Robert Basic ist tot. Dass ich mal einen Nachruf bloggen würde, hätte ich nicht gedacht, als ich mit dem Bloggen anfing. Und da Robert mit ‚Schuld’ daran ist, dass ich zur Bloggerin wurde, ist es das Mindeste jetzt über ihn einen Blogpost zu verfassen.

Wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, war es 2002 als es bei den Wirtschaftsjunioren einen der ersten Blogs gab. Betreut von Robert Basic und Burkhard Schneider. Und in diesem Jahr hieß es: „Du musst bloggen!“ Ich habe das Konzept seinerzeit nicht verstanden. Aber als mir 2003 wieder eindringlich nahe gelegt wurde, zu bloggen, habe ich sechs Wochen lang Blogs gelesen und habe dann angefangen jeden Tag einen Artikel zu schreiben. Und habe weiterhin Blogs gelesen.

Robert war unser aller Bloggervorbild. Er hat manchmal gefühlt 20 oder 30 Artikel am Tag rausgehauen. Kein Thema entging ihm. Er hat einfach über alles geschrieben. Manchmal mit fast so wenig Zeichen, wie man heute auf Twitter zur Verfügung hat.

Und wir haben von ihm gelernt. Wir haben uns vernetzt über die Blogroll. Wir haben uns verlinkt oder gepingt. Wir haben Bloggertreffen veranstaltet und hatten Bloggerlounges auf Messen. Wir waren in Aufbruchstimmung und Hochstimmung.

Irgendwann hat jemand dann über Barcamps geschrieben. Und da haben wir uns dann persönlich getroffen. Der große Blogger. Ja, er war ein Star – aber ohne Starallüren. Er hat immer sein Wissen weiter gegeben. Freimütig und gratis. Und an anderer Stelle auch gegen Bezahlung.

Auch wir haben ihn mal engagiert, bevor wir nach Österreich ausgewandert sind. Und er hat uns eine Idee nach der anderen an den Kopf geworfen, was wir denn in unserer neuen Heimat und in diesem Web so alles machen könnten. Schließlich hatten wir einen bunten Strauß an Möglichkeiten und haben so einiges davon in den nächsten Jahren umgesetzt. Ohne Robert wären wir heute nicht da, wo wir sind, würden nicht das machen, was wir machen. 

Unsere Wege haben sich immer wieder gekreuzt. Hier ein Bloggertreffen und da ein Barcamp. Auch auf dem ersten Almcamp war Robert mit dabei. Legendär ist seine Ankunft in den frühen Morgenstunden und seine Ehrfurcht vor den engen kurvigen Bergstraßen. Legendär sind auch Diskussionen mit ihm, bei denen er immer fast naiv eine Seite der Argumentation eingenommen hat und dabei vielen die Augen geöffnet und neue Perspektiven aufgezeigt hat. Er war sogar mal beim Castlecamp und hat mit Touristikern über die Zukunft des Skifahrens philosophiert. 

Wenn wir uns nicht persönlich getroffen haben, blieben wir über alle möglichen Kanäle in Kontakt. Man las sich oder hat sich über Messenger ausgetauscht. Immer war er hilfsbereit und unterstützend. Er hatte immer ein Ohr und immer einen Rat. Und hat gerne Reichweite verteilt. Oder Linkliebe.

Eigentlich wollte er dieses Jahr zum Almcamp reloaded kommen, hat aber aus privaten Gründen abgesagt. Wie schade! Er wäre – wie immer – eine Bereicherung gewesen. 

Robert hat über seine Bloggeraktivitäten und seine grenzenlosen Netzwerkaktionen so viele Menschen zusammen gebracht, die sich für mich noch heute wie Familie anfühlen. Wir sind über das Netz so dicht zusammengerückt, dass dabei über Jahre andauernde Freundschaften und sogar Ehen und Familien entstanden sind. 

In diese große Blog- und Webfamilie ist nun ein großes Loch gerissen worden.

Er fehlt.

Uns allen.

Ach Robert! Machs gut, wo auch immer Du jetzt bist.

