Wir haben ja schon darüber berichtet, dass wir für das Hotel Weinbergschlösschen die Kommunikation in der Krise übernommen haben. Heute möchte ich mal etwas ausführlicher berichten, was wir denn genau alles gemacht haben und – vor allem – was es für Auswirkungen hatte. Ein Best Practice in der Hotelkommunikation.

Wir sind kurz nach der Hotelschließung wegen der Corona-Krise dazu gekommen und haben in der Kommunikation und Außendarstellung viele Veränderungen vorgenommen und begleitet. Die meisten Kanäle und Kommunikationsmittel waren bereits vorhanden, wurden jedoch kaum oder gar nicht genutzt. Das waren:

  • Youtube
  • Facebook
  • Instagram
  • Blog
  • Newsletter

Neu hinzugekommen ist nur ein Online-Shop. 

Ausgangslage

Als wir ankamen, war das Hotel gerade 2 Tage geschlossen. Liefer- und Abholservice waren erlaubt und es gab bereits die Idee zu einem Grill-Express.

Workshop – Wofür schlägt Dein Herz? 

Zuerst haben wir einen spontanen Workshop im Hotel abgehalten, um herauszufinden, was das Herzstück der Kommunikation sein soll und das war in dem Fall das Alleinstellungsmerkmal. Schnell wurde klar, im Weinbergschlösschen geht es um Kulinarik

Die Lambrichbrüder sind beide gelernte Köche und im Weinbergschlösschen wird stets selbst und von Grund auf mit hochwertigen Produkten gekocht. Die Köche geben ihr Wissen sehr gerne weiter und sie veranstalten Kochschulen, die bei Tagungsgästen sehr beliebt sind als Teambildungsmaßnahme oder auch als Familienevent hoch im Kurs stehen.

Wir einigten uns darauf, den Blog zur Kommunikationszentrale zu machen und vor dort aus, weitere Kanäle zu befüllen. Weiterhin beschlossen wir, viel mit Videos zu arbeiten und die Kochkurse online abzuhalten. Da keine Gäste kommen dürfen, muss halt die Kochschule zu den Gästen nach Hause oder ins Büro sprich Home Office. Und wir wollten, alle Maßnahmen schnell umsetzen und gleich loslegen. 

Der Grill-Express

Ein Service, bei dem der Grill samt Koch zum eigenen Haus kommt und mit allen Abstands- und Hygieneregeln vor der Haustür grillt. Eine schöne Idee, die nun kommuniziert werden musste. Hierzu gab es bereits ein Erklär-Video, was direkt zu Facebook hochgeladen wurde. In dem Video erzählt Florian Lambrich, wie das mit dem Grill-Express funktioniert. Wir beschlossen, den Grill-Express in Aktion als Video zu zeigen und dieses Video auf Youtube hochzuladen.

Youtube – mal angefangen, dann vergessen

Das Hotel Weinbergschlösschen hat 2018 einen Youtube-Kanal eröffnet und bisher zwei Videos veröffentlicht, die jeweils ein Dutzend Aufrufe haben. Florian Lambrich, einer der zwei Brüder, die das Hotel leiten, redet lieber als dass er etwas schreibt. Deswegen haben wir ihm schon vor Jahren vorgeschlagen, Videos zu machen, statt Blogposts zu schreiben. Aber irgendwie hatte sich das im Arbeitsalltag nicht durchgesetzt. 

Ab sofort wird Youtube nun als Speicherquelle für Videos genutzt. Von dort aus werden die Videos in die verschiedenen Blogposts eingebettet. Das Grillexpress-Video war bereits schon am 23. März auf Youtube online. Also nur wenige Tage nach der offiziellen Schließung.

Ein Blog gibt es, aber…

Mit dem Blog war es ähnlich wie mit Youtube. 2016 mal angelegt und seitdem fünf Artikel veröffentlicht. Die Themen: Ganz klassische Fehler. Immer und immer wieder wird bei Social Media Marketing das Marketing verstärkt in den Fokus gerückt und das Social komplett vergessen. Das heißt: Man schreibt im Blog und auf allen Social Media Kanälen immer nur über Angebote und Veranstaltungen. Was anderes kommt nicht infrage. 

Mit uns sollte sich das ändern!

Ab sofort wird zu jedem Thema ein Blogpost verfasst. Der Link zu diesen Posts wird dann auf anderen Wegen verbreitet. So behält man die Hoheit über die Daten und Inhalte. Und dadurch, dass die Links angeklickt werden und die Besucher auf die Seite zum Lesen müssen, wird die Website gestärkt und erhält mehr Klicks. 

Ein weiterer Fehler ist uns im Blog aufgefallen: Die Kommentare im Blog waren abgedreht. Hier musste die Agentur ran und die Kommentarfunktion wieder aktivieren. Warum wollen wir das? Wir wollen mit den Gästen und Kunden kommunizieren. Natürlich wird heute vermehrt auf Facebook kommentiert. Aber man sollte immer auf jedem Kanal eine Kommunikation mit dem Gast ermöglichen. Die Menschen möchten dort, wo sie gerade sind, kommunizieren. Deswegen gibt es auch mal eine Tischreservierung für das Restaurant auf der Seitennachricht in Facebook oder eine Zimmeranfrage im Instagram-Kanal. 

Wer seine Gäste erziehen möchte und nur einen Kanal erlaubt (Anfragen nur telefonisch) verzichtet freiwillig auf Kommunikation und schließlich auch auf Buchungen. 

Am 23. März war der erste Blogpost online:

Facebook

Auch Facebook wurde in der Vergangenheit eher stiefmütterlich behandelt. Im Jahr 2020 gab es nur wenige Beiträge und diese hatten auch eher werblichen Charakter. Gemäß der neuen Kommunikationsstrategie wurde nun der Link zum Blogpost dort verbreitet. Der Vorteil ist, dass der Beitrag geteilt werden kann und damit jeweils der Hinweis auf den Blogartikel weiter verbreitet wird. Auch die Inhaber und Mitarbeiter können über ihre privaten Profile teilen. Vom Seiteninhaber wurden noch einmal alle Freunde aufgefordert, die Seite zu abonnieren, so dass sich hier schnell die Community aktivieren ließ und die Abonnentenzahl stieg. Die Interaktionen waren von Anfang an sehr hoch. Das heißt, es wurde oft geteilt, geliked und kommentiert. 

