannt oder gar konzentriert in ihrem Tun und so entstehen authentische Fotos, die – im Gegensatz zu reinen Portraitfotos – die jeweiligen Mitarbeiter mit ihren Aufgaben zeigen.

Hier kann man auch einmal die Person von der Seite zeigen oder im Halbprofil. Meistens ist dann auch der größte Skeptiker mit den Bildern zufrieden. Natürlich muss man hier ebenfalls auf störendes Beiwerk im Foto verzichten und den Arbeitsplatz vorher etwas aufräumen, damit die Bilder nachher nicht zu unruhig wirken.

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Fotostory, Tagebuch

Nachdem ich auf dem CastleCamp 2018 eine Foto-Session über Schwarz-Weiß-Fotografie gehalten habe, ist es ja sehr naheliegend, dass ich meine Lieblingsfotos in schwarz-weiß entwickelt habe. Wie schon bei der Session gesagt, ist es spannend zu sehen, wie sich der Fokus, die Bedeutung, Intension und Aussage ändern oder verschieben, wenn man sich die gemachten Aufnahmen mal ohne die Farbe anschaut. 

Was meint Ihr? Wie wirkt das CastleCamp in schwarz-weiß auf Euch?

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