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[/RobGreen]

PS: Das haben wir dann noch in unserem Archiv gefunden…

Robi, Burki und das Bloggotüt

Nachdem ich auf dem CastleCamp 2018 eine Foto-Session über Schwarz-Weiß-Fotografie gehalten habe, ist es ja sehr naheliegend, dass ich meine Lieblingsfotos in schwarz-weiß entwickelt habe. Wie schon bei der Session gesagt, ist es spannend zu sehen, wie sich der Fokus, die Bedeutung, Intension und Aussage ändern oder verschieben, wenn man sich die gemachten Aufnahmen mal ohne die Farbe anschaut. 

Was meint Ihr? Wie wirkt das CastleCamp in schwarz-weiß auf Euch?

Das Castlecamp 2018 ist vorbei und wie es in der Barcamp-Regel heißt: „you do blog about barcamp.“ Deswegen hier jetzt mein persönlicher Rückblick auf das 11. Barcamp auf der Burg in Kaprun. Mein zehntes Mal; ein Jahr haben wir auslassen müssen.

Eine Frau geht auf ein Burgtor zu durch den Nebel

Auftakt Freitag Abend

Traditionell beginnt das Castlecamp mit einem lockeren Essen am Freitagabend zum ersten Austausch und kennen lernen. Was mir bisher nicht aufgefallen ist bzw. worüber ich mir keine Gedanken gemacht hatte, wurde im Feedback-Gespräch erwähnt: Beim Castlecamp finden auch die Neuen sofort Anschluss. Auch wenn sich viele Teilnehmer schon seit zig Jahren kennen, werden Neulinge doch sofort in die Barcamp-Gemeinschaft aufgenommen. Das sollte eigentlich auf jedem Barcamp und jedem Netzwerktreffen so sein.

Zwei männliche Barcampteilnehmer unterhalten sich

Samstag Morgen

Am Samstag trafen wir uns um 9 Uhr zur Vorstellungsrunde und Sessionplanung und kleinem Frühstück. Dieses Mal waren etwa 50% Barcampneulinge im Rittersaal der Burg. Und dazu gibt es ja auch eine Regel: Wenn Du das erste Mal auf dem Barcamp bist, hältst Du eine Session. Dieser Punkt ist für viele kritisch. Da man ja das Format noch nicht kennt, weiß man ja auch nicht, was von einem erwartet wird. Von den klassischen Konferenzen kennt man ja nur die perfekt ausgearbeiteten Präsentationen oder moderierte Geprächsrunden. Aber Barcamp ist, was Du daraus machst und deswegen ist hier auch alles möglich. Solange sich jemand findet, den das ebenfalls interessiert, wird die Session statt finden.

Kaffee auf dem Castlecamp

Eine weitere Barcamp Regel ist: Wenn die Session vorbei ist, ist sie vorbei. Spätestens aber, wenn die nächste Session beginnt. Wenn Du also Dein Thema in zehn Minuten behandelt hast, dann ist das auch okay. Man muss nicht eine Stunde voll bekommen. Wenn es viele kleine Themen gibt, dann kann man auch eine Lightningtalk-Session anbieten. Diese eigenet sich auch dazu, Projekte vorzustellen. 

Eine Barcampteilnehmerin stellt sich vor

Beim Castlecamp 2018 verlief die Vorstellungsrunde sehr diszipliniert mit Name, Unternehmen und drei Tags. Da sich jeder daran gehalten hat, war sie schnell vorbei und der Sessionplan stand auch recht schnell.

Ein Barcampteilnehmer steht vor dem Sessionplan

Samstag: 1. Session

Die erste Session für mich war: Pimp my you tube channel. Hier bekamen wir etliche Tipps, um die Sichtbarkeit auf der ‚Suchmaschine‘ YouTube zu erhöhen. Von der durchgängigen Keyworld-Wahl über Untertitel, das richtige Vorschaubild und eingeblendete Aktionen bis hin zum Abspann, hörte ich viel Neues. Auch das Thema Analyse, ob jetzt mit dem integrierten Tool oder einem kostenpflichtigen Zusatzprogramm, lernten wir viele Tipps und Tricks. Ich werde sicher nicht alles umsetzen, weil 45 Minuten für die Einstellungen zu jedem Video hab ich einfach nicht. Aber einige Tipps habe ich bereits bei einem Video eingearbeitet und werde sie hoffentlich beibehalten.