Schlagzahl erhöhen

Ein weiteres leidiges Thema. Wie oft soll ich posten? Das werden wir immer und immer wieder gefragt. Die Angst dahinter ist, die Gäste zu nerven. Aber was nervt denn die Gäste? Richtig! Werbung! Werbung nervt. Werbung will kein Mensch. Und was wird gerne angenommen? Genau! Informationen mit Mehrwert und Geschichten. Wir beschlossen viele Online-Kochkurs-Videos zu machen. 

In den nächsten Tagen wurden deswegen viele Videos gedreht, geschnitten, vertont, hochgeladen und gepostet. Zunächst von uns. Zwischendrin gab es auch ein Video mit Informationen vom Hotelier zu den aktuellen Gegebenheiten. Warum gab es dieses Thema auch als Video? Weil es in dem Fall authentisch ist. Florian Lambrich redet genau so auch vor Ort zu seinen Gästen. Ob es auf einer Veranstaltung ist oder bei den Kochschulen. Er redet. Aus dem Stegreif. Er braucht kein Skript und keine Notizen. Das passt genau zu ihm und zum Haus. 

Im März gab es noch 8 weitere Blogposts. Also im Schnitt jeden Tag einen.

Besucherlenkung

Wir hatten jetzt schon einige gute Angebote für die Hotelgäste. Die Facebook-Nutzer kamen über den Link direkt zum Blog. Die Leute, die nur die Webadresse hatten, konnten den Blog aber nicht leicht finden, weil er etwas versteckt in einem Untermenu ist. Wegen Corona gab es bereits ein Pop-Up auf der Seite. Also ein Fenster, was aufgeht, sobald man auf die Website kommt. Hier haben wir dann die wichtigsten Links positioniert und die Besucher in die verschiedenen Richtungen gelenkt: Zur Essensbestellung oder zum Blog.

Eine kürzere Web-Adresse muss her

Da wir den Link zu einem Blogpost sehr oft verwenden, haben wir beschlossen, eine kürzere Web-Adresse zu besorgen. Die Webadresse vom Hotel heißt weinberg-schloesschen.de Das ist ziemlich lang und mit dem Bindestrich und Umlauten recht kompliziert. Die Blogadresse ist  dementsprechend noch komplizierter: blog.weinberg-schloesschen.de Wir setzen sie viel ein. Eine kürzere Version muss her. Was nimmt man da? Wie wärs mit dem Hashtag? Den hatten wir schon vor einigen Jahren für das Haus festgelegt. Gesagt – getan. weinbs.de war noch frei. Das ist eine bekannte Buchstabenkombination und kann auch gut ausgesprochen werden und zum Beispiel am Telefon gesagt werden. Weiterhin kann man die Adresse überall da verwenden, wo man Zeichen sparen muss. 

Weg mit den PDFs!

Irgendwie hatte man in den letzten Jahren nicht mitbekommen, dass viele Dinge im Online-Bereich einfacher geworden sind. Weil man sich nicht dafür interessiert und weil man sich nicht gekümmert hat. Und wahrscheinlich, weil die Agentur das immer gemacht hat. Also hatte sich eingebürgert, vieles als pdf-Dokument bereitzustellen.

Das ist aber nicht mehr zeitgemäß. PDF heißt meistens irgendwas runterladen. Aber ich bin mit dem Handy unterwegs. Die Internetverbindung ist nicht gut und ich möchte Daten sparen. Warum kann ich mir den gewünschten Inhalt nicht einfach so angucken? Wenn man einmal begriffen hat, wie einfach eine Seite in WordPress erstellt ist und dass es für fast alles schon eine fertige Lösung gibt, dann kann man auch die Speisekarte gut lesbar online stellen und muss sie nicht mühsam jedes Mal wieder über Word erstellen, als PDF Umwandeln und hochladen. Änderungen lassen sich mit wenigen Klicks einpflegen und die Besucher der Seite sind glücklich, weil es ohne Umwege funktioniert. 

Newsletter und Online-Shop

Anfang April folgte die nächste Aktion. Liefer- und Abholservice liefen gut und der Grill-Express wurde bevorzugt für Geburtstagsfeiern oder sogar für eine Hochzeit gebucht. Die Belieferten und Beschenkten posteten Ihre Bilder auf Facebook und die Zu-Hause-Kocher waren begeistert über die Anleitungen. Mit dem Essensservice erreichten wir aber nur die Menschen in der unmittelbaren Umgebung. Spaßvögel fragten schon mal, ob denn auch nach XY geliefert wird über hunderte Kilometer weit weg. 

Und Schwupps wurde überlegt, ob man nicht auch die weit entfernt wohnenden Anhänger des Hotels mit leckeren Weinbergschlösschen-Köstlichkeiten beliefern kann. Das Genießerpaket war geboren. Es wurde getüftelt und gekocht. Verpackungen gesucht und bestellt. Die Vorbereitungen wurden natürlich auch wieder gefilmt für den Youtube-Kanal und  dann musste das Paket ja beworben werden.

Ein weiterer schlummernder Kommunikationskanal wurde dazu wiederbelebt: Der Newsletter

Ein paar Tausend Adressen. Gesammelt in den letzte Jahren, weil man ja damit irgendwann mal was machen wollte. Auch mussten wir einige Veränderungen und Verbesserungen vornehmen: Die Adressen wurden bereinigt. Das Newsletter-Tool war nicht das Beste und ein paar technische Hürden mussten überwunden werden. Da es ewig nicht benutzt wurde, mussten Aktualisierungen gemacht werden und einige Anpassungen.

Und wie sollten die Leute das Genießerpaket bestellen? Per E-Mail, per Telefon? Ein Online-Shop muss her! Das bisherige Bestellsystem bzw. Buchungssystem des Hotels eignete sich nicht dafür. Die betreuende Agentur kann natürlich einen Shop einrichten. Das dauert aber und kostet. Und was es im Moment nicht gibt, ist Budget und Zeit. Also wurde kurzerhand WordPress bemüht. Hier gibt es fertige Shoplösungen.

Wir drehten also ein paar Videos zu dem Genießerpaket. Dazu erstellten wir mehrere Blogposts. Es gab einen Newsletter, indem das Paket vorgestellt wurde und einen Online-Shop, um das Paket zu bestellen. 

Es konnte losgehen. Am 6. April wurde das Genießerpaket im Blog vorgestellt.