Samstag: 2. Session

Ein Barcampteilnehmer hält eine Session

Die nächste Session am Samstag Vormittag war eine Information über Cloud-Dienste. Wie sehen solche Server-Farmen überhaupt aus? Wie werden sie miteinander verbunden? Was passiert bei einem Ausfall? Und wie sieht die Zukunft aus? Sehr spannend.

Samstag: 3. Session

Eine Session auf der Burg Kaprun beim Castlecamp

Die dritte Session interessierte mich auch sehr, ändert doch twitter bald seine Regeln und wird Drittanbietern quasi den Hahn zudrehen: Kuratieren ist tot – es leben das Kuratieren von Günter Exel. Er stellte dar, wie sich die Regeln in den letzten Monaten geändert haben. Welche Dienste eingestellt oder nutzlos wurden und wie man sie zum Teil unter erheblichem Mehraufwand ersetzen kann. Statt Storify kann man nun Wakelet nutzen und um Tweets zu einem bestimmten Event zu sammeln, kann man diese mit einem Zweitaccount liken und über eine Like-Liste darstellen. Einiges ist gut nutzbar anderes sehr aufwendig. Mal sehen, für was ich mich in Zukunft entscheiden werde.

Buffet beim Castlecamp

Samstag: 4. Session

Nach dem – wie immer sehr üppigen Mittagessen – gab es fast schon traditionell eine Mitmach-Session von Achim zum Thema Schwarz/Weiß-Fotografie. Hier ging es darum durch die Begrenzung auf s/w noch mehr den Fokus auf die Bildaussage zu legen. Mit einigen praktischen Übungen haben wir bei strahlendem Sonnenschein Details der Burg fotografiert und andere Teilnehmer portraitiert. Auf jeden Fall hatten wir wieder viel Spaß und waren erstaunt, wieviel deutlicher ein Motiv in den Vordergrund rückt, wenn man auf Farbe verzichtet.

Samstag: 5. Session

Teilnehmer beim Castlecamp

Das nächste Thema war „Overtourism“. Erschreckend was einige Destinationen über die Situation vor Ort während der Hauptsaison erzählten. Das Thema wird uns sicher in den nächsten Jahren noch beschäftigen mit all seinen Nachteilen: Müll, Verkehrschaos, steigende Grundstückspreise oder Mieten usw. Eine richtige Lösung hatten wir nicht zur Hand aber einige Vorschläge wie Kontigentierung, Preiserhöhungen oder Aufkflärung und Bildung.

Samstag: 6. Session

Eine Teilnehmerin meldet sich zu Wort

Weiter ging es zum Thema „Monitoring“. Was wird benutzt? Was funktioniert? Was nicht? Einmal geht es um die Zahlen und die KPIs. Aber es geht auch darum: Was wird über mich gesagt? Wer schreibt über mein Hotel oder meine Destination was auf welchem Kanal? Hier gibt es auch verschiedene Tools. Gratis und natürlich auch kostenpflichtig. Google Alert und Talkwalker sind Einsteigermöglichkeiten und decken schon einiges ab.

Samstag: 7. Session

Jeman macht ein Foto mit dem Smartphone

Die letzte Session war dann die „visuelle Suche“. Ob sich das Suchen nach Informationen über ein Foto durchsetzen wird? Man könnte ein Restaurant fotografieren und das Bild hochladen, um dann ähnlich wie bei einem QR-Code zu einer Seite gelangen, auf der ich dann zum Beispiel einen Tisch in diesem Restaurant buchen könnte. Oder ich erhalte Informationen zu einer fotografierten Skulptur. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Es ist sicher einfacher als ein QR-Code, aber wie bei anderen digitalen Angeboten scheitert vieles an der nicht vorhandenen Bandbreite. Google lens ist hier ein Angebot.

Samstag: Whisky- & Bier-Tasting

Whisky wird in ein Glas eingeschenkt beim Castlecamp

Ebenfalls Tradition hat am Samstag ein Bier- und  Whisky-Tasting. Ich habe es ausgelassen und lieber die Sonne und einige Gespräche im Burghof genossen. Diese kleinen Gespräche am Rande machen einen Großteil von Barcamps aus. Hier kann man sich gut austauschen und vernetzen.

Samstag Abend

Barcampteilnehmer im Gespräch beim Castlecamp

Der Samstagabend klang in einem Restaurant bei weiteren Gesprächen – leider wieder ohne Barcamp-Band – feucht-fröhlich aus. Einige vertieften den Austausch noch in Hotelbars, aber wir wollen hier nicht ins Detail gehen. 

Sonntag

CastleCamp 2018 - cczk18 by Achim Meurer.

Am Sonntag ging es wieder recht früh los. Um 9 Uhr gab es die nächste Sessionplanung. Einige Vorschläge vom Vortag waren noch übrig und es gab weitere Angebote. 

Sonntag: Session 1

AlmCamp 2018 - #alm18 by © AchimMeurer.com.

Hier wählte ich zuerst natürlich die Session zum „Almcamp“. Es ging um die Frage, ob wir noch mal eins veranstalten wollen und wenn ja, wie man es organisiert. Die Probleme liegen bei der bürokratischen Seite. Wer ist Veranstalter? Wie wird das Geld verbucht? Wer fungiert als Reiseleiter, weil hier Leistungen verknüpft werden? Fazit: Es soll ein Almcamp 2019 geben. Vorschläge für Almhütten gibt es bereits und ein Reiseveranstalter prüft, ob er die Organisation übernehmen kann. Wunderbar.

Sonntag: Session 2

Sonniger Burghof beim Castlecamp

Bei der nächsten Session-Auswahl hat mich nicht wirklich ein Thema angesprochen und so habe ich die Sonne und etwas Ruhe im Burghof genossen. 

Sonntag: 3. Session

Barcampteilnehmer mit dem Smartphone

Zuletzt war ich dann bei der Session OpenStreetMap um zu erfahren, ob man denn nun leichter Informationen in die Karte eintragen kann, die rein von Nutzern gepflegt wird. Es sieht deutliche einfacher aus, als noch vor zehn Jahren und ich werde sicher mal etwas einpflegen, wenn ich zum Beispiel beim Joggen vor einem Hindernis stehe oder einen anderen groben Fehler entdecke.  Hier sollte wirklich jede Destination die eigenen Karten überarbeiten und regelmäßig pflegen. Schließlich greifen sehr viele Anbieter auf das Datenmaterial von OSM zu. Wenn die Daten gut gepflegt sind ersparen sich Touristen Irrfahrten und können sich ihre Wandertouren oder Radrouten individuell zusammen stellen.

Feedback-Runde

Ein Barcampteilnehmer mit Mikrofon beim Castlecamp

Bei der Feedbackrunde ging es dieses Mal um das Thema Nachhaltigkeit. Wie kann man die riesigen Mengen an Plastikmüll vermeiden? Und wie kann man die Neulinge besser einbinden und ihnen die Angst vor einer Session nehmen?

CastleCamp 2019

Die Burg Kaprun beim Castlecamp

Bleibt nur noch zu sagen. Der nächste Castlecamp-Termin ist am 6. – 8.9.2019

Rainer Edlinger beim Castlecamp

Danke an alle Sponsoren und Rainer Edlinger und sein Orgateam.

Noch mehr Blogposts vom CastleCamp

Nachdem wir 2009, 2010 und 2011 jeweils ein Almcamp – also ein Barcamp auf der Alm – organisiert hatten, gab es immer wieder Nachfragen, ob es diese Veranstaltung noch einmal geben wird. Schließlich haben wir nachgegeben und ein weiteres Almcamp geplant, auch wenn die Organisation von unterwegs noch einmal beschwerlicher ist, als mit einem bestehenden Büro.

AlmCamp 2018 - #alm18 by @ Achim Meurer.

Ungewissheit

Leider war die Nachfrage nicht wie erwartet und wir hatten statt 40 Teilnehmern nur 27 auf der Anmeldeliste. Die Hüttenwirtin Maria (Leonhardhütte am Maltaberg in Kärnten) erklärte sich bereit, das Almcamp auch mit deutlich weniger Teilnehmern zu den gleichen Bedingungen durchzuführen, doch dann begannen die Absagen. Schließlich blieb nur noch ein gutes Dutzend an Almcampern übrig. Ein Desaster für alle Beteiligten. Jede Absage hat sicher jeweils einen persönlich triftigen Grund, für mich wird es aber ewig ein Rätsel bleiben, warum man bei Jobanfragen nicht sagen kann: “Da hab ich schon das Almcamp im Kalender.” Wir selbst hatten auch zwei lukrative Anfragen für diese Zeit und mussten genau das sagen: Da steht schon was im Kalender.