Gleichzeitig wurde der Newsletter verschickt. Die erste Bestellung traf bereits nach wenigen Minuten ein. Juchu!! In den nächsten Tagen wird gekocht, verpackt und verschickt. Wie man das Essen zu Hause vorbereitet und anrichtet, wird natürlich auch wieder anhand von Videos erklärt. Der passende Wein kann gleich dazu bestellt werden. Ein Feiertag steht vor der Tür und man möchte sich was Schönes gönnen. Die Kunden bzw. Gäste sind begeistert und es trudeln Kommentare und  Fotos ein von den Genießern ein. 

Die Bewertungen im Onlineshop haben fast alle fünf Sterne und die Gäste freuen sich, dass sie mit dem Haus verbunden sind und das leckere Essen sowie den regionalen Wein genießen können, wenn sie schon nicht anreisen können. 

Im April gibt es insgesamt siebzehn Blogposts und der Online-Kochkurs steht bereits bei Folge 15. Es läuft!

Offline Werbung

Wir predigen auch das immer und immer wieder: Online muss auch offline beworben werden. Und es braucht viele Berührungspunkte bevor jemand aktiv wird. Da wir ja keine Zeit hatten und von Tag zu Tag reagiert haben, kamen auch die verschiedenen Ideen von Tag zu Tag. Der Lieferservice des Restaurants lief gut an und wurde rege genutzt sowie der Grill-Express. Wohin nun mit der Begeisterung und der Dankbarkeit der belieferten und bekochten? Sie haben natürlich Fotos gemacht, sich auf WhatsApp bedankt oder angerufen. Aber da gibt es bestimmt noch mehr Fans, die etwas sagen oder zeigen könnten. Am Besten wären Beiträge im Blog oder auf Facebook, damit es auch andere Gäste sehen können. Da hilft es leider nicht zu sagen: “Schreib uns auf Facebook.” Die Facebook-Adresse muss immer gleich mitgenannt werden. 

Warum? Weil es zu aufwendig ist, die Facebook-Seite suchen zu müssen. Es gibt mehrere Weinbergschlösschens oder nicht nur Facebook-Seiten sondern auch Orte oder Gemeinschaftsseiten. Und am Ende landet der tolle Kommentar auf der falschen Seite oder wird gar nicht gepostet, weil die richtige Seite nicht gefunden wurde. Also immer die genaue Adresse nennen: facebook.com/weinbergsschloesschen

Aufkleber 

Nachdem wir die Idee hatten, den Essenslieferungen Servietten mit Logo beizulegen, war die nächste Idee, die Verpackungen zu branden. Also die neutralen Verpackungen so zu kennzeichnen, dass sofort klar wird, dass das Essen vom Weinbergschlösschen kommt. Die Lösung: Aufkleber. Dort haben wir auch gleich die Webadresse und die Facebookadresse platziert.

Aufsteller

Inzwischen dürfen im Hotel und Restaurant wieder Gäste empfangen werden. Um Kontaktflächen zu minimieren läuft jetzt sehr viel online. Check-In, Bezahlung, Reservierung, Essen bestellen, Frühstücksservice uvm. Wenn der Gast also sein Smartphone oder Tablet nun verstärkt im Hotel nutzt, möchten wir ihn auch auf andere Angebote hinweisen. Also haben wir für die Tische im Restaurant und für die Zimmer einen Aufsteller kreiert mit allen wichtigen Adressen der online Aktivitäten und inklusive Hashtag. 

Was ist eigentlich mit Instagram?

Alles Neu macht der Mai. Selbst der Instagram-Account wird jetzt aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Wenn man erlebt, was es bringt, mit seinen Gästen in Kontakt zu bleiben, dann ist es plötzlich auch kein großer Aufwand mehr. Vorher hatte man immer jede Menge Argumente, warum man nicht auch noch die Social-Media-Kanäle bedienen kann. Nun wird es erlebbar. Die vielen tollen Rückmeldungen spornen an und tun gut. Man spürt, die Gäste unterstützen das Haus und freuen sich über jeden Post, weil sie Sehnsucht nach ihrem Urlaubsort haben. 

Und uns freute natürlich ganz besonders die Frage: Darf ich auch mehr als einmal am Tag posten? Jaaaaaaaaaaaaaaaaa! Darfst Du! Und so gibt es knapp ein Dutzend Instagram-Posts pro Woche im Mai. Ein eigener Hashtag wurde schon vor Jahren kreiert. Der wird jetzt wieder genutzt: #weinbs

Wie geht's weiter?

Jetzt nur nicht aufgeben. Die Maschine läuft. Wir geben immer mehr ab an das Team vom Weinbergschlösschen. Die Köche lernen selber Videos zu drehen und zu schneiden. Blogposts werden geschrieben und auf Facebook gepostet. Kommentare werden beantwortet, auch wenn oft nicht ganz klar ist, wer denn jetzt zuständig ist. Noch mehr Verantwortliche werden zum Admin gemacht. Denn der Erfolg ist überall sichtbar. Es gibt Likes, Kommentare und Bewertungen. Es läuft. Es kommt sehr viel zurück von den Gästen. Also jetzt nicht auf den Lorbeeren ausruhen sondern gleich weiter machen.

Einige Sachen sind noch in der Planung. Es wird Landingpages zu bestimmten Themen geben und alle Mitarbeiter sollen über die Social Media Aktivitäten des Hotels informiert werden. Onlineprozesse werden sicher in Zukunft hinterfragt werden: Geht das auch einfacher? Oder schneller? Gibt es da was bei WordPress? 

Fazit

Der Grundstock ist gelegt. Es gab sehr viele Aha-Momente. Es ist klar geworden, dass viele Abläufe und Prozesse im Laufe der Jahre einfacher geworden sind. Die Geräte sind schneller und effektiver und fast jeder hat heutzutage ein Handy, ist im Internet und auch irgendwo auf Social Media Kanälen unterwegs. Die Gäste sind inzwischen auch daran gewöhnt, diese Geräte zu nutzen und die Abneigung dagegen schwindet. Kommunikation findet auf vielen verschiedenen Kanälen statt und die Gäste nutzen dankbar jede Möglichkeit des Austauschs.