AlmCamp 2018 - #alm18 by @ Achim Meurer.

Die Hüttenwirtin war ganz und gar nicht begeistert, hatte sie doch alle Plätze über Monate für uns frei gehalten und ist sogar den Schritt mit weniger Teilnehmern mit uns gegangen. Und wir waren skeptisch, ob die restlichen Teilnehmer nicht noch absagen würden, wenn sie hören, dass es nicht so viele andere Teilnehmer zum Austauschen und Vernetzen geben wird. Wir wussten auch nicht, ob mit so wenigen Leuten überhaupt ein Barcamp-Gefühl entstehen kann.

Donnerstag

Also sind wir mit sehr gemischten Emotionen und ziemlich skeptisch auf den Berg gefahren. Die Location ist nach wie vor traumhaft. Der Weitblick. Die Ruhe. Die Luft. Teilweise über den Wolken sein. Runter kommen. Eine Handvoll Teilnehmer traf schon am Donnerstag ein und die illustre Runde hatte am ersten Abend sehr viel Spaß. Alte Almcamper der ersten Stunde trafen auf absolute Almcamp-Neulinge.

Freitag

Am Freitagmorgen haben wir eine kleine Wanderung unternommen und den Rest des Tages das Almgefühl genossen und auf die anderen gewartet. Der Austausch war die ganze Zeit rege und am Abend haben wir Fotos vom ersten Almcamp geschaut und in Nostalgie gebadet.

Eine Session für jeden

Absolute Neuheit war diesemal, dass tatsächlich jeder einzelne Teilnehmer seine eigene Session bekam. Wo gibt es das schon? Das Idealcamp sozusagen. Schon in den ersten Jahren bestach das Almcamp dadurch, dass jeder sich jede Session anhörte, weil es sowieso nur eine Session gab. Und so hat man über den Tellerrand geschaut und sich Sachen angehört, die man sonst wohl nie gewählt hatte. Raus aus der Filterbubble würde man da wohl sagen.

AlmCamp 2018 - #alm18 by © AchimMeurer.com.

Eine weitere Steigerung zu den ersten Almcamps war auch, dass wir – auch bedingt durch den Termin – fast alle Sessions im Freien halten konnten. Diesmal haben wir viel diskutiert und philosophiert und weniger vorgetragen. Aber das ist schließlich auch Barcamp. Das kann man nicht oft genug sagen, vor allem für Neulinge: Man darf auch Fragen stellen oder einfach über eine Sache reden. Niemand muss perfekte Vorträge mit Superpräsentationen abliefern.

AlmCamp 2018 - #alm18 by @ Achim Meurer.

Unsere Sessions im Einzelnen:

Samstag

Veronika vom Flugentenblog begann mit der Frage: Was bedeutet Professionell? Angeregt durch eine Diskussion auf facebook, bei der professionelle Blogger oder Instagrammer gesucht wurden. Wir haben folgende Punkte gefunden, die für uns Professionalität ausmachen:

Recherche
Zielgruppe
Spezialisierung
Auseinadersetzung
Definition
Standards
Augenhöhe
Empathie
Briefing
Kommuniktion
Erfahrung

AlmCamp 2018 - #alm18 by © AchimMeurer.com.

Gleich danach hat Günter Excel einen Video-Workshop gehalten und alle Teilnehmer auf Trab gehalten. Überall wurde gefilmt. Nicht zuletzt die vielen Tiere waren dabei geduldige Models und Mittelpunkt von zahlreichen GIFs und Filmen. Eine Auswahl gibt es auf der Facebook-Seite vom Almcamp zu sehen.

Vom bewegten Bild ging es zur Fotografie. Achim hat einen Überblick gegeben, was es an Neuheiten in diesem Bereich gibt und wir haben diskutiert, wie die Fotografie in der Zukunft aussehen wird. Wir haben die Bereiche Technik, Sehgewohnheiten und das Erlebnis beleuchtet. Hier ein paar Gedanken-Fetzen aus der Session:

· Technik erst am Anfang, rasante Weiterentwicklung, zB Lightfield Kameras oder Flüssiglinsen
· Software wird sich verbessern
· Anzahl Fotos wird steigen
· Veränderung der Sehgewohnheit
· Veränderung Berufsbild
· Fotografie als soziales Prestige
· Nische / High End
· digitales Schwelgen
· enhanced experience

Vor dem Mittagessen habe ich dann gefragt, ob der immer wieder gebrauchte Satz: “Qualität setzt sich durch.” tatsächlich stimmt. Die Antwort war: Kommt darauf an. Die Stichwörter hier waren Definition, Individualität, Longtail und die Frage nach der Messbarkeit. Also jeder begreift Qualität anders und die Definition kann sich auch mit der Zeit ändern.

Nachdem zünftigen Mittagessen erzählte Horst vom Wandern Austria Blog über sein Nachhaltigkeitsjahr, bei dem er sich selber sensibilisieren möchte für das Thema. Hier gab es viele hilfreiche Tipps und regen Austausch, was die einzelnen Teilnehmer bereits umgesetzt haben. Angefangen bei Mobilität, Kleidung, Nahrung usw.

Benjamin bot an, Fragen zu technischen Themen zu stellen, nach dem Motto “Frag den Techie!” Hier gab es vor allem Fragen zu Virtual Reality und Blockchain.

Der Wortwitzspezialist Stefan suchte in der nächsten Session mit dem Titel: “Tool-Begräbnisse und die Weisheit der Weißheit” nach Ersatz für beliebte Tools und Apps und hat dazu auch ein padlet aufgesetzt. Auch mit wenigen Leuten, kamen da schon einige Aha-Erlebnisse zustande.

Die letzte Session am ersten Tag fand schon mit dem ersten Bier in der Hand am runden Tisch statt. Freddy fragte nach wie denn ein Tag im Jahr 2030 aussieht. Hier gab es spannende Diskussionen, wie wir denn auf die Alm gekommen wären und wie unser Arbeitstag aussieht und ob es unsere Arbeit überhaupt noch gibt oder ob wir ein Grundeinkommen beziehen.

Sonntag

Am zweiten und letzten Tag haben wir dann tatsächlich mal den Beamer bemüht. Rainer hat über  “Knowledge Graph” gesprochen. Notiert habe ich mir folgende Stichworte dazu:

  • schema.org
  • Wordlift
  • kg search
  • wikidata
  • schemaapp.org

Heinz hat gleich anschließend und passend dazu über das Thema “Content Strategie und Content Marketing” gesprochen.

Und irgendwie kam dann die Überlegung auf, ob es in Zukunft noch Websites geben wird, wenn der Content doch jeweils an so vielen verschiedenen Stellen dem einzelnen User ausgespielt werden kann und soll.

Last but not least ging es um das Thema Influencer. Jochen hat ausführlich die Szene geschildert und erklärt worauf es in der Zusammenarbeit mit den “Reliquien des 21. Jahrhunderts” (Zitat Heinz)  ankommt. Auch hier wurde leidenschaftlich diskutiert, weil wo jeder die Influencer anders wahr nimmt. Jochen glaubt jedenfalls, dass die Blase bereits geplatzt ist und ab jetzt eher auf langfristige Kooperationen gesetzt wird, statt auf den schnellen Klickhype, der kurzfristig Reichweite bringt. Das lassen wir dann jetzt mal so stehen.

AlmCamp 2018 - #alm18 by © AchimMeurer.com.

Ende gut, alles gut?

Nach einem zünftigen Hütten-Mittagessen endete das Almcamp Reloaded 2018. Eine Wiederholung wird es von uns nicht geben. Auch wenn es wieder ein geniales Almcamp war und das so typische Feeling genau wieder da war. Und auch, wenn es gleich schon Nachfragen zu einem Termin in 2019 gab. Falls es jemand machen möchte, wir geben Euch gerne alle nötigen Informationen. Aber ich selber bin sehr enttäuscht, dass eine solche Organisation nicht einfach auf gesundem Menschenverstand und Vertrauen möglich ist. Jeder kann sich doch denken, was es bedeutet, wenn er sich für etwas angemeldet hat und dann nicht erscheint. Egal ob Barcamp oder Geburtstagsfeier; egal ob zig Teilnehmer oder Essen im kleinen Kreis. Man hat Vorbereitungen getroffen und sich darauf eingestellt…