Der Nutzen für das Hotel ist sehr klar geworden und wir haben schon gehört: „Es gibt kein Zurück mehr.“ 

Spontanität

Da wir ja mitten im Geschehen waren und auch nicht abschätzen konnten, wie lange was andauern würde, haben wir eher von Tag zu Tag gearbeitet. Also wir haben nicht im Block am Blog gearbeitet (was für ein Wortspiel), sondern es hat sich im Laufe der Arbeit ergeben. Wir konnten ja nicht Wochen vorplanen und dann mit großem Knall online gehen. Wir wussten, es muss schnell gehen und wir mussten flexibel auf die Tagessituation reagieren.

Es gibt Konzepte von Destinationen oder Hotels für die Krise, die erarbeitet werden und wurden, die aber bis heute noch nicht angewendet werden, obwohl Restaurants, Hotels und Freizeiteinrichtungen bereits wieder geöffnet sind. Wir jedoch haben alles sehr schnell umgesetzt.

Flops gehören dazu

Natürlich gab es auch Flops. Die gehören einfach dazu. Wenn man etwas macht und ausprobiert, dann kann das funktionieren oder nicht. Aber es wäre fatal darauf zu verzichten, nur weil es eventuell schief gehen könnte. Gefloppt ist unsere #TomatensossenChallenge. Hier waren wir wohl zu früh mit der Idee. Viele Hoteliers und Restaurants waren noch in Schockstarre und hatten keinen Kopf dafür.

Die Idee war, viele Restaurants und Hoteliers zu verbinden und damit sichtbar zu machen, indem jeder Küchenchef ein Rezept beisteuert um die gehamsterte Tomatensosse aromatisch aufzuwerten. Vielleicht nimmt die Aktion später noch mal Fahrt auf. Aber vielleicht ist sie auch gestorben. Vielleicht war auch das Thema Blogparade nicht geeignet und hat einige überfordert. 

Da geht aber noch was

Ja klar. Man kann jedes Youtube Video noch 45 min lang optimieren und jeden Instapost akribisch planen. Aber man darf nicht vergessen: Die Hauptaufgabe eines Hotels ist es, seinen Gästen eine gute Zeit im Haus zu bereiten. Alles muss im (Zeit-)Rahmen bleiben. Ein Anfang ist gemacht. Die Basis ist da. Und es ist natürlich ausbaufähig. Und ja; über TikTok oder Pinterest haben wir noch nicht gesprochen. 

Lass uns über Geld reden

Was für Investitionen waren nötig für die ganzen Aktionen, die wir angestossen haben? Es war nicht viel. Eine Halterung (Gimbel) für das Handy, damit das Video nicht verwackelt. Verpackungsmaterial für Essenslieferung und Paketversand. Newsletter-Software, Aufkleber, Aufsteller, Domain, PlugIns. Keine großen Investitionen, eher immer so Beträge bis 100 Euro. Alles in allem ein paar hundert Euro. 

Gibt es auch Zahlen?

Wir können jetzt hier gerne jede Menge Statistiken und Zahlen ausbreiten, wieviel mehr Follower und Reichweite und Interaktion usw. Aber die Hauptsache ist doch, dass die Kommunikation mit den Gästen stattfindet. Und wenn das erfüllt ist, dann ist es erfolgreich. 

Ein Gast meinte beim Check-In: “Ich kenne Sie aus den Videos!” Und genau darum geht es: Vertrauen aufbauen, sichtbar werden. Die Gäste reden über die Videos. Ein Gast hat aufgrund des Genießerpakets gebucht, weil das Essen so lecker war. Es besteht eine Bindung der Gäste zum Haus. Alles richtig gemacht!

Was die Hoteliers meinen

Wir haben die beiden Inhaber interviewt, wie sie die ganze Situation empfunden haben und wie es ihnen mit den Neuerungen geht. 

Eine kurze Version des Videos gibt es 👉 hier 👈 zu sehen.

Unser persönliches Fazit

Wir haben auch sehr sehr viel gelernt. Wann hat man schon mal so einen intensiven Einblick in den Hotelalltag. Hier mal ein paar Stichworte:

Machen statt reden

Bei Destinationen und auch bei ein paar Hotels haben wir öfter mal die Social Media Kanäle für kurze Zeit als Gäste übernommen, um zu zeigen, dass sehr wohl etwas geht, wenn man entsprechend auf den Kanälen handelt. Mehr als einmal haben wir bewiesen, dass auch brach liegende Communities wiederbelebt werden können. Statt weiter zu reden und zu predigen, werden wir sicher in Zukunft unsere Kunden und Workshop-Teilnehmer auffordern sofort zu posten. Nicht reden – machen. 

Der Meurer Monat

Unsere Idee, dass ein ganzer Monat in einem Hotel sehr sinnvoll wäre, hat sich absolut bestätigt. All unsere Expertisen kommen dann so richtig zur Geltung. Fotos, Vermietercoaching, Non-Mystery-Customer, Ideengeber, Social Media Coach, Mentor, Bildsprache, USP erspüren. Alles dabei. Wir sagen ja schon seit langem: Unser Vorteil ist: Wir haben Zeit! Und mit viel Zeit, kann man auch viel bewegen und viele Projekte anstoßen. Wie oben bereits erwähnt, geben wir dabei Anleitung und Unterstützung zum Selber machen. Die ersten Schritte auf neuen Gebieten lassen sich natürlich auch gut über einen längeren Zeitraum begleiten. 

Versprechen halten

Wir machen keine leeren Versprechungen. Es funktioniert einfach. Das hat sich hier wieder einmal gezeigt. 

Ungewöhnliche Zeiten brauchen ungewöhnliche Maßnahmen. Was man aber nicht machen sollte, ist den Kopf in den Sand zu stecken. Viele Hoteliers haben sich jetzt auf ihren Social Media Kanälen abgemeldet. Damit haben sie aber auch aufgehört, mit ihren Gästen zu kommunizieren. Das ist schade und gerade in diesen Zeiten mit hohen Unsicherheiten auf allen Seiten nicht gut.

Hotel Weinberg-Schlösschen

Ein Beispiel, wie man in der Corona-Krise kommunizieren kann und wie man mit dem Gast Kontakt hält:

Wir haben zunächst einen Mini-Workshop gemacht und einige Fragen geklärt:

☐ Wer kommuniziert bisher mit dem Gast? 

☐ Wie wird kommuniziert? Aktive Ansprache? Oder wird nur geantwortet?