Fazit

Ich selber habe vom Almcamp sehr viel mitgenommen. Wieder einmal habe ich mich bei einem neuen Dienst angemeldet: Signal . Und ich nehme sehr viel mit für unsere eigene Dienstleistung. Gehört habe ich es schon öfter und das wurde mir auf dem Almcamp mehrfach bestätigt. Wir müssen von der Lösung ausgehen. Nicht von unserem Angebot. Die nächste Zeit werden wir also daran arbeiten. Damit wir nicht mehr mit Reisebloggern oder Influencern verwechselt werden sondern gleich klar wird, für welche Probleme von Destinationen und Unternehmen wir welche Lösung anbieten.

AlmCamp 2018 - #alm18 by @ Achim Meurer.

 

Was bisher geschah

Katalonien Teil 2

Die berühmten katalonischen Menschentürme auf dem Vorplatz zum Kloster in Montserrat by AchimMeurer.com .

Wir haben den Atem angehalten bei den Menschentürmen mit ihren mehrstufigen Pyramiden und durften beim Training dabei sein und ganz nah ran.

 

Die passenden Videos dazu gibt es auf youtube zu sehen.

Wir haben mittelalterliche Gebäude bewundert und welche von Modernisten oder auch von ‘Americanos'. Wir haben bei 30 Grad geschwitzt, aber hatten auch zwei Regentage und schwere Gewitter.

Wir haben uns über Verkehrsführungen, Ampelregelungen und Parkvorschriften gewundert. Wir haben Supermärkte besucht und über die Artikel gestaunt. Und haben nationale Süßigkeiten probiert.

Wir sind über ungewöhnliche Verbotsschilder gestolpert und haben über Hinweisschilder gerätselt.

Wir haben Sonnenuntergänge bewundert und Orangen frisch vom Baum gekauft. Wir haben uralte Olivenbäume besucht und Reisfelder gesehen.

 

Wir haben soooooooo viel gemacht und gesehen und gelernt. Aber eins ist klar: Das war nur ein Bruchteil der Möglichkeiten, die Katalonien zu bieten hat. Da gibt es noch viel viel mehr!

Auf ein Wiedersehen in Katalonien!!

Twitter-Nachlese

Hier noch mal alles zum Nachlesen auf Twitter:

Vilafranca und Umgebung

Reus und Umgebung

Tortosa und Ebrodelta

 

Was bisher geschah…

…könnt Ihr hier nachlesen: Katalonien Teil 1

Ortsansichten von Sitges in Katalonien, Spanien by AchimMeurer.com .

Wir sind etliche Kilometer zu Fuß durch schmale Gassen in verschiedenen Altstädten gegangen. Dabei sind diese oftmals sehr steil. Immer wieder öffnen sie sich zu einem Platz oder an der Küste dann zum Meer.

Alte Häuser neben moderner Straßenkunst. Geschäfte neben Restaurants. Kirchen neben Museen. Alles dabei. Alles da.

Immer wieder waren wir fasziniert von Details, von ungewohnte Pflanzen mitten im Ort und von den regionalen und Gepflogenheiten und Traditionen.

Einiges haben wir ausprobiert. Einiges blieb uns ein Rätsel. So schade, wenn man die Sprache nicht kann.

 

Wir haben Cava-Kellereien besichtigt und uns dem Vermuth hingebungsvoll gewidmet. Wir waren am Meer und auf Bergen. Wir haben Speisen bestellt, von denen wir nicht wussten, was es war.

Und meistens war es lecker. Hierzu habe ich sogar einen eigenen Beitrag geschrieben, weil essen und trinken einfach so interessant ist:

Kulinarik in Katalonien (wird bald veröffentlicht)

 

Wir waren im Gaudí-Museum und im Picasso-Center und haben endlich verstanden, warum die Bilder und die Bauwerke so aussehen wie sie aussehen. Und beim Picasso-Center ist es toll, die Originalschauplätze noch heute besichtigen zu können, die Picasso schon in jungen Jahren auf Leinwand gebannt hat. Im Gaudí-Museum darf man dafür fast alles anfassen.

 

Und was haben wir sonst noch erlebt?

Hier geht es weiter: Katalonien Teil 3