☐ Wo wird kommuniziert? Telefon, E-Mail, Social Media, Blog, WhatsApp?

☐ Wann wird kommuniziert? Oder wie oft?

Dann haben wir überlegt, ob die bisherige Frequenz beibehalten werden soll oder ob sie sogar erhöht wird? Es wurde auch festgelegt, wer kommuniziert und auf welchen Kanälen.

Natürlich haben wir darauf geachtet, den Content zunächst auf der eigenen Seite zu haben und von dort aus die Links zu verbreiten. Ein Blog war vorhanden, lag aber mehr oder weniger brach. Der Grund. Der Hotelier mag nicht schreiben. Was er aber sehr gerne mag ist reden. Er redet ständig mit seinen Gästen und seinen Mitarbeitern. 

Kleiner Tipp

In einem Blog muss man nicht unbedingt schreiben. Man kann auch zu den Gästen sprechen. Per Video! Damit stand fest: Es werden Videos gemacht. 

Zur Frage des Contents, ging es natürlich auch wieder um die Frage des Alleinstellungsmerkmals. Was mach das Haus aus? Wofür steht es? Woran denke ich als erstes, wenn ich an das Haus denke? 

Das war in diesem Fall die Kulinarik. Beide Betreiber sind gelernte Köche, haben in der Traube Tonbach gelernt und gearbeitet und strahlen Kochen aus. Es gibt Küchenparties, Gala-Menus und Kochkurse. Sie halten mit ihrem Wissen nicht hinter dem Berg und geben es gerne weiter. 

Die logische Konsequenz daraus waren: Kochvideos.

Aber auch eine Gästeinformation. Statt die Gäste im Newsletter anzuschreiben, gibt es auch hier eine Information per Video.

Die beiden kreativen Köche hatten sich auch schon einen neuartigen Lieferservice ausgedacht: Den Grill-Expresse. Auch dazu gibt es Videos. Ein Erklärvideo – wie funktionierts? Und ein Bericht. Damit man sehen kann, wie es wirklich abläuft und das Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden können. 

Zur Vernetzung mit Partnern aus der Region und mit anderen betroffenen, wurde schließlich noch die 👉 #TomatensossenChallenge 👈 ins Leben gerufen. Bei der kann sich jeder beteiligen. 

Die Videos sind kurz und geben manchmal nur einen kleinen Koch-Tipp. Es sind keine ausgefeilten Werke mit Schnitten und Musik oder Sprecher aus dem Off. Sie werden fast alle in einem Take gedreht. Der Aufwand ist damit gering und es passt in den Tagesablauf. Dreht man gleich mehrere Videos hintereinander, ist das auch für das Zeitmanagement besser. 

Geplant ist, jeden Tag ein Video zu posten. Genug Wissen dafür ist jedenfalls vorhanden. Der Stoff sollte nicht ausgehen. Die Videos erscheinen alle zunächst im Hoteleigenen Blog. Der Link kann dann weiter verteilt werden über den Newsletter oder zur eigenen Facebook-Seite.

Die Kochkurs-Videos werden gut angenommen. Gäste posten ihre nachgekochten Werke und sogar der Auszubildende im ersten Lehrjahr wollte sich beteiligen und zeigt, was er bereits gelernt hat.

Links

Hier noch die Links zu den oben angesprochenen Videos:

Die Gästeinformation

https://blog.weinberg-schloesschen.de/2020/03/26/informationen-fuer-unsere-gaeste/

Der Grill-Express

https://blog.weinberg-schloesschen.de/2020/03/23/grill-express-der-etwas-andere-lieferservice-waehrend-der-krise/

Die #TomatensossenChallenge

https://blog.weinberg-schloesschen.de/2020/03/24/blogparade-99-arten-eine-handelsuebliche-tomatensosse-zu-pimpen/

Die Kochvideo-Reihe

https://blog.weinberg-schloesschen.de/2020/03/25/online-kochkurs-mit-rezept-folge-1-maispoularde-mit-asia-gemuese/

Und schließlich noch Facebook

https://www.facebook.com/weinbergschloesschen/

Sicherheit

P.S. Natürlich werden beim Filmen die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen eigehalten wie z.B. der Abstand

Ich liebe Blogparaden und ich schreibe gerne, also ist es klar, dass ich an der 👉 Blogparade übers Schreiben 👈 teilnehme. 

Danke Stephanie Müller für die Idee und fürs Organisieren.

Da mir jetzt nicht auf Anhieb ein Thema zum Schreiben eingefallen ist, antworte ich sehr gerne auf die Fragen. Es ist ja auch interessant, zu lesen, was die anderen so geantwortet haben.

Los geht's:

◦ Was schreibst du? (Emails, Romane, Blogposts, Essays…?)

Puh! So gesehen schreibe ich ziemlich viel. Zunächst natürlich E-Mails für die eigene Firma, aber auch privat. Dann schreibe ich ziemlich viel für Social Media. Aber auch Blogposts. Und das gleich für verschiedene Blogs. Zunächst haben wir unseren eigenen Unternehmensblog hier auf der Website. Dann schreibe ich auch Gastblogbeiträge für unsere Kunden. Und ich habe noch einen privaten Blog für alles, was mich interessiert.

Und schließlich habe ich in den letzten zwei Jahren ein Buch geschrieben über unsere Erfahrungen in Hotels und Ferienwohnungen mit vielen Tipps für Vermieter . 👉 “Bisher hat sich noch keiner beschwert.” 👈 Das war eine sehr interessante Erfahrung. Gerne würde ich noch mehr Bücher schreiben. An Themen mangelt es mir nicht.

◦ Wie sieht für dich der perfekte Schreibtag oder die perfekte Schreibsession aus?

Perfekt ist es, wenn es fließt. Wenn die Buchstaben und Wörter nur so aus den Fingern laufen. Gut, dass ich in meiner Ausbildung das Zehn-Finger-System gelernt habe. So kann ich fast so schnell tippen wie ich denke.

Ich brauche aber Ruhe zum Arbeiten. Ablenkungen durch Geräusche oder viel Bewegung drumherum stören mich. Ansonsten sitze ich sehr sehr gerne draußen und arbeite dort. 

◦ Was motiviert dich zum Schreiben?

Auf jeden Fall motiviert mich ein Thema oder eine Idee. Wenn ich einen Einfall habe, dann geht alles recht schnell. Dann setze ich mich hin und los gehts. Da muss ich gar nicht lange überlegen. 

◦ Was ist die größte Herausforderung beim Schreiben?

Der Druck von einem Abgabetermin ist sicherlich eine große Herausforderung. Sei es einer von außen, weil ich einen Gastbeitrag schreibe, aber auch der innere Druck ist sehr groß. ‘Ich muss noch den Blogbeitrag von letzter Woche fertig machen.' 

Wenn die Idee oder der rote Faden fehlt, dann ist das auch schwer. Wenn ich keine Themenvorgabe habe oder überlege, was bei unserem letzten Kundenauftrag das Thema war, über das ich schreiben kann und auch gleich einen Mehrwert für die Leser bieten kann, dann werde ich oft unrund. Ich habe mir vorgenommen nicht einfach nur über unser Arbeit zu bloggen sondern auch noch gleich Tipps für die Leser mit einzubauen. Also, was wir aus dem Auftrag gelernt haben, so dass andere davon profitieren können. Das dauert manchmal Tage. Und dann – plopp – plötzlich wird alles klar und der rote Faden ist da oder das Thema ist klar. 

◦ Beim Schreiben muss ich unbedingt dabei haben: ….

Da wir minimalistisch unterwegs sind, brauche ich da nicht viel. Wie oben schon geschrieben, brauche ich ein nettes Plätzchen und Ruhe.

◦ Stift und Papier, Laptop, Tablet oder Diktiergerät? Wie schreibst du?

Ich versuche seit einiger Zeit ausschließlich mit dem iPad auszukommen. Ich habe einen Metallständer für das Pad und eine externe Tastatur. Ich schreibe gerne offline vor, weil oft das WLAN schwankt und da habe ich schon öfter ganze Textteile verloren. Jetzt nutze ich die App Baer. Damit komme ich gut zurecht. 

Ich habe auch schon versucht, auf dem iphone ein Blogpost zu diktieren, aber da stört mich der Sprech- oder Gedankenfluss, weil ich an Satzzeichen und Absätze usw. denken muss. Wenn ich in einem durch spreche, dann muss ich nachher sehr viel korrigieren, was wieder zeitaufwendig ist. Aber, wenn es nicht anders geht, würde ich es wieder machen.

◦ Bist du Mitglied in einer Schreibgruppe? Was bringt dir eine Schreibgruppe?

Noch bin ich nicht in einer Schreibgruppe. Ich könnte es mir aber vorstellen. Ich war mal bei den Ironbloggern dabei und habe die Regionalgruppe Steiermark betreut. Das war eine tolle Sache. Wenn es also eine virtuelle Gruppe wäre, dann wäre ich wieder dabei. Lokal kann ich aufgrund unserer vielen Reisen leider nicht mitmachen. 

Vielleicht sollte ich mal schauen, wo es überall Gruppen gibt und ab und zu mal, wenn es am Weg liegt, dazu stossen. So etwas könnte ich mir auch gut vorstellen. 

#schreibenüberdasschreiben

Wir haben einen mehrtägigen Social Media Kurs für Vermieter kreiert und diesen jetzt bereits einige Male halten können. Dabei tauchen immer wieder ähnliche Fehlannahmen über Social Media auf. 

Unser Workshop ist so aufgebaut, dass wir nicht explizit erklären, wo man hinklicken muss, um ein Bild in Instagram hochzuladen, oder um einen Tweet zu beantworten. Sondern wir kümmern uns eher, wie sonst bei unserer Arbeit auch, um die Perspektive.

Warum mache ich Social Media? Brauche ich das? Passt das zu mir? Oder kann ich mich entscheiden, in dem Bereich gar nichts zu machen? (Ja wir haben auch absolute Social Media Ablehner im Kurs, weil sie hier Fragen stellen können und sich auch dagegen entscheiden können)

Wie sonst bei unserer Arbeit auch, haben wir viel Zeit eingeplant. Wir machen viele Übungen in Einzelarbeit und Gruppenarbeit. Und zwischen den Workshoptagen liegen einige Tage zum reflektieren, aber auch, um Aufgaben zu erledigen.

Die größten Diskussionen und Aha-Effekte gibt es dabei immer an den gleichen Stellen. Deswegen habe ich hier mal einige herausgegriffen.

1.  Social Media ist tolle Werbung

Ja, aber… Oder besser Jein. Wer Social Media wie einen Werbekanal betreibt, wird schnell bemerken, dass es nicht funktioniert. Ich kann dort aber hervorragend mich und meine Unterkunft darstellen und Geschichten über mich und die Region erzählen. Plumpe Werbung ist verpönt und wird gar nicht erst angenommen. Sprich man bekommt keine Follower und keine Interaktionen.

2.  Ich rede lieber mit meinen Gästen

Überraschung: Social Media ist Kommunikation! Es ist nämlich keine Einbahnstraße, bei der ich meine Angebote raushaue und dann den Computer wieder zuklappe. Social Media hat einen Rückkanal und die Gäste können über diesen Weg mit mir kommunizieren. Dieser Rückkanal wird sehr gerne übersehen und so dümpeln Rückfragen oder sogar Buchungsanfragen unbeantwortet im Eingang herum. 

Das Gespräch kommt aber eher in Gang, wenn man miteinander redet, statt den anderen mit seiner Werbung zu überrumpeln. Wer seine Freunde immer nur anruft, um sie zu einer Verkaufsparty einzuladen, wird irgendwann ein paar Freunde weniger haben. 

3.  Muss ich auf Instagram?

Ja, wenn Deine Zielgruppe da ist. Auch diese Frage kommt in jedem Kurs. Alle sind jetzt auf facebook oder Instagram (oder wahlweise etwas hier einsetzen). Muss ich das auch machen? 

Da es um Gespräche geht (s. Punkt 2) und nicht um Werbung (s. Punkt 1) kommt es darauf an, wo Deine Zielgruppe ist oder wo Dein Wunschkunde ist.

Allerdings ist dies eine der größten Hürden. Obwohl uns fast alle bestätigen, dass sie ja sehr gerne mit dem Gast reden, schafft es kaum jemand, einfach mal im Gespräch mit dem Gast kurz nachzufragen, ob der denn auch auf facebook ist oder auf welchem Kanal er denn gerne mit mir in Verbindung bleiben möchte.

Irgendwie wird die unbewusste innere Ablehnung hier auf das Gespräch übertragen und man will den Gast mit diesem Zeug nicht belästigen. Weil der findet das bestimmt auch doof und will davon nix wissen und nix hören. 

4.  Da wird nur unwichtiges und falsches verbreitet

Das wird auf einem Stammtisch auch gemacht. Nur da bekommen es nicht so viele mit. Und Smalltalk ist jetzt auch nicht so unbedingt die beste Informationsquelle. 

Hier sind wir beim nächsten großen Knackpunkt. Wer sein Alleinstellungsmerkmal (USP) nicht kennt und für sich seine Werte nicht definiert hat, tut sich schwer, sich in einem Blog oder auf Social Media zu äußern. Werbung geht da viel leichter von der Hand. 

Dabei wird es immer und immer wieder bestätigt: Der Mehrwert zählt! 

Wer seine Werte und seinen USP nicht kennt, tendiert dazu, selber nur unwichtiges zu verbreiten. Allerdings kann man das schnell ändern. Aus “hier unsere Balkonblumen” könnte doch ein “wir beziehen unsere Balkonblumen übrigens immer von einer kleinen nachhaltigen Gärtnerei aus dem Nachbarort” werden. 

5.  Ich weiß nicht, was ich da schreiben soll

Eine Stelle in unserem Workshop, die ich liebe. Hier streifen wir die Augenklappe der Betriebsblindheit ab und erstellen Listen mit möglichen Themen. Unglaublich, was da oft so in einem Nebensatz fällt und woran man dann anknüpfen kann. Da erwähnt die Chaletbesitzerin, dass sie ein totaler Bücherwurm ist und es in ihren Chalets schöne Schmökerecken gibt. Da werden wir hoffentlich bald tolle Buchbesprechungen lesen. 

Natürlich sagt das nichts darüber aus, dass mein Haus Boxspringbettern in jedem Zimmer hat. Aber mal ehrlich: die ganzen Fakten gibt es doch woanders zu sehen. Bei Social Media geht es um den ganzen Rest. (s. Punkt 4)

6.  Das ist so zeitintensiv

Tja, das sind Gespräche auch. Eine Teilnehmerin hat uns gestanden, dass sie oft auf heißen Kohlen steht, wenn sie mit einem Gast quatscht, weil eigentlich andere arbeiten anstehen oder sie Brot im Ofen hat. 

Ja, Social Media braucht Ressourcen. Deswegen sollte man vorher genau überpüfen, auf welchen Kanal man setzen möchte. Wo ist die Zielgruppe oder der Wunschkunde? Denn Zeit ist Geld. Wer sich für einen der Social Media Kanäle entscheidet, sollte sich regelmäßig Zeit dafür nehmen und für die Gäste da sein. Fragen beantworten und sich für die Interaktionen bedanken muss einfach sein. 

Das klassische Zeitmanangement gilt auch hier: Wenn man keine Zeit dafür hat, dann hat das keine Priorität.

Unser Tipp ist: Social Media an vorhandene Rituale anhängen. Ihr trinkt nachmittags immer eine Tasse Kaffee? Dann postet zu der Zeit und beantwortet anschließend alle Kommentare, Likes und anfragen. So kann man neue Gewohnheiten besser ritualisieren. 

7.  Meine Gäste sind da nicht

Auch nicht bei WhatsApp? Bingo! Viele Menschen, die behaupten, sie haben mit Internet und Social Media absolut nichts am Hut, bedienen WhatsApp wie Ihren Kühlschrank. Mit absoluter Selbstverständlichkeit. Vielleicht ist das ja dann der Kommunikationskanal mit dem Gast? Auch auf die Gefahr hin, uns zu wiederholen: Fragt nach! Und wenn es WhatsApp ist, dann nutzt WhatsApp Business auf. Hauptsache Ihr kommuniziert mit Euren Gästen.  

8.  Ich will das alles nicht

Dann lass es sein und kommuniziere das auch so. Vielleicht ziehst Du damit Gleichgesinnte an. Es gibt schon genügend Detox-Unterkünfte und Urlaube. Dann sei einer davon und werde zum Handyfreien Hotel. Auch gut. Wenn es konsequent gemacht ist. 

9.  Ich möchte nur das Schöne zeigen

Ja, da sind wir wieder bei der Werbung. Diese Diskussion kommt immer auf, wenn wir über Baustellen reden. Viele zeigen uns ihre Fotos vom Umbau. Wir sagen dann, dass das sein super Thema für Social Media ist. Die Angst, den Gast zu verlieren, ist hier sehr groß. Es gibt da allerdings gleich mehrere Gegenargumente: Der Gast erfährt es sowieso. Entweder, weil er vor Ort ist. Oder er sieht es, wenn andere Gäste auf Social Media davon berichten. Oder der Handwerker ist so stolz auf sein Werk, dass er es bei sich postet, die Baustelle kommt so oder so ans Licht. Dann doch besser gleich selbst darüber berichten.  Das ist ehrlich und authentisch. Die Gäste, die nicht buchen, weil sie Angst haben, dass die Baustelle nicht rechtzeitig fertig wird, können dann mit eigenen Augen jeden Tag verfolgen, wie weit die Arbeiten schon fortgeschritten sind. Das ist doch toll, oder? 

10.  Und wie fang ich jetzt an?

Am besten mit Fotos. Der schwierigste Punkt, ist daran zu denken, ein Foto zu machen. Bei der Baustelle macht es eigentlich schon jeder, weil es so beeindruckend ist, was das in kürzester Zeit geschaffen wurde. Aber ab sofort von allen Schritten Fotos zu machen, ist eine Herausforderung. Ich hab gestern meine neuen Terrassenmöbel geliefert bekommen. “Und? Hast Du ein Foto davon gemacht?” Args! Nun gut. Beim Beispiel Terrassenmöbel kann man diese auch noch fertig aufgestellt zeigen. Aber andere Vorkommnisse sind dann schon wieder weg. 

Der Shopblogger hat an alle seine Mitarbeiter die Anweisung gegeben: “Egal, was passiert. Immer erst mal ein Bild machen.” Egal, ob eine Palette Bier umkippt oder ein Kunde die Eiscreme in die Fleischtheke gestellt hat. Erst ein Foto machen, dann aufräumen. 

Also los! Fotos machen! Ein Smartphone hat heute fast jeder dabei. Und damit kann man schon ganz viel erfassen. Eurer Themenliste habt Ihr. Euren USP und die Werte kennt Ihr. Und Ihr wisst, wo Eure Zielgruppe oder Euer Wunschkunde zu finden ist. Dann los!

Ach ja! Ihr könnt nichts falsch machen. Wenn Ihr Euch vertut, verschreibt oder etwas vergesst. Man kann fast alles wieder weglöschen oder bearbeiten. Oder in einem Nachfolgepost korrigieren. Und am Anfang, wenn man noch nicht so viele Leser oder Follower hat, dann geht das ja nicht gleich an zigtausend Leute. Eventuell hat es noch gar keiner gesehen. Also traut Euch!

Viel Spaß und viel Erfolg!

Falls Ihr an unserem mehrteiligen Workshop interessiert seid, meldet Euch! 

In Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Tannheimer Tal haben wir eine Workshop-Reihe zum Thema Social Media für Vermieter erarbeitet.

 Vierteilige Reihe


Die Reihe ist gegliedert in vier Teile, die zu Hotelier- bzw. Ferienwohnungsvermeiterfreundlichen Zeiten statt finden. Wir haben überlegt, wann die beste Zeit ist, um sich für eine solche Reihe freizuschaufeln. Deswegen beginnen wir um 10 Uhr. Also nachdem die Frühstücks- und Abreisehochzeit vorbei sein sollte.

Wir arbeiten dann zwei Stunden konzentriert und die Teilnehmer können über die Mittagszeit wieder in Ihr Hotel und sich um dringende Angelegenheiten kümmern. 

Um 14 Uhr treffen wir uns wieder, um weiter gemeinsam zu arbeiten. Um 16 Uhr ist der Workshop-Tag zu Ende, so dass sich die Vermieter um Anreisen oder die Vorbereitung des Abendessens kümmern kann.

Die Zeiten sind sehr gut aufgenommen worden. Alle Teilnehmer waren froh, dass sie zwischendurch in die Unterkunft konnten.

Interaktives Arbeiten 

Beim Inhalt legen wir sehr großen Wert auf Interaktivität. Im Mittelpunkt steht jeder Teilnehmer mit seinem individuellen Unternehmen, seinen individuellen Tagesabläufen und individueller Zielgruppe. 

In Gruppen- und Einzelarbeit erarbeiten wir Antworten auf Fragen wie: Brauche ich das überhaupt? Was muss ich da machen? Was soll ich da posten? Und viele viele mehr.

Uns ist es wichtig, dass wir nicht  erklären, wo man jeweils hinklicken muss sondern dass ein tiefes Verständnis für das Thema entsteht und jeder Einzelne für sich klären kann, ob und was er oder sie auf welchem Social-Media-Kanal machen soll und möchte. 

Mentoring und Begleitung

Durch die Vierteilung haben alle Teilnehmer die Möglichkeit sich auf den verschiedenen Kanälen auszuprobieren. Wir stehen über die gesamte Zeit unterstützend zur Seite und überprüfen die Postings und entstandenen Interaktionen. 

Dadurch, dass wir zeitnah Rückmeldung geben können, werden die Inhalte tiefer verankert und es entsteht bei den Teilnehmern mehr Sicherheit und Wagemut. Sie sind nicht allein sondern haben jemanden an ihrerer Seite.

Konstruktive Kritik unsererseits kann sofort umgesetzt werden. Die Teilnehmer unterstützen sich auch gegenseitig. Hier werden dann gleich die Beiträge von Marktbegleitern geliked und kommentiert. Oder gleich geteilt.

Ein kurzer Workshopteil zum Thema „Fotografieren für Social Media“ rundet die Reihe ab.

Fortsetzung

Da die erste Reihe so gut angekommen ist, werden wir noch zwei weitere  abhalten. Und für die bisherigen Teilnehmer gibt es eine Fortsetzung. Mit ein paar Wochen Abstand wird es sicher wieder ganz neue Fragen und Herausforderungen geben.

Das meinen die Teilnehmer 

Hier noch ein paar Meinungen von Teilnehmern:

Ich möchte mich bedanken, dass der TVB dieses Seminar veranstaltet hat und ich daran teilnehmen konnte.
 
Der Aufbau und der praktische Ansatz hat mir sehr gut gefallen und viel gebracht. Die beiden sind nicht nur sehr sympathisch, sondern fachlich spitze. Obwohl ich schon viele Posts auf FB mache, habe ich sehr viel Neues erfahren, was ich sofort umsetzen konnte.
 
Ich habe sehr profitiert und es wäre toll, wenn es so einen Kurs auch im nächsten Jahr wieder geben könnte. Beim Vermietertreffen sind wir leider meist im Urlaub. Sehr gerne könnt ihr mich aber beim nächsten Vermietertreffen zitieren, wie sehr mir dieses Seminar genützt hat.

Es war inhaltlich sehr gut aufgebaut um das Arbeiten mit FB, Instagram etc. systemisch zu organisieren und es damit leichter, schneller und effizienter zu gestalten. Viele gute Tipps das Ganze in den Tagesablauf zu integrieren. Die sehr praktisch bezogenen Workshops waren sehr hilfreich, auch die Fotosession wie Bilder vom Handy gut aussehen und was man beachten sollte.
Einfach ein supertoller Workshop. Ein Follow-up wäre besonders wichtig und interessant.

Anneliese Hummel

Gränobel Chalets

Der Workshop war für mich unglaublich wertvoll und hat mir sehr viel gebracht! Die 2 sind einfach Profis was das Thema anbelangt und wirklich nah an der Praxis, besser gehts glaub ich kaum. Ich würd einen darauf aufbauenden Workshop definitiv wieder besuchen.
Was mich minimal gestört hat war, dass das Wissen und Niveau im Social Media Bereich der einzelnen Teilnehmer richtig unterschiedlich war. Sollten solche Workshops in Zukunft weitergeführt werden, fänden ich es sinnvoll die Gruppen in „Anfänger“ und „Fortgeschrittene“ oder so irgendwie zu teilen. Mir ist auch bewusst, dass das mit der kleinen Gruppe jetzt keinen Sinn gemacht hätte, aber vielleicht wächst das ganze ja noch. 🙂
Absolut cool, dass ihr sowas anbietet!!

Katharina Schädle

Hotel Tyrol am Haldensee

Gerne konzipieren wir auch für Euch eine Workshopreihe. Meldet Euch einfach!